Lufthansa stellt die Verbindung zwischen Frankfurt (FRA) und Bremen (BRE) in wenigen Wochen ein. Oder doch nicht? Nach Protesten des Landes Bremen kommt nun nochmals Bewegung in die Angelegenheit. Lufthansa und Bremen suchen nach einer für beide Seiten tragbaren Lösung.
✈️ Lufthansa und Bremen suchen nach einer Lösung für den Erhalt der Strecke Frankfurt–Bremen.
📉 Wirtschaftlichkeit bleibt das zentrale Problem nach dem Aus der Lufthansa Cityline.
🏛️ Politik und Wirtschaft könnten mit Gebührenrabatten oder Zuschüssen eingreifen.
Der Aufschrei in Wirtschaft, Politik und Medien im Norden der Republik war groß, als Lufthansa das Aus der Flugstrecke Frankfurt – Bremen vor wenigen Tagen verkündete. Die Entwicklung war absehbar. Lufthansa konzentriert die sekundären Flughäfen immer mehr auf einen ihrer Hubs. Doch für Bremen kam die Nachricht dennoch überraschend, dass die Hansestadt ab Juli 2026 nur noch an das Lufthansa-Drehkreuz München angebunden sein soll.
Flüge zwischen Bremen und Frankfurt sollen erhalten bleiben
Jetzt schaltete sich sogar Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) ein und telefonierte mit Lufthansa-Vorstandsvorsitzendem Carsten Spohr. Ziel des Gesprächs war es laut butenunbinnen.de, Bremen auch weiterhin an das Lufthansa-Hub Frankfurt anzubinden.
Zwar konnte in dem ersten Gespräch zwischen Bovenschulte und Spohr noch keine Einigung erzielt werden, doch die Situation scheint nicht ganz ausweglos. Beide Seiten haben sich wohl darauf verständigt, nach einer für beide Seiten wirtschaftlichen Lösung zu suchen. Weiterführende Gespräche sollen folgen.
Doch wie könnte solch eine wirtschaftlich tragfähige Lösung aussehen? Lufthansa hat gerade ihre Regionalflugtochter Cityline aufgegeben. Damit ist auch die Flotte der kleinsten Flugzeuge des Konzerns weggefallen. Wenn Lufthansa weiterhin zwischen Frankfurt und Bremen fliegen will, braucht es also eine gute Auslastung auf Mittelstreckenflugzeugen wie der Airbus-A320-Familie.
Welche Lösungen sind in Sicht?
Eine bessere Nachfrage und damit höhere Auslastung könnte durch eine gemeinsame Marketing-Kampagne erzeugt werden. Marketing-Kosten, die vermutlich zulasten der klammen Kassen des Bundeslandes Bremen und vielleicht noch des Nachbarn Niedersachsen gehen.
Eher wahrscheinlich ist noch eine Reduzierung der Flughafengebühren. Der Bremen Airport könnte Rabatte auf Start- und Landegebühren gewähren oder aber die Abfertigungs- und Passagiergebühren reduzieren. Bei den Verlusten, die der Flughafen Bremen schreibt, ist dies jedoch eine Herausforderung. Und wahrscheinlich bleibt das Pissoir in der Gepäckhalle dann noch zwei Jahre außer Betrieb.
Am Flughafen Paderborn (PAD) hat sich die Wirtschaft zusammengerottet und eine eigene Fluggesellschaft auf die Beine gestellt. Dazu soll es im Fall Bremen nicht kommen. Möglicherweise springt jedoch die Wirtschaftsförderung Bremen ein und unterstützt mit Zuschüssen.
Bremen kämpft um Lufthansa-Verbindung nach Frankfurt | Frankfurtflyer Kommentar
Achtung, liebe Bayern. Wenn der amtierende Bürgermeister des Landes Bremen zum Telefonhörer greift, könnte es für euch teuer werden. Bundesweit ist das Land Bremen dafür bekannt, eine desaströse Wirtschaftspolitik zu betreiben und über den Länderfinanzausgleich völlig irre Maßnahmen zu finanzieren.
Zwar ist eine Flugverbindung zwischen Bremen und Frankfurt nicht annähernd so irre wie die Bremer Freikarte, welche jedes Bremer Kind jährlich erhält, aber dennoch sollte die Politik sich nicht einmischen. Wenn ein Unternehmen entscheidet, dass eine Verbindung wirtschaftlich nicht relevant ist, dann ist das so. Und falls es das nur als Druckmittel nutzt, sollte sich die Politik besonders nicht darauf einlassen.
Was denkt Ihr darüber, dass der Bremer Bürgermeister sich jetzt einschaltet? Kommentiert gerne unter diesem Beitrag.
Quelle: butenunbinnen.de
Völlig richtig, der Bürgermeister kämpft um die Verbindung. Ein Zuschuss ist natürlich keine gute Lösung, aber kein verbranntes Geld.
Bremer Freikarte: falsches Thema.
35 Verbindungen pro Woche (Status Quo) sind nicht wirtschaftlich, viell. sind 2 Verbindungen pro Tag ein guter Kompromiss.
Was passiert mit den Flugzeugen der Cityline? Sie bleiben doch in der Lufthansa Group, oder?
Bremen hat mehr Relevanz als Paderborn und ist der einzige Flughafen im Nordwesten.
Nein, die werden bzw. wurden stillgelegt.
Mit Hannover und Hamburg gibt es ja noch ausreichend Alternativen in der Region.
Für Urlaubstourismus ist ein Umweg von mindestens zwei Stunden Fahrzeit sicherlich zumutbar, jedoch nicht für Geschäftsflüge und den Umsteigeverkehr attraktiv, die nicht dem klassischen Urlaubstourismus entsprechen.
Ja, verstehe ich total. Aber es gibt auch Geschäftsleute in Neubrandenburg oder Wolfsburg.
Tatsächlich bin ich sehr häufig mit Standort Bremen ab HAJ oder HAM geflogen. Mehr als zwei Stunden Fahrtzeit hatte ich genau 1x.
Da mache ich dann doch zukünftig lieber meine ca. 3 bis 4 Fernflüge im Jahr über Amsterdam oder Istanbul bevor ich die Zeit im Auto sitze und nach Hamburg oder Hannover fahre. Es muss nicht Frankfurt oder München sein, wenn ich nicht gerade dort hin muss.
Ich kann nur Zürich wärmsten empfehlen, aber leider sind die Verbindungen von Bremen überschaubar und als Zubringer eher schwierig.
Wenn die Sozialisten Bremen nicht über Jahrzehnte systematisch zerstört hätten, wäre diese Verbindung vielleicht noch halbwegs wirtschaftlich zu betreiben.
Inzwischen ist Bremen zu einem herabgewirtschafteten Provinzkaff verkommen, dass es dort überhaupt noch einen Flughafen braucht, erstaunt.
So einfach wie die Gleichung am Ende des Artikels ist die Realität nicht. Die Lufthansa taktiert hier mit Sicherheit, ich fliege häufig von Bremen und in 3/4 der Fälle ist der Flug „voll ausgebucht“ (laut LH, real dann eher 85% – 95% Auslastung). Das sich fünf Flüge am Tag nicht lohnen mag sein, die realistische Option wäre eine Ausdünnung des Flugplans gewesen, die taugt aber als Druckmittel kaum.
Die Politik sollte sich bei der Betrachtung der Gesamtlage nicht allein darauf konzentrieren den Verlust des Flughafen Bremen zu reduzieren, sondern abzuwägen welcher Weg einen größeren Mehrwert für Bremen insgesamt generiert und bei dem Vergleich gehe ich davon aus, dass die 2,8 Millionen Verlust, die der Flughafen in 2024 eingefahren hat, Peanuts sind.
LH hat jetzt einfach zu wenig Flugzeuge und reduziert dort, wo sie es am ehesten verkraften können. Da sind Provinzflughäfen, die an zwei Drehkreuze angebunden sind, prädestiniert. Das ist im Prinzip die einfache Gleichung.
KLM wartet schon, mehr Bremer über den Atlantik und in die ganze Welt zu fliegen.
Für die LH dauert Umlauf nach MUC mindestens eine Stunde länger gegenüber einem Umlauf nach FRA – das ist airtime, die ich mit dem selben Fluggerät auch anderswo nutzen könnte. Dazu besteht ab FRA das größere Interkont-Netz und man könnte mehr Umsteiger damit erreichen.
Es muss also handfeste Gründe (mehr P2P Passagiere als Umsteiger?) geben, warum man ex BRE lieber nach MUC statt nach FRA fliegt.
Würde mich mal interessieren, die Zahlen zu sehen, die zu dieser Entscheidung geführt haben.