Emirates darf jetzt auch nach Berlin fliegen (Lufthansa spart nicht an Kritik)

Fast 20 Jahre versucht Emirates schon, Flugrechte nach Berlin zu bekommen, und eigentlich würde die Airline aus Dubai auch gerne nach Stuttgart fliegen, neben ihren aktuellen Zielen in Deutschland: Frankfurt, München, Hamburg und Düsseldorf. Nun hat sich die Bundesregierung in Berlin im Rahmen eines Staatsbesuches des Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate darauf geeinigt, dass Emirates bzw. eine Airline aus den Vereinigten Arabischen Emiraten zu einem fünften Ziel in Deutschland fliegen darf.

Das Wichtigste auf einen Blick:

🇩🇪 Fünftes Ziel genehmigt: Airlines aus den Vereinigten Arabischen Emiraten dürfen künftig einen weiteren deutschen Flughafen mit bis zu sieben Flügen pro Woche bedienen.
✈️ Emirates vor Berlin-Start: Emirates hat sich bereits auf tägliche Flüge zwischen Dubai und Berlin ab Dezember 2026 mit einer Boeing 777-300ER vorbereitet.
⚔️ Lufthansa übt Kritik: Der Konzern warnt vor Wettbewerbsnachteilen und einer Verlagerung von Wertschöpfung und Arbeitsplätzen an den Golf.

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Ganz ohne Auflagen gehen diese Flugrechte natürlich nicht einher, denn das fünfte Ziel ist aktuell auf 7 Flüge pro Woche gedeckelt. Damit dürften Emirates (oder Etihad und Fly Dubai) einen täglichen Flug zum Beispiel nach Berlin anbieten. Emirates hat sich dabei auch schon vor Längerem auf Flüge ab Dezember 2026 in die Bundeshauptstadt vorbereitet.

In der gemeinsamen Erklärung von Deutschland und den Vereinigten Arabischen Emiraten wird weder Berlin noch Emirates direkt genannt. Man spricht lediglich von einem fünften Ziel in Deutschland durch eine Airline aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Des Weiteren sind Flüge der fünften Freiheit ab dem fünften Ziel in Deutschland nicht gestattet, und Emirates dürfte damit zum Beispiel nicht von Dubai über Berlin nach New York fliegen.

Eine weitere Auflage, welche die Airlines aus den Vereinigten Arabischen Emiraten nun in Deutschland bekommen haben, ist auch, dass sie die Flüge nach Frankfurt, München, Hamburg und Düsseldorf auf dem aktuellen Niveau halten müssen und hier keine zusätzlichen Frequenzen anbieten dürfen. Sehr wohl hätte allerdings Emirates die Möglichkeit, auf allen Flügen in Deutschland den Airbus A380 einzusetzen, was natürlich die Kapazitäten deutlich steigern würde. Nach Berlin ist allerdings aktuell der Einsatz einer Boeing 777-300ER geplant.

Foto: Emirates Airbus A380

Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU):

Die zusätzlichen Flüge der Fluggesellschaft sind dabei auf maximal sieben Flüge pro Woche begrenzt. Gleichzeitig schließen wir ein Flugangebot der Airline zwischen dem fünften Landepunkt und Drittstaaten aus. Damit stärken wir den Luftverkehrsstandort Deutschland.

Während in den offiziellen Ankündigungen der Bundesregierung oder auch der Regierung der Vereinigten Arabischen Emirate aktuell weder Emirates noch Berlin konkret genannt werden, sprechen zum Beispiel Bundestagsabgeordnete und auch Landtagspolitiker aus Berlin ganz klar von sieben Flügen pro Woche von Emirates nach Berlin ab Dezember. Es würde mich auch sehr überraschen, wenn es hier anders kommen würde.

Das vor Kurzem noch diskutierte Wechselmodell, bei dem Emirates mit sieben Flügen die Woche täglich zwischen Berlin und Stuttgart wechseln könnte, scheint allerdings nach dieser Vereinbarung nicht möglich zu sein.

Deutliche Kritik von Lufthansa

Für Lufthansa sind die Airlines aus der Golfregion seit Jahrzehnten ein Problem, da sie eine enorme Konkurrenz auf den Flügen, vor allem nach Asien und Afrika, darstellen. Über Drehkreuze in Dubai, Abu Dhabi oder Doha können Emirates, Qatar Airways oder auch Etihad Airways sehr attraktive Verbindungen mit einer erstaunlich niedrigen Kostenstruktur in viele Teile der Welt anbieten, wodurch sie für Lufthansa und andere europäische Airlines seit Jahrzehnten zu ernst zu nehmenden Wettbewerbern geworden sind.

Seit Jahrzehnten lobbyiert Lufthansa daher dagegen, Airlines wie Emirates oder Qatar Airways zusätzliche Landerechte in Deutschland bzw. in ganz Europa einzuräumen. Dementsprechend übt man nun auch scharfe Kritik an der Entscheidung der Bundesregierung.

Die heute vereinbarte Ausweitung von Verkehrsrechten zugunsten der Vereinigten Arabischen Emirate verlagert Wertschöpfung und Arbeitsplätze an den Golf und verstärkt die Wettbewerbsverzerrung weiter.
Die angespannte Lage bei den innerdeutschen Strecken, die die Metropolregionen an heimische Drehkreuze anbinden, wird mit dieser Politik weiter belastet. Diese Bundesregierung schießt zu viele Eigentore.

Emirates darf jetzt auch nach Berlin fliegen | Frankfurtflyer Kommentar

Für Emirates und auch den Berliner Flughafen ist die Entscheidung der Bundesregierung nun ein großer Erfolg. Denn auch wenn es natürlich „nur“ eine Langstrecke nach Dubai ist, sind die Anschlüsse, die man über Dubai vor allem nach Asien, Australien und Afrika erhalten kann, durchaus sehr attraktiv. Dabei sollte man auch beachten, dass es für Passagiere aus Berlin mit nur einem Stopp möglich ist, deutlich mehr Ziele zu erreichen als über ein europäisches Drehkreuz wie Frankfurt oder München. Man denke hier nur an die vielen Ziele in Afrika oder Indien, welche Emirates bedient.

Dass es Lufthansa überhaupt nicht schmeckt, dass Emirates nun noch mehr Zugang zum deutschen Markt bekommt, ist weniger überraschend. Auch, dass man nun mit Eurowings in direkter Konkurrenz zu Emirates ab Berlin nach Dubai fliegen muss, wird sicherlich nicht zur Wirtschaftlichkeit des eigenen Fluges beitragen. Das muss man ganz klar sagen: Warum sollte ein Passagier mit Eurowings nach Dubai fliegen, wenn er auch einen Direktflug mit Emirates haben kann? Außer, Eurowings ist nennenswert günstiger.

Vermutlich sieht man in Dubai die neuen Flugrechte nach Berlin allerdings auch nur als ersten Teil des Erfolgs, denn man darf davon ausgehen, dass man gerne mehr als einmal pro Tag nach Berlin fliegen möchte. Zum Vergleich: Qatar Airways kommt bis zu dreimal am Tag aus Doha nach Berlin.

2 Kommentare

  1. LH hat Berlin sowas von stiefmütterlich behandelt. Gerade mal für EW sind wir gut genug. Außer an die Hubs werden wir von keiner der Kernairlines angeflogen. Aber jetzt aufregen. Sorry, geht gar nicht. Es gab Zeiten, da wollte LH mal Langstrecke von Berlin fliegen, haben sie nach IAD auch gemacht. Saß selber drin.
    Und es muss ihnen ja wohl klar sein, dass Berlin alles daran setzt, mehr Langstrecken zu bekommen.

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