Allegris, Sprinter & A350-1000: Diese Kabinen bietet Lufthansa im Airbus A350

Airbus A350 Sprinter, Foto: Robert

Lufthansa setzt schon seit 10 Jahren auf den Airbus A350-900 und hat die Flotte seitdem kontinuierlich erweitert. Inzwischen sind 31 Maschinen im Einsatz, die überwiegend in München stationiert sind. Fünf Flugzeuge wurden im Laufe der Zeit nach Frankfurt verlegt. Bei der Ausstattung gibt es allerdings deutliche Unterschiede, denn Lufthansa betreibt den A350-900 mit drei verschiedenen Kabinen. Noch in diesem Jahr kommt mit dem größeren Airbus A350-1000 eine weitere Variante hinzu. Je nach Flugzeug finden Passagiere eine klassische Business Class mit sechs Sitzen pro Reihe, die ehemalige Kabine von Philippine Airlines oder das neue Allegris-Produkt mit First Class vor. Wir zeigen Euch, woran Ihr die Versionen erkennt und welche Unterschiede es gibt.

Das Wichtigste auf einen Blick:

✈️ Lufthansa betreibt 31 Airbus A350-900 in drei Kabinenvarianten, fünf davon ab Frankfurt.

💺 Die Ausstattung reicht von der klassischen Business Class bis zu Allegris mit First-Class-Suiten.

🛫 Der A350-1000 ergänzt die Flotte ab Ende 2026 als vierte Variante mit 300 Sitzen.

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Drei Airbus A350-900 und bald der größere A350-1000

Lufthansa hat den ersten Airbus A350-900 im Dezember 2016 übernommen. In den folgenden Jahren wurde die Flotte schrittweise ausgebaut, wobei zunächst alle Flugzeuge die damals übliche Lufthansa-Kabine erhielten. In der Business Class stehen die Sitze in einer 2-2-2-Konfiguration, eine First Class gibt es nicht.

Später kamen vier gebrauchte Airbus A350-900 hinzu, die zuvor bei Philippine Airlines im Einsatz waren. Lufthansa übernahm die Kabinen weitgehend und passte lediglich Design und Farbgebung an. Dadurch entstand eine weitere Sitzvariante, die intern als Sprinter bezeichnet wird.

Lufthansa Airbus A350 Sprinter, Foto: Robert

Im April 2024 wurde schließlich der erste Airbus A350-900 mit Allegris ausgeliefert. Die neue Kabine unterscheidet sich insbesondere in der Business Class deutlich von den bisherigen Produkten. Auch die First Class ist zurückgekehrt. Die ersten Allegris-Maschinen waren zunächst ohne First-Class-Sitze unterwegs, inzwischen verfügen alle zehn Flugzeuge über die vollständige Kabine.

Mit dem Airbus A350-1000 wird Lufthansa ab Ende 2026 eine weitere Variante einsetzen. Das größere Modell bietet ebenfalls Allegris, hat aber mehr Sitzplätze in der Business, Premium Economy und Economy Class.

Die vier Lufthansa Airbus A350 im Vergleich

Die folgende Tabelle zeigt die Sitzplatzverteilung der drei bereits eingesetzten A350-900-Versionen und des kommenden A350-1000.

Version First Class Business Class Premium Economy Economy Class Gesamt
A350-900 Klassik (359) – 48 21 224 293
A350-900 Sprinter (35S) – 30 26 262 318
A350-900 Allegris (35P) 4 38 24 201 267
A350-1000 (A35K) 4 49 35 212 300

Die Unterschiede sind deutlich. Während Lufthansa im A350-900 mit Allegris maximal 267 Passagiere befördern kann, bietet der ehemalige Philippine-Airlines-Jet Platz für 318 Reisende.

Airbus A350-900 Klassik (359): Die alte Lufthansa-Kabine

Die größte Teilflotte besteht weiterhin aus den klassischen Airbus A350-900. Insgesamt 17 Maschinen verfügen über diese Kabine, zwölf davon sind in München und fünf in Frankfurt stationiert.

In der Business Class gibt es 48 Sitze in einer 2-2-2-Anordnung. Das bedeutet, dass Passagiere auf den Fensterplätzen über ihren Sitznachbarn steigen müssen, wenn sie den Gang erreichen möchten. Die Sitze lassen sich zwar in ein flaches Bett verwandeln, beim Thema Privatsphäre und Ablagemöglichkeiten ist die Ausstattung längst nicht mehr zeitgemäß.

Dahinter folgen 21 Plätze in der Premium Economy Class und 224 Sitze in der Economy Class. Insgesamt können 293 Passagiere befördert werden.Die fünf in Frankfurt stationierten Airbus A350-900 sind ausnahmslos mit der klassischen Kabine ausgestattet. Wer dort mit einem Lufthansa A350 abfliegt, findet nach der aktuellen Flottenaufstellung also weder Allegris noch die Sprinter-Business-Class vor.

Sitzplan Lufthansa Airbus A350-900 mit klassischer Kabine

Airbus A350-900 Sprinter (35S): Die ehemalige Philippine-Airlines-Kabine

Eine Besonderheit sind die vier Airbus A350-900 mit den Kennzeichen D-AIVA bis D-AIVD. Diese Flugzeuge waren ursprünglich für Philippine Airlines unterwegs und wurden später von Lufthansa übernommen. Da man die Maschinen kurzfristig benötigte, blieb die vorhandene Kabine größtenteils erhalten.

In der Business Class befinden sich 30 Sitze in einer 1-2-1-Konfiguration. Anders als in der klassischen Lufthansa Business Class hat hier jeder Passagier direkten Zugang zum Gang. Die Sitze vom Typ Thompson Vantage bieten außerdem mehr Privatsphäre und zusätzliche Ablageflächen.

Auch die Premium Economy Class weicht von der regulären Lufthansa-Version ab. Insgesamt stehen hier 26 Plätze zur Verfügung, in der Economy Class sind es 262 Sitze. Mit insgesamt 318 Plätzen ist der Sprinter die am dichtesten bestuhlte A350-Version.

Sitzplan Lufthansa Airbus A350-900 Sprinter

 

Ab 2027 sollen die Jets schrittweise zu Discover Airlines wechseln. Der Ferienflieger erhält damit erstmals Airbus A350-900 und kann seine Langstreckenflotte um ein besonders reichweitenstarkes Muster erweitern. Discover steht außerdem eine umfassende Erneuerung der Kabinen an. Unter dem Namen Ocean Blue wird eine neue Ausstattung eingeführt, die unter anderem Business-Class-Suiten mit Schiebetüren vorsieht.

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Airbus A350-900 Allegris (35P): Neue Business Class und First-Class-Suiten

Die modernste Kabine im Airbus A350-900 ist Allegris. Lufthansa hat inzwischen zehn Flugzeuge mit dieser Ausstattung übernommen, alle sind in München stationiert. Die neue Business Class bietet 38 Plätze und mehrere unterschiedliche Sitztypen. Dazu gehören besonders abgeschirmte Einzelsitze, Doppelplätze und Suiten mit Schiebetüren. Anders als bei der klassischen Lufthansa Business Class haben alle Passagiere direkten Zugang zum Gang.

Die Premium Economy Class besteht aus 24 Sitzen, in der Economy Class stehen 201 Plätze zur Verfügung. Eine Besonderheit ist die First Class. Hier gibt es drei Suiten, die insgesamt vier Passagiere aufnehmen können. Zwei davon sind für jeweils eine Person vorgesehen, die mittlere Suite Plus bietet Platz für bis zu zwei Reisende.

Die ersten fünf Allegris-Flugzeuge wurden noch ohne First Class ausgeliefert beziehungsweise zunächst ohne die entsprechenden Sitze eingesetzt. Diese Übergangsphase ist inzwischen beendet, alle zehn Maschinen haben jetzt die vollständige Allegris-Kabine mit 267 Sitzplätzen.

Sitzplan Lufthansa Airbus A350-900 mit Allegris

Lufthansa Allegris Business Class im Airbus A350, Foto: Robert

Airbus A350-1000 (A351/A35K): 300 Sitze in vier Reiseklassen

Noch in diesem Jahr soll Lufthansa den ersten Airbus A350-1000 übernehmen. Insgesamt wurden 15 Flugzeuge der größeren Variante bestellt, vier davon sollen noch in diesem Jahr ausgeliefert werden. Der reguläre Liniendienst ist nach der aktuellen Planung für November vorgesehen.

Der A350-1000 ist rund sieben Meter länger als der A350-900 und verfügt über eine höhere Reichweite sowie eine größere Nutzlast. Lufthansa nutzt den zusätzlichen Platz allerdings nicht ausschließlich für eine höhere Sitzplatzkapazität, sondern baut auch hier die neue Allegris-Kabine ein. Insgesamt werden 300 Sitzplätze angeboten. Die Aufteilung sieht folgendermaßen aus:

  • 4 Plätze in der First Class
  • 49 Plätze in der Business Class
  • 35 Plätze in der Premium Economy Class
  • 212 Plätze in der Economy Class

Die First Class besteht wie im A350-900 aus zwei Einzelsuiten und einer Suite Plus für bis zu zwei Passagiere. In der Business Class gibt es acht geschlossene Suiten.Im Vergleich zum A350-900 mit Allegris bietet der größere Airbus jeweils elf zusätzliche Sitze in der Business Class, Premium Economy und Economy Class. Die Kapazität steigt dadurch von 267 auf 300 Passagiere.

Der Airbus A350-1000, Foto: Lufthansa

Die erste Maschine trägt das Kennzeichen D-AIFA und wurde mit der blauen Jubiläumslackierung zum 100-jährigen Bestehen der Lufthansa versehen. Sie soll den Taufnamen Deutschland erhalten. Die neue Teilflotte wird zunächst in München stationiert. Nach dem im Sommer bekannt gewordenen Planungsstand sind Einsätze nach Tokio-Haneda, Shanghai, Singapur und New York-Newark vorgesehen, die konkrete Streckenplanung kann sich bis zum Betriebsstart noch ändern.

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Welche Airbus A350 fliegen ab Frankfurt und München?

Die Airbus-A350-Flotte der Lufthansa ist inzwischen auf beide großen Drehkreuze verteilt. München bleibt mit 26 Maschinen der deutlich größere Standort. Frankfurt verfügt über fünf Flugzeuge, die alle mit der klassischen Kabine ausgestattet sind.

Version Frankfurt München Gesamt
A350-900 Klassik 5 12 17
A350-900 Sprinter – 4 4
A350-900 Allegris – 10 10
Gesamt A350-900 5 26 31

Der Airbus A350-1000 ist in dieser Übersicht noch nicht enthalten, da die ersten Maschinen erst ausgeliefert werden sollen. Wer eine bestimmte Kabine buchen möchte, sollte daher nicht nur auf den Flugzeugtyp achten. Gerade beim A350-900 kann sich die Ausstattung erheblich unterscheiden. Die Sitzplatzübersicht in der Buchung beziehungsweise unter Lufthansas Informationen zum Airbus A350 hilft bei der Orientierung. Kurzfristige Flugzeugwechsel sind allerdings weiterhin möglich.

Allegris, Sprinter & A350-1000: Diese Kabinen bietet Lufthansa im Airbus A350 | Frankfurtflyer Kommentar

Der Airbus A350 ist ein absolutes Arbeitspferd und dadurch das wohl wichtigste Langstreckenflugzeug der Lufthansa. Mit der Stationierung in Frankfurt und der Einführung des A350-1000 hat die Bedeutung des Typs zugenommen. Bei der Kabinenausstattung ist die Flotte allerdings noch weit von einem einheitlichen Standard entfernt. Von den 31 aktuell eingesetzten A350-900 verfügen 17 weiterhin über die alte Business Class.

Die vier Sprinter bieten zwar eine modernere und wesentlich komfortable Anordnung mit direktem Gangzugang, sollen aber zu Discover Airlines wechseln. Allegris ist ein deutlicher Fortschritt, insbesondere für Alleinreisende und Passagiere, die Wert auf Privatsphäre legen. Gleichzeitig zeigt der Vergleich, wie viel Platz die neue Kabine benötigt. Der A350-900 mit Allegris bietet über 50 Sitzplätze weniger als der Sprinter.

Der A350-1000 schafft bald Abhilfe, mit 300 Plätzen und einer modernen Kabine dürfte er für Lufthansa gerade auf nachfragestarken Strecken interessant werden. Für ie Passagiere bleibt die Situation etwas unübersichtlich. Selbst innerhalb eines Flugzeugtyps können die Unterschiede gerade in der Business Class deutlich sein.

 

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2 Kommentare

  1. Zu den Sprintern: Die BC ist wirklich OK. Als Paar-Reisende in Ordnung und insgesamt wenig bis keine schlechte Plätze. Das Design allerdings…wie Allegris einfach 0,0 mein Geschmack, da öde, farblos, 0,0 Liebe fürs Detail. Ähnlich gruselig das Design und die Farbwahl in Allegris. Dagegen ist die neue BC von BA eine echte Wohltat für die Augen.

    Premium Economy im Sprinter: einmal geflogen und nie wieder. Total schmale Sitze durch die 2-4-2 statt der 2-3-2 Anordnung in den anderen 350ern

  2. Das größte Problem in A350 (und B789) bei LH ist der permanente, lang- und kurzfristige Wechsel zwischen den Varianten. Dadurch bekommt man nicht (ich in diesem Jahr: niemals) die gebuchten Sitze, auch als Paar schon mal vom System auseinander gesetzt. Oder statt Allegris die Füßelkombination. In jedem Fall dank der miesen IT anders als gebucht. Und die Hotline hilft auch erst nach dem 8. Anruf – wenn überhaupt.

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