Lufthansa hofft noch dieses Jahr auf Öffnung des Russischen Luftraum um Asienflüge wieder zu beleben

Airbus A380, Foto: Lufthansa

Langstrecken sind für Lufthansa wichtiger denn je, und hier will man auch mit 6 % in 2026 deutlich wachsen. Das Problem von Lufthansa ist allerdings, dass wichtige Märkte in Ostasien, vor allem in China, aufgrund des für Lufthansa gesperrten Luftraums über Russland nur mit großen Umwegen erreichbar sind. Dies macht viele Flüge unwirtschaftlich und damit zum Problem.

Das Wichtigste auf einen Blick:

✈️ Wachstum geplant: Lufthansa will auf der Langstrecke 2026 um 6 Prozent wachsen.
🌏 Russland-Umwege: Der gesperrte Luftraum macht viele Asienflüge unwirtschaftlich.
🇨🇳 Wettbewerbsnachteil: Airlines aus China dürfen weiterhin über Russland fliegen.

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Nun hofft Lufthansa-Vorstand Carsten Spohr wieder einmal auf eine Öffnung des Luftraums über Westrussland, was wieder viele Routen, vor allem nach China, für den Kranich ermöglichen und damit zu einem neuen Wachstumsmotor würde.

Wie realistisch die Hoffnungen des Lufthansa-CEO sind, welche er mit der F.A.Z. geteilt hat. Hierfür ist wohl aber ein Ende des Krieges in der Ukraine entscheidend, denn aktuell kann man aufgrund dessen und der verhängten Sanktionen nicht über Russland nach Asien fliegen, was allerdings nur Airlines aus Europa, nicht aber beispielsweise aus China betrifft.

Lufthansa hat deshalb das einst boomende China-Geschäft deutlich zurückgefahren, und hierfür steht fast sinnbildlich die Strecke von Frankfurt nach Peking, welche einst von einem Airbus A380 bedient werden musste und nun ausgesetzt ist, da man sie nicht mehr wettbewerbsfähig fliegen kann.

Air China hingegen betreibt genau diese Strecke weiter, und man fliegt hier bis zu dreimal pro Tag zwischen Peking und Frankfurt. Air China kann diese Flüge durch den russischen Luftraum durchführen und daher bis zu 90 Minuten schneller fliegen, als Lufthansa es könnte.

Carsten Spohr setzt auf eine baldige Beendigung des Ukraine-Krieges und auch damit zusammenhängend eine Öffnung des Luftraums über Russland für Airlines aus Europa. Dann könne man auch wieder viele Flüge nach China, teils neu starten.

Aktuell findet das Wachstum der Lufthansa-Airlines nicht auf Flügen Richtung China oder Asien statt, sondern man wächst weiterhin vor allem nach Nord- und auch Südamerika. Eine Öffnung des Luftraums über Russland könnte dies aber wieder verschieben.

Lufthansa hofft noch dieses Jahr auf Öffnung des russischen Luftraums, um Asienflüge wieder zu beleben | Frankfurtflyer Kommentar

Wenn der Lufthansa-CEO davon spricht, dass man vielleicht schon dieses Jahr wieder über Russland fliegen darf und damit Asien deutlich besser bedienen kann, dann stellt sich hier natürlich auch die Frage, inwieweit dies Wunschdenken ist.

Klar ist: Damit Airlines aus Europa wieder über Russland fliegen dürfen, wird eine Beendigung des Krieges in der Ukraine nötig sein, und hier stellt sich auch die Frage, wie genau dieser beendet wird und zu welchen Bedingungen.

Auch wenn jeder in der Luftfahrt natürlich hofft, dass man möglichst schnell wieder über Russland fliegen kann – dessen Lufträume schon allein wegen der schieren Größe des Landes wichtig sind –, ist nicht garantiert, dass dies in näherer Zukunft wieder möglich sein wird. Auch Szenarien, in denen Russland weiterhin über Jahrzehnte nicht überflogen werden kann, werden daher in der Luftfahrt intern durchgespielt. Was die Zukunft wirklich bringt? Wir werden es sehen!

12 Kommentare

  1. Schön, dass Herr Spohr wieder mal hofft….und wartet statt mal vielleicht einfach eine anderes, besseres Servicekonzept speziell für diese Strecken einzuführen. So aber zahlt halt
    niemand für alte Flugzeuge und alten Sitze mehr .

    Hm, wo wächst man denn nach Südamerika? und nach Nord Amerika vermutlich minimal?

    • Nach Nordamerika wird das Angebot in 2026 um 6% ausgebaut (gemessen an sitzen) durch den Zukauf von ITA Airways wächst man fast um 50% in Südamerika. So wenig ist das natürlich nicht.

      Klar würde LH ein aufgewerteter Service helfen und daran arbeitet man ja und man kann hier als Passgier auch durchaus Verbesserungen sehen, auch wenn noch Luft nach oben ist. Allerdings bezweifle ich, dass die Passagiere für LH Flüge die 20% mehr zahlen würden, die man braucht in direkter Konkurrenz zu Air China (die über Russland fliegen können), auch wenn der Service besser wäre. Im allgemeinen sind Passagiere doch erstaunlich preissensibel.

  2. Für ein Ende des Überflugverbotes braucht es mehr als nur ein Kriegsende – eingefrorene Gelder, beschlagnahmtes russisches Eigentum von Oligarchen,…. Ein kluger Schachzug von C.S. gleich am Jahresanfang einen – nicht durch ihn beeinflussbaren – Grund zu liefern, warum die 2026er Geschäftszahlen nicht wie erwartet ausfallen könnten.

    • Durch den Verkauf der beiden Boeing 747-8 zu einem Preis von umgerechnet ca. 340 Millionen Euro (weit über Marktwert und noch weiter über dem Restwert in den Büchern) dürfte die Lufthansa Airline zum Geburtstag und zur Abwechslung mal schwarze Zahlen vorlegen. Und der CEO wird sich feiern.

  3. Ganz einfache Lösung: Keine EU Landeerlaubnis mehr für Flugzeuge die über russischen Luftraum fliegen. Aber stattdessen nur „Schein“ Boykotte von Russland zum Schaden der EU Wirtschaft und Erdogan und & Co. profitieren davon. Und jeden Tag den der Krieg länger dauert dürfen wir den ganzen Mist den Putin da angefangen hat auch noch zahlen mit höheren Verbraucherkosten und Geldern zur Finanzierung.

    • Verstehe ich auch nicht, warum man hier nicht ansetzt.
      Dass China dann europäische Airlines mit Sanktionen belegt: Sollen sie doch!
      Dass China dann auf anderen Ebenen zurückschlagen könnten: Gut möglich.
      Die EU gibt so oder so wieder ein ganz ganz schwaches Bild ab.

      • Fluglinien aus der EU meiden (aus gutem Grund) den russischen Luftraum. Und jede Airline, die das (aus welchem Grund auch immer) nicht tut, möchtet Ihr beiden also mit einem pauschalen Entzug der EU-Landerechte belegen. Merkt Ihr eigentlich, welchen Schwachsinn Ihr hier fordert?
        Ein ganz schwaches Bild gebt Ihr hier ab…..

        • Ja, und Fluglinien aus der EU sollen aus gutem Grund genau das auch weiterhin tun: Den russischen Luftraum umfliegen.
          Treffen würde ein entsprechendes Verbot neben den chinesischen Airlines wenige asiatische und unbedeutende afrikanischen Airlines; darüber hinaus vor allem Turkish Airlines und die ME3. Bei Letzteren stellt sich ohnehin die Frage nach dem fairen Wettbewerb.
          Und genau das ist der Ansatzpunkt: Fairer Wettbewerb. Die EU könnte hier handeln, tut es aber nicht.
          Airlines, die vom russischen Angriffskrieg noch profitieren, widern mich an. Und eine EU, das geschehen lässt ebenso.

        • Und wenn Dich ein Verbot stört:
          Die beiden grundsätzlichen Möglichkeiten zur Steuerung bestehen in der Regulierung (Gebote und Verbote) und in marktbasierten Maßnahmen (Ansetzen am Preis). Oder man kombiniert die beiden Möglichkeiten.
          Die EU könnte Flüge über russischen Luftraum (Abflug/Ankunft an einem Airport in der EU) durch eine Gebühr so teuer machen, dass sich das Einzahlen in die russische Kriegskasse in Form der Überfluggebühren nicht mehr lohnt für eine Airline.

          • Donnerwetter…kräftig in der BWL-Kiste gestöbert! Interessiert mich allerdings alles nicht und offensichtlich (oder eher glücklicherweise) sehen es sowohl die entsprechenden EU-Behörden, als auch Regierungen anders als Du.
            Wie Du Deine regulierenden Maßnahmen mit dem Wunsch nach „fairem Wettbewerb“ verbinden kannst, ist mir auch ein Rätsel. Aber wahrscheinlich hast Du Deine eigene Definition von „fair“.

            • Es geht um VWL. Zuständig ist insbesondere die EU-Kommission, und diese könnte in der Angelegenheit tätigt werden ganz ohne mich nach Definitionen zu fragen.

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