Boeing hat wieder Probleme mit den Triebwerken der Boeing 777-9 (weitere Verspätungen?)

Die Boeing 777X auf dem Weg zu Ihrem Erstflug. Foto: Boeing

Die Probleme bei der Boeing 777-9 reißen nicht ab, und das, obwohl der Hersteller gerade vermeintlich auf der Zielgeraden der Zulassung ist. Eigentlich sollte das neue, größte zweistrahlige Passagierflugzeug der Welt schon 2020 das erste Mal ausgeliefert werden, aber dass daraus nichts wurde, ist hinlänglich bekannt. Immer noch fehlt die Typenzulassung der FAA für das neue Flugzeug, und damit warten auch die Airlines weiterhin auf das so dringend benötigte Flugzeug.

Das Wichtigste auf einen Blick:

🚨 Erneute Verzögerung: Probleme mit dem GE9X-Triebwerk könnten die Zulassung der Boeing 777-9 weiter verzögern.
🛫 Airlines betroffen: Lufthansa, Emirates und Qatar Airways warten weiter auf ihre Maschinen.
⚙️ Technische Sorgen: GE9X-Triebwerk zeigt geringere Haltbarkeit als erwartet – mögliche Parallelen zum Airbus A320neo.

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Nachdem man noch hoffte, bis Sommer 2026 die finale Zulassung für die Boeing 777-9 zu erhalten und die ersten Flugzeuge dann unter anderem an Lufthansa, Emirates und Qatar Airways ausliefern zu können, hat man nun Probleme mit dem GE9X-Triebwerk von General Electric.

Das riesige Triebwerk wurde extra für die Boeing 777-9 entwickelt, allerdings scheint die Haltbarkeit nicht die Werte zu erreichen, welche man eigentlich haben wollte und welche mit General Electric vereinbart waren. Aktuell arbeiten Boeing und GE zusammen an einer genauen Identifizierung des Problems und auch an möglichen Lösungen.

Es ist durchaus denkbar, dass es für das GE9X nun gewisse Parallelen zum Pratt & Whitney PW1100G-Triebwerk gibt, welches im Airbus A320neo verbaut ist. Auch dieses Triebwerk hat nicht die Haltbarkeit, welche man einmal vorgesehen hat, was zu deutlich kürzeren Wartungsintervallen führt. Hierdurch sind Dutzende Airbus-A320neo-Family-Flugzeuge aktuell ohne Triebwerke am Boden, da Pratt & Whitney nicht in der Lage ist, ausreichend zusätzliche Triebwerke zu produzieren, um die erhöhte Ausfallzeit zu kompensieren.

Auch wenn man trotz dieser Probleme mit dem GE9X-Triebwerk nun ungehindert die Zulassung für die Boeing 777-9 erhält, wäre es natürlich für den Betrieb des neuen Langstreckenflugzeuges problematisch, wenn die Triebwerke hier auch deutlich schneller verschleißen als bisher vorhergesagt. Sollten hier auch wie beim Airbus A320neo Dutzende Boeing 777-9 am Boden stehen, da es an ausreichend Triebwerken fehlt, wäre dies wirklich dramatisch.

Boeing hat wieder Probleme mit den Triebwerken der Boeing 777-9 (weitere Verspätungen?) | Frankfurtflyer Kommentar

Die Probleme bei der Boeing 777-9 reißen einfach nicht ab, und das Flugzeug als „Pannenflieger“ zu bezeichnen, wäre wohl eine gewisse Untertreibung. Grundsätzlich ist es natürlich erst einmal positiv, dass im Zulassungsverfahren die Fehler auffallen und so behoben werden können, allerdings verzögert sich das Programm hierdurch doch immer wieder deutlich.

Interessant wird unter Umständen wirklich sein, ob GE in der Lage sein wird, ausreichend Triebwerke für die Flugzeuge zu liefern (sollten sie trotz der Triebwerksthemen zugelassen werden). Man will es sich eigentlich nicht vorstellen, welche Konsequenzen es hätte, wenn man zwar die Boeing 777-9 ausgeliefert bekommt, diese aber auf der ganzen Welt mit fehlenden Triebwerken am Boden stehen.

Für Lufthansa würde es wohl bedeuten, dass die Airbus A380, Boeing 747-400 und auch einige Airbus A340 noch deutlich länger fliegen müssen, als man es aktuell plant. Auch bei Emirates werden die Airbus A380 und ältere Boeing 777-300er dann noch länger fliegen.

Danke: Aerotelegraph

9 Kommentare

  1. Denke Boeing sollte langsam mal wirklich darüber nachdenken El Bikes zu bauen anstatt Flugzeugen.
    Das ist ja mittlerweile so tragisch, das es nur noch komisch ist.
    Jetzt wird auch noch groß getönt das die nächsten MAX Versionen bald kommen sollen. wird spannend wie das endet.
    Aber was soll’s der A380 ist eh das bei den Passagieren beliebteste Flugzeug, und ich für meinen Teil wähle eh Flüge nur danach ob es Boeing oder Airbus ist. werde vorerst meine Meinung nicht ändern, If it’s Boeing, I ain’t going.

    • Das sind wohl eher Probleme, die überwiegend auf der Seite des Triebwerkherstellers liegen.

      Aber Du hast recht:

      Boeing versuche ich persönlich zu meiden, wo es nur geht. Mein letzter Flug war FRA – JFK mit SI in einer 777-300, und ich hatte einfach kein gutes Gefühl, da einzusteigen. Unterwegs auch nicht.

      Die beiden Abstürze der 737-MAX mit 346 Toten, der irrwitzige und Umgang des Unternehmens mit dieser Angelegenheit (Boeing hat sich u. a. schuldig bekannt, die US-Regierung betrogen zu haben), die in der Folge aufgedeckten haarsträubenden Zustände und Probleme in Fertigung und Qualitätskontrolle sowie neue Whistleblower-Berichte: Wahnsinn.

      Ob die 777-900 zugelassen und ein sicheres Verkehrsflugzeug wird?
      Ob die 787 weiterhin als sicheres Verkehrsflugzeug gelten wird?

      Der Abschlussbericht für den Absturz der Boeing 787 von Air India (AI171) liegt immer noch nicht vor. Diese Maschine hatte offenbar eine Vorgeschichte gravierender technischer Fehlfunktionen der Bordelektronik. Es gibt einen entsprechenden Artikel der Foundation for Aviation Safety (FAS) und einen umfangreichen Whistleblower-Bericht an das Subcommitte on Investigations des US-Senats. Die FAS spricht in diesem Kontext nicht von einem Einzelfall, sondern sieht mögliche „systemische Implikationen für die weltweite Dreamliner-Flotte“.

      Bestimmte Mängel treten sofort, andere erst nach Jahren im Betrieb auf. Und hier muss man wohl mittlerweile dauerhaft die Luft anhalten beim Thema Boeing.

  2. Wie verhalten sich die neuen GE Triebwerke in heißer und staubiger Umgebung? Wenn sie schon im normalen Umfeld schwächeln, wird der Einsatz bzw. die Lebensdauer im Mittleren Osten sicher nicht besser.

    Mindestens genauso gespannt, welche weiteren Verzögerungen damit verbunden sind, darf man darauf sein, was Tim Clark (CEO Emirates) dazu sagt. Der hatte doch lange den A350 genau deswegen verschmäht und öffentlich schlecht gemacht. Wusste Emirates bei der kürzlichen Bestellung von A35K schon von diesen Problemen?

  3. Offenbar geht die Entwicklung der Triebwerke dicht an den Rand des technisch Möglichen.
    Das würde im Umkehrschluss bedeuten, dass mit dem bisherigen Design das Ende der Fahnenstange erreicht ist und spektakuläre Verbesserungen vor allem beim Treibstoffverbrauch eher nicht mehr zu erwarten sind.

  4. RR hat ja auch Probleme. Zum Glück hat die Industrie mehr Grips und gibt keine gegenseitigen Schuldzuweisungen wie es in der Politik einseitig leider der Fall ist. Nichts desto trotz ist Boeing z.Zt doch ein Problemfall. Nicht nur bei der Zivilflugzeugsparte sondern auch bei Military (767 Tanker) im Spaceprogram. Ich werde auch wenn nicht unbedingt notwendig nicht in eine 737 max oder 787 einsteigen. Hoffentlich rächt es sich für LH nicht die beiden 747-I, zu sicherlich einem guten Preis, verscherbelt zu haben.

    • Daran hatte ich auch gedacht. Der Preis für die beiden Jumbos war aber einfach zu gut, und ein „Nein“ wäre sicher nicht förderlich für die LH gewesen.

      Die 747-8 ist die einzige Boeing, in die ich aktuell einsteigen würde.

      Beim Glück der LH sind die Sitze in der 787 in dem Moment zugelassen, in dem ein weltweites Grounding bei diesem Flugzeugtyp verhängt wird.

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