Wir läuten an dieser Stelle wieder das Wochenende ein und blicken auf die vergangene Woche. Im Frankfurtflyer Coffeebreak präsentieren wir Euch jede Woche zehn spannende Themen aus der Welt der Luftfahrt und des Reisens, über die wir auf unserem Blog nicht berichtet haben. In der Lektüre, die wunderbar als Begleitung zum Kaffee am Morgen passt, findet Ihr oft mehr als nur ein paar Randnotizen. Die Kaffeepause servieren wir Euch samstags um 8:30 Uhr.
Diese Woche geht es unter anderem um das Ende einer Airbus-Teilflotte bei SWISS, besonders flexible Umbuchungsregeln bei Emirates, einen gefährlichen Zwischenfall am Flughafen Sydney und einen Wechsel an der Spitze der größten Flughäfen Europas.
SWISS verabschiedet sich vom Airbus A220-100
SWISS will ihre Flotte vereinheitlichen und sich endgültig vom kleineren Airbus A220-100 verabschieden. Wie CH-Aviation berichtet, sollen die verbliebenen Maschinen bis Ende 2027 aus dem aktiven Flugbetrieb genommen und zunächst eingelagert werden. Drei A220-100 wurden bereits stillgelegt. Künftig will SWISS ausschließlich auf die größere Variante A220-300 setzen, von der derzeit 21 Flugzeuge zur Flotte gehören. Durch die Ausmusterung der A220-100 soll die Verfügbarkeit der verbleibenden Teilflotte verbessert und die Planungssicherheit erhöht werden. Was langfristig mit den abgestellten Flugzeugen passiert, wird derzeit noch geprüft.
Air Uniqon streicht erste Strecke nach nur sechs Monaten
Air Uniqon hat bereits die erste Verbindung aus dem Streckennetz genommen. Die virtuelle Fluggesellschaft flog erst seit Januar viermal pro Woche zwischen Friedrichshafen und Düsseldorf, am 21. Juli wurde die Strecke bereits wieder eingestellt. Laut Branchenkreisen blieb die Nachfrage deutlich hinter den Erwartungen zurück. Düsseldorf ist inzwischen auch von der Webseite und aus der Buchungsmaske verschwunden. Air Uniqon verbindet Friedrichshafen weiterhin mit Berlin und Hamburg, im Sommer geht es von Berlin außerdem nach Sylt.

Beinahe-Kollision in Sydney: Fluglotse und Bodenmitarbeiter suspendiert
Nach zwei gefährlichen Zwischenfällen innerhalb weniger Wochen am Flughafen Sydney reagieren die australischen Behörden. Zuletzt kamen sich eine Jetstar-Maschine und eine Boeing 777 von Qatar Airways beim Rollen gefährlich nahe. Die Jetstar-Crew musste abrupt bremsen, ein Besatzungsmitglied wurde dabei verletzt. Ein beteiligter Fluglotse und ein Bodenmitarbeiter wurden inzwischen vom Dienst suspendiert, die Flugsicherheitsbehörde ATSB untersucht den Vorfall. Bereits Ende Juli hatten zwei Flugzeuge widersprüchliche Anweisungen erhalten.
Istanbul überholt London-Heathrow als größten Flughafen Europas
Der Flughafen Istanbul hat London-Heathrow im Juli als verkehrsreichsten Airport Europas abgelöst. Während in Istanbul 8,15 Millionen Passagiere gezählt wurden, kam Heathrow auf 7,86 Millionen Fluggäste. Gegenüber dem Vorjahr legte Istanbul damit um 2,3 Prozent zu, während Heathrow einen Rückgang von 1,5 Prozent verzeichnete. Besonders deutlich machten sich in London die Auswirkungen des Konflikts zwischen dem Iran und den USA bemerkbar. Auf Verbindungen in den Nahen Osten sank das Passagieraufkommen um mehr als 20 Prozent.
Miles & More Meilen jetzt bei Booking.com einlösen
Miles & More erweitert die Zusammenarbeit mit Booking.com. Teilnehmende können bei Hotelbuchungen künftig nicht nur Meilen sammeln, sondern diese auch zur Reduzierung des zu zahlenden Betrags einsetzen. Die Einlösung ist ab 3.000 Meilen möglich, die maximale Anzahl hängt vom jeweiligen Meilenkonto ab. Bestimmte lokale Steuern und Gebühren können nicht mit Meilen bezahlt werden, weshalb immer ein Restbetrag in bar anfällt. Die Meilen werden direkt vom Miles & More Konto abgezogen. Bestehende Vorteile sollen auch bei Buchungen mit Meileneinsatz erhalten bleiben.
Vorerst keine Pilotenstreiks mehr bei Lufthansa
Im Tarifkonflikt zwischen Lufthansa und der Vereinigung Cockpit zeichnet sich vorerst Entspannung ab. Beide Seiten haben sich auf ein umfassendes Schlichtungsverfahren verständigt, weitere Pilotenstreiks sind damit zunächst vom Tisch. Verhandelt werden offene Tariffragen bei Lufthansa, Lufthansa Cargo, Lufthansa CityLine und Eurowings, zusätzlich ist eine Mediation vorgesehen. In diesem Jahr hatte die Gewerkschaft ihre Mitglieder bereits an sieben Tagen zum Streik aufgerufen. Lufthansa beziffert die dadurch entstandenen Kosten auf rund 150 Millionen Euro.
Lufthansa City Airlines wächst trotz Schlichtung weiter
Die Schlichtung zwischen Lufthansa und der Vereinigung Cockpit bremst den Ausbau von Lufthansa City Airlines offenbar nicht. Zwar hat Lufthansa zugesagt, die Zahl der Flugzeuge bei der Mainline und Lufthansa Cargo während des Verfahrens stabil zu halten. Laut Ver.di können durch Neuauslieferungen aber weiterhin Flugzeuge in andere Flugbetriebe verschoben werden. Lufthansa City Airlines betreibt derzeit 15 Airbus A320neo und vier A319. Bis Jahresende sollen nach Informationen von aero.de fünf weitere A320neo hinzukommen. Gegen November oder Dezember wird außerdem der erste Airbus A220-300 erwartet.
Condor startet ab Zürich nach Korfu und Lamezia Terme
Condor erweitert im Sommer 2027 das Streckennetz ab Zürich um zwei neue Urlaubsziele. Ab dem 17. Mai fliegt der Ferienflieger zweimal pro Woche mit einem Airbus A320 nach Lamezia Terme in Kalabrien. Anfang Juli kommt mit Korfu ein weiteres Ziel hinzu. Die griechische Insel wird zunächst einmal wöchentlich bedient, ab dem 21. Juli erhöht Condor die Frequenz auf zwei Flüge pro Woche. Auf dieser Strecke soll ein Airbus A320neo zum Einsatz kommen.
Passagiere drohen auf Alaska-Airlines-Flug mit Übernahme des Cockpits
Ein Flug von Alaska Airlines musste in Miami kurz nach dem Zurückstoßen zum Gate zurückkehren. Zwei Passagiere hatten sich an Bord der Boeing 737 auf dem Weg nach Seattle auffällig verhalten und sollen unter anderem mit einer möglichen Übernahme des Flugzeugs gedroht haben. Die Cockpitcrew leitete daraufhin das vorgesehene Sicherheitsverfahren ein. Die Polizei holte beide Personen aus dem Flugzeug, stellte nach einer Untersuchung jedoch keine glaubwürdige Bedrohung fest. Anschließend konnte der Flug fortgesetzt werden. Alaska Airlines hat die beiden Passagiere vorübergehend von eigenen Flügen ausgeschlossen.
Pünktlichkeit zwischen Hamburg und Berlin bricht nach Sanierung ein
Die milliardenschwere Sanierung der Bahnstrecke zwischen Hamburg und Berlin hat bislang nicht für mehr Zuverlässigkeit gesorgt. Zwischen Mitte Juni und Mitte Juli erreichten laut einem Bericht der „Bild“ nur 25,8 Prozent der Fernzüge ihr Ziel pünktlich. Vor den Bauarbeiten waren es noch 49,6 Prozent. Die Deutsche Bahn begründet die Probleme mit Restarbeiten auf der frisch sanierten Strecke. Für rund 2,7 Milliarden Euro wurden auf 278 Kilometern unter anderem Gleise, Weichen, Oberleitungen und Signaltechnik erneuert. Die dafür notwendige Vollsperrung dauerte zehn Monate und endete Mitte Juni sechs Wochen später als ursprünglich geplant.
Das ☕ Frankfurtflyer Coffeebreak Titelbild stammt diese Woche aus folgendem Beitrag:
Antworten