Die Business Class ist auf Kurzstreckenflügen innerhalb von Europa schon lange nichts Glamouröses mehr. Einige Fluggesellschaften versuchen sich noch mit kleinen Details abzuheben. British Airways schenkt beispielsweise auch hier noch Champagner aus, außerdem gibt es kleine Tische, die am freibleibenden Nebensitz installiert sind. Bis vor wenigen Monaten wurden auch auf sehr kurzen Flügen warme Mahlzeiten serviert, die inzwischen aber stellenweise durch kalte Platten ersetzt wurden. Nun geht die Sparwut weiter, denn die Briten entfernen die Kopfschoner aus Stoff, die bislang an den Ledersitzen der vorderen Klasse angebracht waren.
✈️ British Airways entfernt seit dem 6. Mai die Kopfschoner in der Club Europe Business Class.
💺 Die Stoffauflagen waren eines der letzten optischen Unterscheidungsmerkmale zur Economy Class.
📉 Die Airline begründet den Schritt mit Effizienz, Nachhaltigkeit und schnelleren Abläufen.
British Airways hat das Vorhaben sogar angekündigt, seit dem 6. Mai werden die weißen Stoffauflagen an den Kopfstützen in der Club Europe auf Kurz- und Mittelstreckenflügen entfernt. Damit verschwindet eines der wenigen sichtbaren Merkmale, die die vordere Klasse optisch von der Economy Class unterschieden haben. Wie bei fast allen europäischen Airlines nutzt auch British Airways in der Business Class dieselben Sitze wie im hinteren Teil der Kabine.
Die Kurzstrecken Business Class in Europa
In den vorderen Dreierreihen bleibt lediglich der Mittelsitz frei, ein Vorhang trennt die beiden Klassen. Noch gibt es die kleinen Tische, die je nach Größe und Nachfrage der Business Class an den freibleibenden Plätzen angebracht werden, um eine zusätzliche Ablagefläche zu bieten. Andere Gesellschaften haben diese bereits abgeschafft, um Gewicht und Wartungskosten zu sparen. Ergänzt wird das Produkt durch ein umfangreicheres Catering, Loungezugang, mehr Meilen sowie Priority-Services am Boden.

Beim Catering hat die Airline der oneworld-Allianz bereits den Rotstift angesetzt, der Umfang der Mahlzeiten wurde gerade auf sehr kurzen Flügen abgespeckt. Auch beim Vielfliegerprogramm wird gespart, das System wurde groß umgestellt und wieder mehrfach angepasst. Trotzdem werden gerade die treuen Fluggäste abgestraft, die viel innerhalb von Europa unterwegs sind. Einen Status erreicht man hier wirklich nicht mehr so einfach.
British Airways begründet die Änderung mit Effizienz und Nachhaltigkeit
Nun wird weiter „optimiert“, British Airways will mit der Entscheidung die Pünktlichkeit verbessern und die operative Stabilität steigern. Die Größe der „Club Europe“-Business-Class-Kabine wird je nach Nachfrage vor jedem Flug flexibel angepasst. Mal umfasst der Premiumbereich nur wenige Reihen, auf anderen Flügen ist es die halbe Kabine. Bislang mussten die Crews bzw. Reinigungsteams die Stoffbezüge entsprechend umstecken oder austauschen. Ohne die Kopfschoner soll dieser Prozess deutlich schneller ablaufen.
Die Airline argumentiert laut PYOK mit Nachhaltigkeitsaspekten und einem geringeren Reinigungsaufwand. Da auf den Kurzstreckenmaschinen ohnehin Ledersitze verbaut sind, hätten die Stoffbezüge nur einen optischen Zweck erfüllt. Die Kopfstützen könnten zwischen den Umläufen einfach abgewischt werden. In erster Linie will man hier aber sicher Kosten sparen.
British Airways spart: Jetzt verschwinden selbst die Kopfschoner in der Business Class | Frankfurtflyer Kommentar
Eigentlich ist die Meldung doch höchstens nur eine Randnotiz wert. Die Maßnahme hat aber trotzdem viele in der Community verärgert, die Reaktionen in diversen Foren und sozialen Netzwerken sprechen eine klare Sprache. Schon wieder wird ein weiteres kleines Detail aus einem Produkt entnommen, das über die Jahre immer weiter abgespeckt wurde.
Ist als Nächstes der Champagner dran? Wird dann der freie Nebensitz nicht mehr garantiert? Entfällt der Loungezugang bei den günstigeren Tarifen? Einige Fluggesellschaften haben auch schon solche Maßnahmen umgesetzt, da ist also noch etwas Luft nach unten.
Auf Kopfschoner kann ich gerne verzichten. Vor allem wenn sich auf diesem noch so manch ein Haar vom Vorgänger befindet. Besonders auf Langstrecke, bei dem man mehrere Stunden seinen Kopf darauf hat, finde ich solche Schoner sogar als störend und teilweise unhygienisch da man diese sicher nicht nach jedem Flug mit austauscht. Den Lederbezug kann man ggf. noch mit einem Hygienetauch dann selbst reinigen.
Ich finde diese Kopfschoner aus Stoff auch irgendwie cringe – ich schlafe ja auch nicht auf dem selben Kopfkissen(bezug), auf dem jemand anderes geschlafen hat.
Und ich finde es wenig glaubwürdig, dass die für jeden Flug alle ausgetauscht wurden.
Ich kann diesen Schritt nur gut heißen.