Condor zum Sparen verdonnert: 200 Millionen Euro müssen weg

Ein Airbus A330-900NEO von Condor. Foto: Alex

Der steigende Kerosinpreis macht vielen Fluggesellschaften zu schaffen, auch beim Ferienflieger Condor muss man daher reagieren. Der Investor Attestor drückt auf die Kostenbremse, die Airline muss sparen. Es geht um jeweils 100 Millionen Euro in den kommenden beiden Geschäftsjahren, auch die Belegschaft wurde aufgefordert, ihren Beitrag zu leisten. Gleichzeitig will Condor kräftig wachsen und den Umbau vom Ferienflieger zum Netzwerkcarrier vorantreiben.

Das Wichtigste auf einen Blick:

💰 200 Millionen Euro als Ziel: Condor soll in den kommenden beiden Geschäftsjahren viel Geld einsparen.
👥 Personal soll beitragen: Von der Belegschaft werden Einsparungen von 35 Millionen Euro pro Jahr erwartet.
✈️ Gleichzeitig starkes Wachstum: Condor plant rund 32 Prozent mehr Abflüge und etwa zehn Prozent mehr Personal.

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Die Geschäftsführung hat die Belegschaft am Donnerstag über das Sparprogramm informiert. Nach Angaben der Gewerkschaften UFO und Verdi muss Condor sowohl im Geschäftsjahr von Oktober 2026 bis Oktober 2027 als auch im darauffolgenden Geschäftsjahr jeweils 100 Millionen Euro einsparen. Von den jährlich geforderten 100 Millionen Euro sollen 65 Millionen durch niedrigere Ausgaben für Lizenzen sowie Verträge mit verschiedenen Partnern erreicht werden.

Weitere 35 Millionen Euro sollen von der Belegschaft kommen. Rund zehn Millionen Euro davon entfallen nach Angaben von UFO auf die Kabine. Condor selbst bestätigt zwar Gespräche über einen sogenannten „Zukunftspakt“, äußert sich aber nicht konkret zur genannten Höhe der Sparziele. Man habe sich mit den Verhandlungspartnern auf wesentliche Eckpunkte verständigt. Die Maßnahmen sollen die Wettbewerbsfähigkeit stärken und gleichzeitig ermöglichen, den eingeschlagenen Wachstumskurs fortzusetzen.

Gewerkschaften verhindern Nullrunden bis 2030

Für die Beschäftigten hätten die Einschnitte noch deutlicher ausfallen können. Nach Angaben der Gewerkschaften hatte Condor zunächst gefordert, die tariflichen Stufensprünge auszusetzen und bis 2030 auf reguläre Gehaltssteigerungen zu verzichten. Die Gewerkschaften lehnten Einsparungen über den Vergütungstarifvertrag jedoch ab. Die Stufensprünge sollen daher nicht ausgesetzt werden. Wie genau der geforderte jährliche Beitrag der Belegschaft in Höhe von 35 Millionen Euro erbracht werden soll, ist damit noch nicht geklärt.

Hinter dem Spardruck steht auch Mehrheitseigner Attestor. Der Investor hält 51 Prozent an Condor und hat nach Angaben der Gewerkschaften deutlich gemacht, dass das geplante Wachstum ohne entsprechende Einsparungen nicht im bisherigen Umfang unterstützt werden könne.

Foto: Condor

Condor will gleichzeitig kräftig wachsen

Der Titel klingt etwas widersprüchlich, denn Condor ist heute schon größer als je zuvor und plant den nächsten großen Wachstumsschritt. Die Abflüge sollen um rund 32 Prozent steigen, beim Personal ist ein Zuwachs von etwa zehn Prozent vorgesehen. Das Ganze hängt mit dem Umbau des Geschäftsmodells zusammen.

Condor entwickelt sich vom klassischen Ferienflieger zunehmend zu einem Netzwerkcarrier und hat dafür zahlreiche Städteverbindungen aufgenommen. Eigene Zubringer nach Frankfurt spielen seit dem Ende der früheren Zusammenarbeit mit Lufthansa eine viel größere Rolle. Der Ausbau fällt allerdings in eine schwierige Phase, neben dem gestiegenen Kerosinpreis leidet Condor unter dem starken Wettbewerb und Lieferverzögerungen bei Airbus.

Condor zum Sparen verdonnert: 200 Millionen Euro müssen weg | Frankfurtflyer Kommentar

Condor will so stark wachsen wie noch nie und den Umbau zum Netzwerkcarrier vorantreiben, gleichzeitig sollen in den kommenden beiden Geschäftsjahren jeweils 100 Millionen Euro eingespart werden. Klingt widersprüchlich. Warten wir mal ab wo man den Rotstift ansetzt und ob die Kürzungen auch für die Passagiere spürbar werden.

Dabei hat sich Condor in den vergangenen Jahren eigentlich so gut entwickelt. Das markante Design ist inzwischen etabliert, die Flotte wurde deutlich modernisiert und auch die Business Class auf der Langstrecke kann mit den Sitzen der Mitbewerber gut mithalten. Vielleicht können weitere Partnerschaften dabei helfen, erst vor Kurzem kam eine Kooperation mit American Airlines hinzu.

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