Historisch gesehen liegt die Stärke von Emirates mit dem einen zentralen Hub in Dubai darin, dass man von hier mit nur einem Stop in Dubai fast jedes Ziel der Welt erreichen kann. So war es seither die Strategie von Emirates, mit einem Stop in Dubai die Welt miteinander zu vernetzen. Es gibt allerdings doch Ziele, welche aus Dubai so weit entfernt sind, dass ein Non-Stop-Flug nicht möglich oder schwierig ist, wirtschaftlich darzustellen.
✈️ Neue Langstrecke: Emirates plant Berichten zufolge einen Fifth-Freedom-Flug von Dubai über Mailand nach Lima.
🌎 Mini-Hub in Mailand: Auch Flüge nach Los Angeles, Mexico City, São Paulo und Santiago de Chile sollen im Gespräch sein.
⚔️ Konkurrenz für Lufthansa: Ein Emirates-Langstreckennetz ab Mailand könnte Lufthansa und ITA Airways im wichtigen norditalienischen Markt unter Druck setzen.
Emirates bietet daher auch eine ganze Reihe von sogenannten Fifth Freedom Flügen an, bei welchen man aus Dubai in eine Drittstadt fliegt und von dort weiter zum Endziel. Ein Beispiel hierfür ist zum Beispiel der Flug von Dubai über Mailand nach New York (JFK). Hierbei darf Emirates auch nur auf dem Sektor zwischen Mailand und New York Passagiere und Fracht transportieren, was natürlich ein sehr lukratives Zusatzgeschäft ist und der Stadt damit zusätzliche Langstreckenverbindungen bringt.
Nun gibt es allerdings sehr glaubwürdige Berichte der italienischen Zeitung Corriere della Sera, dass Emirates das Langstreckenangebot ab Mailand Malpensa noch weiter ausbauen möchte und man gerade die Genehmigung für 5th-Freedom-Flüge von Dubai über Mailand nach Lima versucht zu erhalten. Die Verbindung zwischen Mailand und Lima gilt als eine Strecke mit verhältnismäßig hoher Nachfrage, welche aktuell von keiner anderen Airline non-stop bedient wird. So dass es durchaus denkbar ist, dass Emirates diese Chance nutzt, um hier selbst Flüge nach Peru anbieten zu können.
Lima selbst wäre aus Dubai heraus unglaublich schwer zu bedienen, da die Flugstrecke mit 17.000 km mit fast keinem Passagierflugzeug möglich ist, das ist nicht der Fall, wenn man diese auch mit Passagieren und Fracht beladen möchte. Daher macht ein 5th-Freedom-Flug über Mailand tatsächlich hier viel Sinn, mit vier täglichen Flügen ist Mailand aktuell ohnehin eines der wichtigsten Ziele im Netzwerk von Emirates. Tatsächlich wird auch die Genehmigung dieser Strecke schon in den kommenden Wochen erwartet.

Wirklich interessant wird es allerdings, dass in dem Bericht auch darüber geschrieben wird, dass Emirates noch gerne weitere 5th Freedom Flüge ab Mailand anbieten möchte. Wird die Zeitung auch sehr konkret und spricht über Nonstop-Flüge nach Los Angeles, Mexico City, Sao Paulo und Santiago de Chile. Bis auf Sao Paulo sind dies alles Städte, die aktuell nicht von Mailand nonstop angeflogen werden.
Sollte Emirates diesen Weg tatsächlich gehen, wäre es interessant, wie man dieses Szenario genau spielen möchte, denn jede Langstrecke aus Mailand heraus würde noch einen Flug nach Dubai verlangen. Sollte man wirklich insgesamt sechs tägliche 5th-Freedom-Flüge aus Mailand durchführen wollen, dies auf sechs Flüge täglich zwischen Mailand und Dubai verlangen.
Dabei ist Mailand allerdings schon jetzt sehr gut angebunden, und man fliegt aktuell dreimal täglich auch mit dem Airbus A380 zwischen Dubai und Mailand. So dass es von der Nachfrage an Passagieren nicht ausgeschlossen ist, dass man diesen Weg versucht.

Wäre es ein direkter Angriff auf die Lufthansa Gruppe?
Auch wenn es sich bei den Plänen von Emirates aktuell nur an einem Gerücht teilen wird, ist es natürlich ausgesprochen interessant, auch in Bezug auf die Lufthansa-Gruppe. Italien, insbesondere Norditalien, ist für Lufthansa der wichtigste Markt außerhalb der Heimatmärkte, allerdings hat man sich bei der Strategie, insbesondere von ITA Airways, daraufhin ausgerichtet, alle Langstrecken über Rom abzuwickeln.
Passagiere, die mit der Lufthansa-Gruppe (egal ob mit Lufthansa, SWISS oder ITA Airways) eine Langstrecke fliegen wollen, müssen, wenn sie aus dem wirtschaftlich starken Norden rund um Mailand kommen, zwingend eine Umsteigeverbindung über Rom, Frankfurt, München oder Zürich wählen.
Die Lufthansa-Gruppe, insbesondere ITA Airways, bietet aktuell keine Langstrecken ab Mailand an, was auch deshalb überraschend ist, da man zu Alitalia Zeiten aus Mailand durchaus noch eine ganze Reihe von Langstreckenflügen angeboten hat. Darum darf man natürlich davon ausgehen, dass es hier durchaus einen recht hohen Bedarf an Non-Stop-Flügen, auch aus Mailand heraus, gibt.
Wenn tatsächlich eine Airline wie Emirates anfangen würde, aus Mailand eine nicht unerhebliche Anzahl an Langstreckenflügen anzubieten, dann wäre dies durchaus für Lufthansa sicherlich eine nicht allzu erfreuliche Nachricht.

Emirates plant einen Mini-Hub in Mailand | Eine Herausforderung für die Lufthansa-Gruppe in Italien? | Frankfurtflyer Kommentar
Der Gedanke, dass Emirates ab Mailand eine Art Mini-Hub aufbauen könnte, mit welchem man eine ganze Reihe von Langstreckenflügen nach Nord- und Südamerika durchführt, ist durchaus extrem spannend. Dabei wäre die Wahl von Mailand wahrscheinlich auch nicht zufällig, denn diese Metropole ist aktuell eine der in Europa, die tatsächlich eine große Nachfrage nach Langstreckenflügen hat. Allerdings ist das Angebot hier recht überschaubar, was mit dem Rückzug von Alitalia (ITA Airways) auf der Langstrecke aus Mailand zu tun hat.
Entsprechend könnte solch ein Konzept durchaus erfolgreich sein, allerdings würde dies auch für Emirates mit einer ganzen Reihe von Herausforderungen kommen. Dass man wirklich sechstägliche Flüge zwischen Dubai und Mailand anbieten kann und vernünftig füllen kann, ist sehr fraglich, auch wenn hier noch eine große Anzahl von Passagiernehmern mit an Bord wäre, die weiter auf den Fifth Freedom Flügen nach Nord- und Südamerika fliegen würden.
Tatsächlich könnte Emirates hier aber recht schnell einen sehr großen Marktanteil der Langstreckenpassagiere aus Mailand abgreifen, denn nicht nur, dass man nach Nord- und Südamerika dann sehr attraktive Angebote bietet. Darüber hinaus kann man dann aus Mailand noch nach ganz Asien und Afrika, sehr konkurrenzfähige Verbindungen anbieten.
Ich persönlich sehe dieses Szenario zwar noch nicht, allerdings ist allein das Gedankenspiel äußerst spannend.
Danke: OMAAT
Äußerst interessant.
Ich denke, das Problem der „überschüssigen“ Verbindungen MXP-DXB ließe sich durch drei bis vier wöchentliche Rotationen zu den Fernzielen in den Griff bekommen.
Alternativ werden diese Routen mit der „kleineren“ B777 bzw dem bei EK neuen A350 durchgeführt. Immerhin hat man davon über 70 Exemplare geordert.
Letztere Überlegung deutet für mich sogar darauf hin, dass EK dieses Konstrukt auch noch über weitere Minihubs verfolgt und damit seinen Umsatz weiter effektiv steigern will.
Für LH dürfte das nicht nur ziemlich, sondern äußerst schwerzhaft werden.
Für den Kunden ex LIN/MXP sicher gut. In der Folge werden wir dann hier öfters über gute LH-Group-Angebote von MXP via FRA/MUC/ZRH lesen, ähnlichen denen, die es heute bereits aus dem skandinavischen Raum oder z.B. ab PRG/BUD gibt.
Nur wir Frankfurtflyer profitieren leider nicht wirklich davon.
Schadet überhaupt nichts, wenn jemand LH mit ihrem Wachstumsgebaren etwas die Flügel stutzt.
Ich jedenfalls fliege im Oktober zum ersten Mal mit EK nach DXB.
Hinweg mit Triple Seven, Rückweg mit 350-900. Freue mich und bin gespannt !
Die Antwort wird dann wohl Discover Italy oder Alitalia heißen.
Unglaublich wie naiv die Europäer sind und Drittstaaten solche Rechte geben.
Das haben sich die Europäer selbst eingebrockt. Bis Ende der 1980er-Jahre war es üblich, auf Flügen zwischen Europa und Südostasien einen Tankstopp in der Golfregion einzulegen. Die damalige Generation von Langstreckenflugzeugen schaffte diese Routen nicht nonstop (oder wenn, dann nur mit Nutzlasteinschränkungen). Er erschien den Europäern natürlich sinnvoll, in Abu Dhabi, Bahrain oder Dubai auch Passagiere mitzunehmen, somit wurden in Staatsverträgen Fünfte-Freiheit-Rechte eingeräumt. Im Gegenzug mussten die Europäer den arabischen Staaten natürlich Gegenrecht gewähren. Das schien in den 1970er- oder 80er-Jahren kein Problem zu sein, denn wie hätten die seinerzeit kleinen Mini-Airlines vom Golf den Europäern ernsthaft in Konkurrenz treten sollen? Die Zeiten ändern sich, und nun stehen die ME3-Carrier da und berufen sich auf die vor Jahrzehnten abgeschlossenen Staatsverträge…
Warum? Sieht man doch an der Strategie der LH Group keine Langstreckenflüge mehr aus Mailand anbieten zu wollen. Der Flughafen muss auch wirtschaftlich arbeiten und hat die Kapazitäten, also werden diese anderen willigen Kunden angeboten. So funktioniert Marktwirtschaft und die Kunden profitieren auch davon. Alles gut.
Wenn Lufthansa clever ist bietet man EK einen Kuhhandel an: EK verzichtet zumindest auf einen Teil der geplanten Flüge und dafür bekommt man Berlin. Wenn LH noch cleverer ist, verkauft man das Ganze als völlig freiwillige Wohltat für den Luftfahrtstandort Berlin und sichert sich im Gegenzug paar Gefälligkeiten aus dem Bundesrat.
Nur eine Randbemerkung:
Emirates unterhält über die digitale Plattform „Worldwide by easyJet“ eine virtuelle Interline- und Anschlussflug-Partnerschaft mit easyJet sowie eine Vereinbarung zur Einlösung von Vielfliegermeilen.
Mailand-Malpensa ist easyJets größte Basis auf dem europäischen Festland und das wichtigste Drehkreuz der Fluggesellschaft in Italien – und nicht bloß eine kleinere Fokus-Destination.
klingt sehr spannend. unbedingt dran bleiben. und nebenbei würde ich die Emirates Führung 10 mal klüger einschätzen als die Nasen bei LH
Geschieht der LHG recht, wenn sie nicht so eine Blockade gegen Stuttgart und Berlin machen würden gegen EK dann sucht sich EK ein anderes Feld aus und Mailand tut der LHG mehr weh wenns dort richtig kracht mit Emirates.