Die Lufthansa ist sowohl in Frankfurt als auch in München die absolute Nummer eins und das soll auch so bleiben. Das Netz ist an beiden Flughäfen dicht, es gibt viele Zubringer und ein großes Langstreckennetz. Beide Airports haben ihre Besonderheiten und ganz eigene Stärken, in die man ordentlich investieren möchte. Der Kranich steht kurz davor, eine Entscheidung zu treffen, die Auswirkungen für die nächsten Jahrzehnte haben könnte.
✈️ Strategische Entscheidung: Lufthansa will festlegen, welches Drehkreuz künftig stärker wächst.
🏗️ Zwei Projekte: Terminal-Kooperation in Frankfurt oder Ausbau des Satellitenterminals in München.
📈 Große Folgen: Die Entscheidung könnte die Lufthansa-Strategie für Jahrzehnte prägen.
Bei der Lufthansa Group steht eine der wichtigsten Infrastrukturentscheidungen der letzten Jahre an. Konzernchef Carsten Spohr machte auf der Jahrespressekonferenz deutlich, dass der Konzern schon bald festlegen wird, welches der beiden deutschen Drehkreuze künftig stärker wachsen soll. Eine Entscheidung werde dem Manager zufolge „eher in Wochen als in Monaten“ fallen.
Zur Wahl stehen zwei unterschiedliche Projekte. In Frankfurt verhandelt Lufthansa bereits seit einiger Zeit mit dem Flughafenbetreiber Fraport über eine engere Zusammenarbeit bei der Terminalstruktur. Denkbar wäre ein gemeinsames Joint Venture, ähnlich dem Modell am Flughafen München. Dort betreiben Lufthansa und die Flughafen München GmbH das Terminal 2 gemeinsam.
In Frankfurt könnte ein solches Modell im Zuge der geplanten Zusammenlegung von Terminal 1 und Terminal 2 entstehen. Allerdings verlaufen die Gespräche bislang offenbar schleppend. Spohr erklärte, dass die Verhandlungen bisher nur begrenzte Fortschritte gemacht hätten und die Zeit langsam dränge.

München lockt mit Erweiterung des Satellitenterminals
Während Frankfurt noch über eine gemeinsame Terminalstrategie verhandelt, liegt in München bereits ein konkretes Ausbauprojekt auf dem Tisch. Dort planen Lufthansa und Flughafen München seit Jahren eine Erweiterung des Satellitenterminals am Terminal 2.
Kernstück des Projekts ist der sogenannte „T-Stiel“, ein zusätzlicher Gebäudeflügel, der rechtwinklig vom bestehenden Satellitengebäude abgehen würde. Schon mit der Eröffnung des Satelliten im Jahr 2016 wurde die Kapazität des Terminals deutlich erhöht. Mit dem T-Stiel könnten nochmals rund zehn Millionen zusätzliche Passagiere abgefertigt werden.
Das Projekt wurde 2019 bereits mit einer Absichtserklärung angestoßen, durch die Pandemie jedoch gestoppt. Inzwischen haben Lufthansa und der Flughafen München die Gespräche wieder aufgenommen. Klar ist aber, dass es nicht beide Projekte gleichzeitig geben wird. Der Konzern sieht den Bedarf für eine größere Infrastrukturinvestition nur an einem der beiden Drehkreuze.
Dort soll Lufthansa künftig deutlich stärker wachsen. Durch den Ausbau der Infrastruktur kann es dann zusätzliche Langstreckenflüge, mehr Umsteigeverbindungen und auch Kapazitäten für eine größere Flotte geben. Die Entscheidung dürfte daher weit über ein Terminalprojekt hinausgehen und die Ausrichtung des Kranichs langfristig beeinflussen.

Frankfurt oder München: Wo entsteht das neue Lufthansa-Superdrehkreuz? | Frankfurtflyer Kommentar
Frankfurt ist das mit Abstand größte Drehkreuz der Lufthansa Group. Der Airport ist an das Fernbahnnetz der Bahn angeschlossen, dort stehen die meisten Flugzeuge, im Aviation Center werden die wichtigen Entscheidungen getroffen. München gilt hingegen als effizienter, moderner und bei vielen Passagieren beliebter. Das größte Flugzeugmuster, der Airbus A380, ist hier beheimatet. Beide Flughäfen haben also gute Argumente auf ihrer Seite.
Lufthansa will im großen Stil investieren, diesen Fokus aber nur auf einen Standort setzen. Letztendlich wird darüber entschieden, wo Lufthansa künftig ihr Wachstum konzentriert.
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Obwohl die objektiven Fakten (Kapazität, Betriebsstabilität durch 4 Bahnen, verfügbares Personal auch in niedrigeren Lohngruppen, ICE-Anschluss, Umland, ein bald leeres Terminal zur zusätzlichen Nutzung) alle für Frankfurt sprechen, während München in letzter Zeit vor allem durch dilettantisches Missmanagement in Krisen auf sich aufmerksam machte, hat wegen der subjektiven Vorliebe des Chefs für München – der ja gerne auch den Konzernsitz dahin verlagern möchte – MUC wohl die Nase vorn. Der wohl einzige Großflughafen weltweit, der sich vernünftig nur aus der Luft erreichen lässt…
Es bleibt zu hoffen, dass die Vernunft siegt und dies nur ein Erpressungsversuch gegenüber FRA ist.
PS: „Beliebt“ ist in MUC alleine das Terminal 2; Terminal 1 ist so provinziell und muffig wie früher TXL
Der Münchner Flughafen ist doch Mist, kein Fernbahnhof, lahme S-Bahn, ganz am Rande in Deutschland gelegen. Dazu kommt noch, dass Satelliten Terminals grundsätzlich richtig kacke sind, man muss erst mit einer Bimmelbahn vom Hauptterminal hin fahren, das kostet viel zu viel Zeit. In Frankfurt sind alle Terminals 1, 2 und 3 direkt mit Auto und Bahn zu erreichen. Satelliten Terminals waren und sind eine ganz blöde Idee, die sofort wieder verschwinden sollen, man muss nicht jeden Schwachsinn aus dem Ausland kopieren. Und der Lufthansa A380 gehört wieder nach Frankfurt und Kasper Carsten endlich abgesetzt.
Das große Hindernis in Frankfurt war bislang vor allem die Terminalkapazität. Die Eröffnung von Terminal 3 wird diesbezüglich weitgehend Entspannung bringen, vor allem dann, wenn das Terminal 2 dereinst wieder zur Verfügung stehen wird. In München hingegen werden die Pistenkapazitäten einem Ausbau Grenzen setzen. Dort ist stellt sich weniger die Frage, wann die dritte Start- und Landebahn kommt, sondern vielmehr, ob sie überhaupt kommt. Somit spricht eigentlich alles für Frankfurt als Superdrehkreuz von Lufthansa.