Seit geraumer Zeit erlauben es Lufthansa und die Airlines der Lufthansa Group den Passagieren, ihre Flüge durch die Zahlung einer Gebühr CO2 zu kompensieren. Hierbei wird je nach gewähltem Paket der durch den Passagier verursachte CO2-Ausstoß durch die Zuführung von SAF-Treibstoff bei zukünftigen Flügen oder aber durch Klimaprojekte auf der ganzen Welt kompensiert. Was grundsätzlich erst einmal wie eine Klimaschutzmaßnahme klingt, ist für die Passagiere vor allen Dingen dadurch attraktiv, dass man hierdurch zusätzliche Statuspunkte erhalten kann. Bis zu 80 % extra Statuspunkte pro Flug bekommt man durch die CO2-Kompensation gutgeschrieben, was den Weg zum Vielfliegerstatus deutlich vereinfacht.
💶 20 % Aufpreis: Die nachträgliche CO2-Kompensation kostet bei Lufthansa laut Preisvergleich 20 % mehr als vor dem Flug.
🏆 Bis zu 80 % zusätzliche Statuspunkte: Über die CO2-Kompensation können Miles&More-Mitglieder weiterhin zusätzliche Statuspunkte sammeln.
✈️ Frühzeitig buchen spart Geld: Wer die CO2-Kompensation bereits bei der Flugbuchung oder vor dem Abflug kauft, vermeidet den Aufpreis.
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Bis Mitte Oktober musste man die CO2-Kompensation allerdings entweder direkt bei der Buchung oder noch vor dem Abflug auf der Lufthansa-Webseite buchen, um hier auch die zusätzliche Meilengutschrift zu erhalten. Nun ist es seit Oktober auch wieder möglich, für bereits durchgeführte Flüge rückwirkend die CO2-Kompensation anzuwenden und hierdurch zusätzliche Statuspunkte zu erhalten. Das hat einen versteckten Haken, denn die nachträgliche CO2-Kompensation ist 20 % teurer, als wenn man diese noch vor dem Flug kauft.
Ich habe zur Veranschaulichung einen Flug zwischen München und London in der Business Class gewählt. Hierbei kostet das Kompensations-Programmpaket mit 5 % SAF-Treibstoff 5,20 Euro für den Flug und das Paket mit 80 % CO2-Kompensation durch SAF-Treibstoff 33,78 Euro. Dabei sind die großen Pakete wohl in den letzten Monaten auch hier teurer geworden als noch im vergangenen Jahr, und die Inflation hat auch bei Lufthansa Einzug gehalten.

Vergleicht man dies nun mit dem identischen Flug, der allerdings schon in der Vergangenheit durchgeführt wurde, fällt zum einen auf, dass es hier auch andere Pakete gibt, aber zum anderen sind auch das Paket Small (5 % SAF) und das Paket X-Large (80 % SAF) hier verfügbar. Allerdings sind die Preise exakt 20 % höher.

Dies sollte man tatsächlich wissen, denn wer die CO2-Kompensation nutzen möchte, spart tatsächlich einiges an Geld, wenn er diese schon bei der Buchung oder noch vor dem Flug online bei Lufthansa durchführt.
Lufthansa macht nachträgliche CO2-Kompensation teurer als vor dem Flug | Frankfurtflyer Kommentar
Ich lasse mich hier gerne eines Besseren belehren. Allerdings habe ich in Erinnerung, dass im letzten Jahr die CO2-Kompensation für schon durchgeführte Flüge exakt so teuer war, wie wenn man sie vor dem Flug gekauft hat. Wer auch diesen Eindruck hatte und daher bis Ende des Jahres warten wollte, um zu sehen, wie viele Flüge er kompensieren muss, um seinen Status zu halten bzw. zum nächsthöheren Status aufzusteigen, der wird nun mit einer Strafe von 20 % belegt.
Ganz zufällig dürfte das Ganze nicht sein. Denn auch Lufthansa wird gemerkt haben, dass die CO2-Kompensation, insbesondere die nachträgliche CO2-Kompensation, vor allen Dingen von Passagieren genutzt wird, welche diese nicht aus Klimaschutzgründen, sondern wegen der Statuspunkte nutzen. Hier nun 20 % für die nachträgliche Kompensation zu verlangen, obwohl die exakt gleiche Leistung erbracht wird, mag auf den ersten Blick etwas frech erscheinen. Allerdings ist es wohl genau so, wie die Marktwirtschaft funktionieren sollte. Wer kurzfristig die CO2-Kompensation für schon durchgeführte Flüge noch nutzt, um den Status zu erreichen, muss hier nun etwas tiefer in die Tasche greifen.
Es sollte aber klar sein, dass die zusätzlichen Kosten bei der nachträglichen CO2-Kompensation auch nicht dem Klima helfen, sondern ausschließlich der Bottomline von Lufthansa.
Die sog. „CO2-Kompensation“ ist moderner Ablasshandel.