Wir haben schon im Dezember darüber berichtet, bei THAI Airways zeichnet sich eine Großbestellung von bis zu 80 Boeing 787 Dreamliner ab. Laut der Nachrichtenagentur Reuters wurde bereits eine Festbestellung über 45 Exemplare aufgegeben. Hinzu kommen noch Optionen, die den Umfang des Vertrags auf rund 80 Flugzeuge erhöhen könnten. Offiziell will man die Nachricht erst später im Februar verkünden, in Boeings veröffentlichtem Auftragsbestand ist aber eine Order über 45 Flugzeuge von einem nicht genannten Kunden.
Review: Thai Business Class Boeing 787 Brisbane nach Bangkok
Weder Boeing noch die Airline haben sich bisher dazu geäußert. Reuters hat aber schon mehrere Details ans Licht gebracht. Demnach sollen die Flugzeuge von GE Aerospace Turbinen angetrieben werden, diese sind derzeit Marktführer bei den 787-Triebwerken. Eine Alternative bietet Rolls-Royce, auch THAI hat schon einige Maschinen mit deren Turbinen im Betrieb.
Branchenquellen zufolge gab es aber Meinungsverschiedenheiten mit Rolls-Royce, die Kosten für die Triebwerkswartung waren THAI wohl zu hoch. Dabei ist das Mitglied der Star Alliance langjähriger Kunde von Rolls-Royce, neben den bisher ausgelieferten Dreamliner sind auch alle Airbus A350 mit den Turbinen der Briten ausgerüstet.

Erfolg für Boeing | THAI Airways bestellt 45 Dreamliner und will noch mehr | Frankfurtflyer Kommentar
THAI hat also schon bestellt und wird wahrscheinlich noch nachlegen. Die Airline erholt sich wieder und muss in Zukunft unbedingt effizienter werden. Mit der Order von Dutzenden Boeing 787 ist geht man schonmal einen großen Schritt in die richtige Richtung, wobei die Details noch geklärt werden. Es ist auch noch nicht bekannt, welche Typen es genau sind. Vielleicht kommt auch noch Rolls-Royce auf die Thais zu.
Fraglich ist was man mit den vorhanden Airbus A350 macht. Wird man noch weitere Exemplare nachbestellen um sich unabhängig zu machen oder versucht man auf eine reine Boeing Flotte umzustellen? Für die Kurz- und Mittelstrecke hat man nun aber erstmal die Airbus A320, die von Tochter Smile übernommen wurden. Die Marke wurde aufgelöst, die Flugzeuge und Mitarbeiter kommen zur Mainline. Die Jets werden Ende des Jahres mit einer Business Class ausgestattet.
Irgendwie stellt sich für den Kenner von Thai die ernsthafte Frage, ob das Management von Thai Airways überhaupt ein Konzept hat.
Erst kauft man eine Hand voll Airbus A380, erfindet dafür die schönste First Class der Welt, richtet den gesamten Service auf dieses neue moderne und umstritten wirtschaftlichste Flugzeug (3L/PAX Verbrauch) aus.
Jetzt hat man in schändlicher Weise die sechs verbliebenen A380 einfach sprichwörtlich „verrotten“ lassen. Und jetzt kommt der Knaller des Jahrtausends:
Auf einmal vermeldet das Management von Thai Airways einen „Kapazitätsengpass“ und denkt über das Leasing von weiteren hochgradig riskanten B787.
Schlaue BWL’er erkennen bereits die Absurdität dahinter.
Denn hätte man nicht 3.042 Sitzplätze pro Umlauf verachtend in die Ecke gestellt, müsste man jetzt nicht mindestens 10 Dreamliner ordern und träumt nun von 45 Exemplaren dieser hochgradig kritischen Flugzeuge. (Frontscheiben, ungeklärter Absturz in Indien und zahlreiche Fragen hinsichtlich der Treibstoffzufuhr)
Das kann nicht wirklich in den Köpfen diverser Manager der Airliner ignoriert werden.