Mit den Green Fares hat Lufthansa vor einigen Jahren eine eigene Tarifklasse eingeführt, welche direkt die CO2-Kompensation beinhaltet. Dies sollte den Kunden helfen, besonders einfach den CO2-Ausstoß ihrer Flüge zu kompensieren, und natürlich vor allem auch Lufthansa helfen, die immer strenger werdenden EU-Klimaziele und Auflagen einzuhalten. Nun sind es aber auch Auflagen der EU, welche es Lufthansa verbieten, weiterhin das Wort „Green“ in der Bezeichnung der Tarife zu haben, weshalb sie ab sofort in „Impact Fares“ umbenannt wurden. Außer dem Namen ändert sich hier allerdings nichts.
✈️ Neuer Name für Lufthansa-Tarife: Aus den bisherigen Green Fares werden ab sofort Impact Fares – die Tarifleistungen bleiben unverändert.
🌱 EU-Regeln als Auslöser: Die EmpCo-Richtlinie schränkt Umweltversprechen wie „grün“ oder „klimafreundlich“ ein. Deshalb muss Lufthansa die Bezeichnung ändern.
🏆 Statuspunkte bleiben erhalten: Auch mit den Impact Fares können Miles&More-Mitglieder zusätzliche Statuspunkte sammeln. Die enthaltene CO2-Kompensation bleibt ebenfalls bestehen.
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Außer dem neuen Namen ändert sich allerdings nichts, was auch relativ bedeutend ist, denn die „Impact Fares“ werden vor allen Dingen von Geschäftskunden gerne genutzt. Dabei bieten sie Firmen die Möglichkeit, die Dienstreisen der Mitarbeiter direkt zu kompensieren. Die Kompensation von Flugreisen wird für einige Firmen in Europa immer bedeutsamer, auch im Hinblick auf ESG-Ratings und eigene CO2-Bilanzen.
Für Vielflieger sind diese Tarife besonders interessant, da man hierdurch eine höhere Statuspunkte-Gutschrift erhält. Daher werden diese Tarife auch vorrangig gebucht, um den beliebten Vielfliegerstatus einfacher zu erreichen. Schon vor Jahren hat Lufthansa diesen Schritt als das beste Mittel ausgemacht, um die Kunden dazu zu bewegen, ihre Flüge CO2 zu kompensieren. Der reine Nachhaltigkeitsgedanke hat leider weniger Kunden dazu bewegen können.
Mehr als 5 Millionen Fluggäste hätten bereits den Green-Tarif bei Lufthansa gebucht. Allerdings bezieht sich diese Zahl auf die letzten drei Jahre, und dies bedeutet, dass die Zahl der Passagiere, die diese Option nutzen, im einstelligen Prozentbereich liegt. Der Luftfahrtdachverband IATA sieht hier deutlich Luft nach oben, und aktuell werden zum Beispiel nur 0,8 % des Gesamtkerosinverbrauchs durch nachhaltige Treibstoffe ersetzt.
Greenwashing? | Lufthansa muss Green Fares in Impact Fares umbenennen | Frankfurtflyer Kommentar
Besonders in Europa ist es inzwischen üblich, dass Airlines Green Fares anbieten, welche direkt eine CO2-Kompensation beinhalten, oder es den Kunden recht einfach machen, nachträglich ihre Flüge CO2 zu kompensieren. Dies liegt schlicht und ergreifend auch daran, dass es die CO2-Bilanz der Airline verbessert und damit hilft, die eigenen Klimaziele, welche aus dem EU-Green-Deal hervorgehen, zu erreichen. Da die Airlines in Europa nicht nach Belieben die Ticketpreise erhöhen können, ist es auch essenziell, dass die Kunden bei der CO2-Kompensation mitarbeiten mehr bezahlen.
Die Erfahrung zeigt allerdings, dass Kunden zwar gerne für das gute Gewissen ihre Flüge CO2-kompensiert wissen wollen, allerdings selbst nicht bereit sind, dafür zu bezahlen. Über die zusätzlichen Statuspunkte hat Lufthansa hier einen Hebel gefunden, der eine nicht unerhebliche Anzahl an Passagieren dazu bewegt, die Green Fares doch zu nutzen. Hier ist allerdings wohl weniger das gute grüne Gewissen das Verkaufsargument als die Lust auf einen Vielfliegerstatus.
Nun darf Lufthansa diese Tarife nicht mehr Green Fares nennen, da sie der EU nicht grün genug sind beziehungsweise die Kompensation nicht am Emissionspunkt stattfindet. Dies schließt nun eigentlich den unlogischen Kreis, denn die Passagiere wollen eigentlich gar nicht die Flüge kompensieren, sondern sie wollen nur mehr Statuspunkte. Ich bin mir fast sicher, dass die Zahl der Passagiere, die diese Tarife nutzen, nicht sinken würde, wenn hier nur die zusätzlichen Statuspunkte, aber keine CO2-Kompensation angeboten würden.
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