[UPDATE] Flugstopp in der Golfregion: Emirates, Qatar und Etihad am Boden

In Doha geht es zukünftig nahtlos von Finnair auf Qatar Airways. Foto: Niko

Der Iran wurde am vergangenen Wochenende von Israel und den USA angegriffen, dies führte zu Attacken auf die US Luftwaffenstützpunkte und Marine Basile in Bahrain, Katar, Saudi Arabien, Kuwait und den Vereinigten Arabischen Emirate. In Folge mussten die Lufträume der Region geschlossen werden, für zahlreiche Fluggesellschaften bedeutet dies Stillstand. Auch Flotten der drei großen Golfcarrier Emirates, Qatar Airways und Etihad Airways sind am Boden, davon sind zehntausende Passagiere betroffen.

UPDATE:

  • Emirates strebt an, am 7. März wieder 60 Prozent der geplanten Flüge durchführen zu können. Der Carrier möchte in den nächsten Tagen den Betrieb wieder vollständig hochfahren.
  • Qatar Airways muss den Flugbetrieb weiterhin zum großen Teil aussetzen. Für den 7. März sind einige Flüge nach Europa geplant, um Gestrandete nach Hause zu bringen. Die Airline gibt täglich um 9 Uhr morgens (lokal) Updates bekannt.
  • Etihad Airways Der Carrier bietet mehrere Rückholflüge an, einige sind offiziell buchbar. Für dieses Wochenende wurde nun auch ein Flugplan veröffentlicht.
  • Lufthansa hat im Auftrag der Bundesregierung einen Flug von Muscat nach Frankfurt durchgeführt. Mehrere Airlines des Konzerns wollen das Angebot z.B. nach Asien aufstocken, um die gestiegene Nachfrage bedienen zu können.
Das Wichtigste auf einen Blick:

✈️ Lufträume geschlossen: Militärische Eskalation führt zu massiven Flugausfällen in der Golfregion.
🛑 Emirates, Qatar & Etihad: Die drei größten Golfcarrier stoppen ihren Betrieb vollständig.
🌍 Auch Europa betroffen: Lufthansa und andere Airlines streichen Nahost-Verbindungen.

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Nach den Militärschlägen Israels und der USA auf Ziele im Iran sowie den iranischen Vergeltungsschläge wurden die Lufträume über den Regionen weitgehend geschlossen. Die Situation ist auch für die dort beheimateten Fluggesellschaften gravierend, der Flugbetrieb an den großen Drehkreuzen wurde vorübergehend eingestellt. Zehntausende Passagiere sitzen alleine in Dubai fest, die anderen wurden aufgefordert, nicht zum Flughafen zu reisen bzw. den aktuellen Flugstatus zu überprüfen.

Auch in Abu Dhabi, Doha, Bahrain und anderen Airports kam es zur vollständigen Betriebseinstellung. Das Drehkreuz von Etihad wurde sogar Ziel eines Drohnenangriffs, bei dem ein Mensch ums Leben kam. Auch der Flughafen in Dubai wurde von Trümmern abgeschossener Drohnen getroffen. Die Schäden sind hier zwar gering, aber dennoch ist dies katastrophal für den Airport.

In Bahrain wurde der dortige Flughafen ebenfalls angegriffen, wenn auch mit geringerem Sachschaden. Der Betrieb an den Flughäfen im Oman und Saudi-Arabien konnte hingegen weiter aufrechterhalten werden.

Archivfoto: Frankfurtflyer.de

Golfairlines stoppen ihren Betrieb

Am Samstag stellte zunächst Qatar Airways den Flugbetrieb von und nach Doha ein. Kurz darauf folgte Emirates mit einem vollständigen Betriebsstopp. Die Airline aus Dubai setzte sämtliche Flüge zunächst bis Sonntagnachmittag aus, später wurde die Pause bis Montag verlängert.

Etihad Airways zog wenig später nach und stoppte alle Abflüge ab Abu Dhabi. Flüge, die sich bereits auf dem Weg befanden, kehrten teilweise um oder wurden zu ihren Ausgangsflughäfen zurückgeführt. Damit standen innerhalb weniger Stunden faktisch die drei größten Netzwerkcarrier der Golfregion still.

Qatar Airways wird bis mindestens Dienstag Vormittag noch die Flüge aussetzen, während bereits am Monat Mittag wieder erste Flüge von Etihad Airways aus Abu Dhabi mit Passagieren gestartet sind und danach gefolgt von Emirates die Montag Abend den Flugbetrieb wieder aufnehmen wollen. Hierbei fliegt man aber Umwege und meidet die Richtung in den Iran komplett.

Die Golfcarrier setzen nahezu ausschließlich auf das Hub-Modell. Alle haben täglich mehrere Wellen, an denen zahlreiche Flugzeuge aus allen Teilen der Welt nacheinander landen und kurze Zeit später wieder abheben. In den Zeiten dazwischen sind die Terminals meist prall gefüllt.

Aktuell treffen Airlines wie Emirates und Etihad Airways Vorbereitungen um den Flugbetrieb am 3. März um wieder voll aufzunehmen. Ob die gebuchten Flüge auch wie geplant stattfinden sollte man über die Webseiten der Airlines nachschauen.

Foto. Boeing

Auch europäische Airlines betroffen

Die Auswirkungen beschränken sich nicht auf die Region. Die Lufthansa Group strich zahlreiche Verbindungen in den Nahen Osten und meidet mehrere Lufträume:

  • Aufgrund der aktuellen Situation im Nahen Osten, werden die Airlines der Lufthansa Group ihre Flüge nach Tel Aviv, Beirut, Amman, Erbil, Dammam und Teheran bis einschließlich 8. März aussetzen
  • Ebenfalls bis einschließlich 8. März werden zusätzlich folgende Lufträume nicht genutzt: Israel, Libanon, Jordanien, Irak, Qatar, Kuweit, Bahrain, Dammam und Iran.
  • Zusätzlich werden die Airlines der Lufthansa Group ihre Flüge von und nach Dubai und Abu Dhabi bis einschließlich 6. März aussetzen. Darüber hinaus wird der Luftraum der Vereinigten Arabischen Emirate ebenfalls bis einschließlich 6. März nicht genutzt.

Reisenden wird empfohlen:

  • Den Status ihres Fluges vor Fahrt zum Flughafen auf Lufthansa.com zu überprüfen
  • Sicherzustellen, dass ihre Kontaktdaten in der Buchung aktuell sind
  • Gäste auf allen Lufthansa Group-Flügen nach TLV, AMM, BEY, EBL und DMM bis einschließlich 8. März sowie nach DXB und LCA bis einschließlich 6. März 2026, die bereits annulliert wurden, können eine vollständige Rückerstattung über das Help Center, über ihr Reisebüro oder eine Umbuchung auf einen späteren von Lufthansa Group durchgeführten Flug beantragen.
  • Gäste mit Lufthansa Group-Tickets nach TLV, AMM, BEY, EBL, DMM und DXB, die am oder vor dem 1. März 2026 ausgestellt wurden und deren Flüge noch nicht annulliert wurden, mit ursprünglichem Reisedatum bis einschließlich 15. März 2026, können kostenfrei auf einen beliebigen von Lufthansa Group durchgeführten Flug von 16. März 2026 bis einschließlich 31. März 2026 umbuchen oder ihr Ticket erstatten lassen.

 

Wie der aeroTELEGRAPH berichtet, wurden einige betroffene Crews der Lufthansa Group inzwischen aus der Region geholt. Dafür hat Austrian Airlines einen Airbus A320neo nach Muscat geschickt. Besatzungen, die in den Vereinigten Arabischen Emiraten waren, sind auf dem Landweg dorthin gereist.

Vor dem Hintergrund der derzeit angespannten weltpolitischen Lage und den damit verbundenen Unsicherheiten sieht sich die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit in einer „besonderen Verantwortung für die Stabilität und Verlässlichkeit des Luftverkehrssystems“. Daher wird es vorerst keine weiteren Streiks bei Lufthansa geben, auch wenn gerade die Piloten von Lufthansa, Lufthansa Cargo und Lufthansa CityLine für einen Strike gestimmt haben und dieser grundsätzlich jederzeit möglich währe.

Flugstopp in der Golfregion: Emirates, Qatar und Etihad am Boden | Frankfurtflyer Kommentar

Für die Golfcarrier ist dies eine der schwersten operativen Störungen der vergangenen Jahre. Das Geschäftsmodell von Emirates, Qatar Airways und Etihad basiert auf stabilen Hubs und verlässlichen Umsteigeverbindungen zwischen Europa, Asien, Afrika und Australien. Fällt dieses System auch nur für 24 Stunden aus, geraten weltweite Umläufe durcheinander. Daher hofft man natürlich, dass man die Situation sehr schnell stabilisieren kann.

Noch ist unklar, wie lange die Einschränkungen andauern werden. Selbst wenn sich die Lage schnell entspannen sollte und der Flugbetrieb am Montag Mittag aufgenommen werden kann, bleiben die Auswirkungen gravierend. Betroffene brauchen derzeit jedenfalls viel Geduld, je nach Destination gibt es nur wenige Alternativen.

Die Sicherheitslage vor in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Saudi Arabien und Katar gilt trotz der Raketen und Drohnenangriffe, welche nicht den Ländern, sondern US Basen gelten, als recht sicher. Die Abwehrsysteme dieser Länder sind sehr hoch entwickelt und nicht mit Europäischen Schutzschirmen vergleichbar. Das Raketen Abwehrsystem der Vereinigten Arabischen Emirate gilt mit dem von Israel und den USA als das fortschrittlichste der Welt. Die VAE verfügen auch über das neuste THAAD System, in der Lage ist, Raketen mit bis zu 20.000 km/h früh und in der Luft abzufangen um sie vollständig zu zerstören. Bisher sind diese Systeme sehr zuverlässig.

6 Kommentare

  1. Interessant: Laut flightradar24 ist eben ein A380 der Lufthansa (D-AIMK) unter der Flugnummer DLH9851 in Abu Dhabi gestartet und auf dem Weg nach München.

  2. 1) Österreich, Deutschland und alle EU-Staaten sind verpflichtet, ihre bzw. alle anderen EU-Bürger in unverschuldeten Notsituationen zu unterstützen. Nur wenn die Notlage aus Eigenverschulden entstand, indem man sich z.B. in ein Kriegsgebiet begibt, oder wenn sich das Krisenteam oder lokale Behörden selbst in Gefahr begeben würden, kann der konsularische Schutz eingeschränkt oder sogar abgelehnt werden.
    2) Für die gesamte Golfregion galt vor dem Kriegsausbruch letzten Samstag meines Wissens nach seitens irgendeines EU-Landes keine Reisewarnung. Daher ist es auch nicht selbst-verschuldet, wenn man jetzt dort festsitzt (speziell im Transit).
    3) Maskat ist der einzige Airport mit einem mehr/minder regulärem Flugbetrieb. Das liegt auch daran, dass der Oman traditionell gute Beziehungen zum Mullah-Regimne hat.
    4) Bedauerlich finde ich, dass die EU offenbar keine Lektionen aus der Coronazeit gelernt hat. Denn schon wieder kocht jedes Land sein eigenes Süppchen und organisiert die Rückholungen auf eigene Faust, anstatt dass man z.B. in Maskat ein EU-Krisenzentrum eingerichtet hätte, welches auch die Rückflüge koordiniert.

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