Keine kostenlose Erstattung mehr! Lufthansa führt absurde Stornogebühren bis zu 2.000 Euro ein

Premium Check-in Bereich in Frankfurt, Foto: Lufthansa

Wer ein Flex-Ticket bucht, der macht dies meist in der Absicht, auch wirklich flexibel zu sein, und man zahlt hier einen nicht unerheblichen Aufpreis, um sich gegen eine kurzfristige Absage der Reise abzusichern. Lufthansa scheint hier nun einen Riegel vorschieben zu wollen, und man hat die Stornobedingungen von neu gebuchten Tickets auf einigen Strecken drastisch geändert. Hier wird es vorerst keine kostenlosen Stornierungen mehr geben, und die Stornogebühren sind mit bis zu 2.000 Euro teils absurd hoch.

Das Wichtigste auf einen Blick:

❌ Keine kostenlosen Stornos: Auch Flex-Tickets sind betroffen und nicht mehr voll erstattbar.
💸 Hohe Gebühren: Bis zu 2.000 Euro je nach Reiseklasse und Strecke.
🌍 Betroffene Strecken: Vor allem ausgewählte Langstrecken außerhalb klassischer Kernmärkte.

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Betroffen sind hiervon bereits nur ausgewählte Langstrecken, aber auf diesen muss man wirklich aufpassen bei der Buchung eines Flex-Tickets, denn eine kostenlose Erstattung ist hier bei KEINER Ticketklasse mehr möglich. Teilweise sind die Stornogebühren in Größenordnungen von neuen Tickets, was das Ganze fast schon absurd macht.

Betroffen hiervon sind folgende Langstreckenflüge der Lufthansa Group, also von Lufthansa, SWISS, Austrian Airlines, Brussels Airlines und auch ITA Airways.

  • Asien-Pazifik (ausgenommen von und nach China, Japan, Singapur, Malaysia und Australien)
  • Südafrika
  • Mauritius
  • Seychellen

In der Economy Class hat die Lufthansa Group auf diesen Strecken nun folgende Struktur für Stornos:

  • Light: nicht erstattungsfähig
  • Basic: nicht erstattungsfähig
  • Basic Plus: 600 Euro
  • Green: 600 Euro
  • Flex: 400 Euro
Beispiel für einen Flug von Frankfurt nach Delhi.

In der Premium Economy Class hat die Lufthansa Group auf diesen Strecken nun folgende Struktur für Stornos:

  • Light: nicht erstattungsfähig
  • Basic: nicht erstattungsfähig
  • Basic Plus: 1.000 Euro
  • Green: 1.000 Euro
  • Flex: 700 Euro
Beispiel für einen Flug von Frankfurt nach Delhi in der Premium Economy Class.

In der Business Class hat die Lufthansa Group auf diesen Strecken nun folgende Struktur für Stornos:

  • Light: nicht erstattungsfähig
  • Basic: nicht erstattungsfähig
  • Basic Plus: 1.500 Euro
  • Green: 1.500 Euro
  • Flex: 1.000 Euro
Beispiel für einen Flug von Frankfurt nach Delhi in der Business Class.

In der First Class hat die Lufthansa Group auf diesen Strecken nun folgende Struktur für Stornos:

  • Basic: nicht erstattungsfähig
  • Basic Plus: 2.000 Euro
  • Green: 2.000 Euro
  • Flex: 1.500 Euro
Beispiel für einen Flug von Frankfurt nach Delhi in der First Class.

Warum geht Lufthansa diesen ungewöhnlichen Weg?

Die Stornogebühren, welche Lufthansa nun auf einigen Strecken aufruft, sind durchaus bemerkenswert, und ich kenne eigentlich keine Netzwerk-Airline, die keine kostenlos stornierbaren Tickets anbietet. Daher ist dies außerordentlich, dass man bei Lufthansa diesen Weg geht, und die Aussage gegenüber den Passagieren ist mehr als klar: Bucht nur, wenn Ihr auch sicher fliegen wollt!

Über die wirklichen Beweggründe kann man hier nur spekulieren, und es ist natürlich denkbar, dass Lufthansa hier Probleme mit Passagieren hatte, die aufgrund der Situation im Nahen Osten Flex-Tickets als „Platzhalter“ oder „Backup“ gebucht haben und kurz vor der Reise wieder storniert haben. Dies ist natürlich vor allem bei der aktuellen Nachfrage ein valides Problem für die Airline.

Denkbar ist aber auch, dass man hier tatsächlich ein Experiment wagt, um zu sehen, wie es bei den Passagieren durchsetzbar ist, wenn keine Tickets mehr storniert werden können. Hier wird auch die Zukunft zeigen, ob der Markt dies akzeptiert.

Keine kostenlose Erstattung mehr! Lufthansa führt absurde Stornogebühren bis zu 2.000 Euro ein | Frankfurtflyer Kommentar

Tatsächlich kann man diese Stornogebühren nur als absurd bezeichnen, und sie sind nun in einer Höhe, welche ich persönlich noch nie gesehen habe, zumindest nicht, dass sich die Flex-Tickets mit den höchsten Preisen teils nur für 1.000 oder 1.500 Euro stornieren lassen.

Die Botschaft an die Passagiere ist hier klar: Wer diese Flüge bucht, sollte sich sicher sein, dass er wirklich reisen will. Man kann zwar das Datum noch kostenlos ändern, aber das Geld bleibt bei Lufthansa, und man erwartet, dass das Ticket abgeflogen wird.

Gerade wer Flex-Tickets bucht, wird sich mit diesen Rahmenbedingungen sicherlich zwei Mal überlegen, ob er noch bei der Lufthansa Group bucht, denn eigentlich ist ja ein USP der Flex-Tickets eben nicht nur, dass man sie kostenlos umbuchen, sondern eben auch zurückgeben kann.

13 Kommentare

  1. 1. Damit verprellt LH ja die besten Kunden bzw. diese, die am meisten für ihre Tickets zahlen.
    2. Damit wird ja letztendlich die Tarifstruktur ad absurdum geführt. Mit dieser Preisstruktur macht am Ende ja nur noch ein Basic Ticket sinn und alle anderen Tarife sind im Prinzip sinnlos.

    Ich persönlich habe oft extra die teuren Flex Tickets gebucht und diese in der Regel auch abgeflogen, so werde ich natürlich nur noch Basic buchen – eigentlich blöd für die LH aus meiner Sicht und sehr ärgerlich für den Kunden, weil gerade Flex das Reisen sorgenfrei machte.

    Schritt in die falsche Richtung – es geht hier um de besten Kunden die am meisten Zahlen und nicht um den Pauschaltouristen…

    Vg

    SEN

    • Die „besten Kunden“ sind doch schon längst abgewandert. In der neuen Business gehen Preiswirrwarr und Leistung so weit auseinander, dass es gar keinen Sinn macht, wenn man eine Alternative hat. — Der Markt gibt es gerade wegen zu wenig Wettbewerb her, und Lufthansa versucht noch den letzten Cent aus den Kunden zu quetschen, bevor alle weg sind. Wenn es nicht die schlechte Leistung zum hohen Preis ist, dann schafft es ganz sicher das völlig überbezahlte Personal, was auch seinen Teil vom gerupften Kunden abhaben will, durch dauernde Streiks.

      • Und Sie wissen genau was das „überzahlte“ Personal verdient. Was verdient denn ein Flugbegleiter der jetzt eingestellt wird? Ebenfalls müssen in FRA/MUC hohe Mieten bezahlt werden. Sie wollen also tatsächlich diese Gehälter für die hohen Stornogebühren verantwortlich machen? Wow, echt peinlich.

  2. Gerade bei den Tickets die gar nicht stornierbar sind frage ich mich ohnehin immer, ob es nicht schlauer seitens der Airline wäre ein „Incentive“ für die Passagiere einzuführen, die ihre Flüge zu stornieren wenn sie nicht fliegen wollen um ein „no show“ am Check in zu vermeiden.
    Die Plätze hätte man ja ggf. viel teurer nochmal verkaufen können, hätte man gewusst, dass sie frei bleiben.

    Vg

    SEN

  3. Ist doch recht einfach:

    Unabhängig von dieser Änderung gilt, dass man Lufthansa nicht buchen muss.

    Richtung Asien habe ich gerade Singapore Airlines und ANA regulär buchen lassen (Business und First), zu vernünftigen Preisen und ohne irre Storno-Gebühren. Das hätte das Office selbst auf Wunsch im Übrigen gar nicht mitgemacht (Reiserichtlinien).

    Richtung Nordamerika (absurde Zuschläge bei den Prämienflügen der Lufthansa) fliege ich demnächst mit Avios hin und mit Flying Blue Meilen zurück. Alles Business Class, und bei diesen Prämienflügen zahle ich umgerechnet nur etwas mehr als die Hälfte dessen, was die Lufthansa für diese Strecken verlangt. Ach ja: Es handelt sich um Direktflüge, ich muss also nicht erst ins Ausland für vernünftige Meilenwerte.

    Schön auch zu sehen, dass Klagen gegen das dynamische System von Miles & More in Vorbereitung sind.

    Schöne Grüße von einer Ex-Senatorin an ihre Ex-Airline!

    • Du weißt schon, dass Flying Blue auch ein dynamisches System nutzt und das schon viel länger?

      Und wieso man dagegen klagen sollte und mit welcher Begründung, erschließt sich mir auch nicht so ganz. Ich z.B. finde das gerade bei LH inzwischen oft recht praktisch.

      Und bei Avios Flügen ist nun auch nicht immer alles toll. Jedes System hat seine Stärken und Schwächen.

      • Flying Blue ist dynamisch, ja klar. Prämienflüge für 600.000 Meilen (oder 1.300.000 Meilen) muss ich ja nicht buchen, andere interessante Flüge mit vernünftigen Meilenpreisen habe ich bisher immer gefunden. Und da spreche ich nicht von den Promo-Awards.
        Gemeinplätze wie „jedes System hat seine Stärken und Schwächen“ führen hier nicht weiter. Was BA da bspw. getrieben hat mit den Änderungen ist heftig und frech, trotzdem finde ich regelmäßig noch sehr gute Einlösungen bei BA oder bei anderen oneworld-Airlines.

        Falls Du es nicht mitbekommen hast oder nicht so gut in Vielfliegerkreisen vernetzt bist (bzw. die rechtlich kritischen Punkte noch nicht kennst):

        In einem anderen Forum hat Janni, ein Fachanwalt für Verkehrsrecht, das System im Detail seziert und sehr dezidiert dargelegt, was rechtlich bei Miles & More nach der Umstellung zu beanstanden ist. Er ist nicht der einzige; mir sind mehrere Klagen bekannt, die in die finale Phase gehen. Gut so.

  4. Das kann man bei LH doch noch viel „besser“ machen, um die Kunden weiter zur Konkurrenz zu treiben: Die Ticketpreise gleich um die potentielle Stornogebühr erhöhen und dann weiter „kostenlosen“ Storno anbieten.

  5. Hab grad aufs Datum geschaut, ist nit der 01. April.
    Sorry, damit verprellt man doch nur die Kunden, die ohnehin schon bereit sind, die teuersten Tarife zu buchen.
    Kann mir auch nicht vorstellen, dass sowas in Firmen, die Ihre Mitarbeiter auf Reisen schicken, gut ankommt. Da wird sicher auch nach möglichen Alternativen geschaut.
    Momentan versteh ich viele Aktionen von der LH nicht, und es werden fast täglich mehr.

      • Firmen Traife sind noch mal eine ganz andere Welt… Hier können dinge wie Storno, Mindestaufenthalt, Umbuchbarkeit oder sogar Gepäckregeln gesondert ausgehandelt werden. Diese werden hier nicht betroffen sein und wenn eine Firma hier etwas macht, was für LH ein Problem wäre (z.B. übermäßige Storno), dann ruft der Account Manager erst mal an und fragt was los ist. Diese Tarife sind also sicherlich nicht betroffen. Aber auch große Firmen müssen manchmal Strukturtarife buchen, z.B. wenn man Strecken hat auf denen nur sehr wenige Mitarbeiter fliegen oder sehr unregelmäßig.

  6. Wer bitte bucht dann noch den teuren Flextarif? Wenn ich nicht stornieren kann und die Kohle eh weg ist, dann nehme ich gleich einen günstigeren Tarif.

  7. gerade heute Abend nach Asien gebucht – Firmentarife bzw Tarife für Reiswbüros wie BCD sind offensichtlich nicht betroffen – Stornegebühren wie immer bzw full flex für entsprechenden Aufpreis wie immer

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