Lufthansa möchte schon fertig gebaute Boeing 777-9 wegen Produktionsmängeln nicht abnehmen

Die Boeing 777-9 hat inzwischen sieben Jahre Verzögerung angehäuft. Allerdings sieht man inzwischen endlich Licht am Ende des Tunnels und hofft, dass im Sommer nächsten Jahres die ersten Passagiere mit der Boeing 777-9 fliegen können. Um nach endgültiger Zulassung die Flugzeuge schneller ausliefern zu können, hat Boeing schon vor einiger Zeit etwa 30 Vorserienflugzeuge fertig gebaut, allerdings hat sich nun herausgestellt, dass diese für eine Zulassung teils erheblich modifiziert werden müssen. Boeing geht davon aus, dass die Modifikation dieser Flugzeuge einige Jahre in Anspruch nehmen könnte.

Das Wichtigste auf einen Blick:

✈️ Lufthansa lehnt ab: Bereits gebaute Boeing 777-9 mit Produktionsmängeln sollen nicht in die Lufthansa-Flotte übernommen werden.
⚠️ „Terrible 30“: Vermutlich sechs für Lufthansa vorgesehene Jets gehören zur problematischen Vorserien-Charge und benötigen umfangreiche Modifikationen.
💰 Neue Abnehmer gesucht: Boeing könnte die betroffenen Flugzeuge nach der Nachrüstung mit hohen Rabatten an andere Airlines verkaufen.

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Man muss auch davon ausgehen, dass diese Flugzeuge nicht im Ansatz die Leistungsdaten erreichen werden, die Boeing eigentlich versprochen hat. Deswegen hat zum Beispiel schon Emirates gesagt, dass sie Flugzeuge aus dieser Serie, \die auch gerne als Terrible 30 bezeichnet werden, nicht abnehmen möchte\. Bei Emirates geht es um zehn Exemplare, und nun hat auch Lufthansa mitgeteilt, dass sie wohl keine Flugzeuge mit Produktionsmängeln von Boeing übernehmen möchte.

Bei der Vorstellung der Quartalszahlen hat der Lufthansa-Vorstand Carsten Spohr gesagt, dass man diese Flugzeuge nicht haben möchte und ähnlich wie Emirates aktuell mit Boeing über eine Alternative verhandelt. Allerdings möchte man die Diskussion nicht derartig öffentlich austragen wie die Kollegen aus Dubai.

Spohr lässt offen, um wie viele Flugzeuge es sich genau handelt, die man nun nicht von Boeing abnehmen möchte. Allerdings rechnet \\aeroTELEGRAPH\\ recht schlüssig vor, dass es sich wahrscheinlich um sechs Flugzeuge handelt, welche in die Charge der Terrible 30 fallen und für Lufthansa vorgesehen waren. Neben Emirates und Lufthansa sind wohl auch Qatar Airways, Singapore Airlines, ANA und Cathay Pacific betroffen.

 

Foto: Lufthansa
Dass man genau diese Exemplare nun aber nicht abnimmt, bedeutet nicht, dass Lufthansa die Boeing-777-9-Bestellung kürzen wird. Aktuell hat man 20 Festbestellungen und weitere 24 Optionen (inkl. Cargo-Version) für das Flugzeug. Für Lufthansa wird die Boeing 777-9 sehr wichtig sein, um unter anderem die Boeing 747 zu ersetzen, allerdings auch, um langfristig den Airbus A380 und dessen Kapazitäten auszugleichen, wenn die letzten Flugzeuge Mitte der 30er Jahre die Flotte verlassen werden.

Aktuell ist sogar davon auszugehen, dass \Lufthansa die Bestellung für die Boeing 777-9 noch einmal ausweitet\ und entweder mindestens einen Teil der Optionen in Festbestellungen umwandeln wird oder aber sogar noch weitere Flugzeuge bestellt.
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Boeing sucht schon nach neuen Abnehmern für die Terrible 30\

Jetzt ist davon auszugehen, dass fast alle Kunden, die eigentlich für die Terrible 30 vorgesehen waren, diese Boeing 777-9 nicht abnehmen werden, insbesondere auch, da diese Flugzeuge wahrscheinlich deutlich zu spät geliefert werden. Es ist nicht das erste Mal, dass ein Hersteller solche Probleme mit Vorserien-Flugzeugen hat. Und häufig werden diese Flugzeuge von anderen Airlines mit hohen Rabatten, deutlich über 50 %, abgenommen.

Aktuell gibt es Gerüchte, dass United Airlines daran interessiert sein könnte, bis zu 20 dieser Boeing 777-9 aus der problematischen Charge zu übernehmen, nachdem diese aufgearbeitet worden sind. United würde zwar Flugzeuge mit schlechteren Leistungsdaten erhalten, allerdings mit massiven Nachlässen beim Kauf. Je nachdem, wo man diese Flugzeuge einsetzen möchte, kann dies für die Airlines tatsächlich ein attraktiver Deal werden.
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Lufthansa möchte schon fertig gebaute Boeing 777-9 wegen Produktionsmängeln nicht abnehmen | Frankfurtflyer Kommentar\

Lufthansa ist dafür bekannt, ein unglaublich pingeliger Kunde bei den Flugzeugbauern zu sein, und daher ist es nicht sonderlich überraschend, dass man die Flugzeuge dieser betroffenen Charge nicht bei Boeing abnehmen möchte. Allerdings ist es auch nicht so überraschend, dass Lufthansa diesen Disput mit Boeing nicht so öffentlich austragen möchte, wie es Emirates aktuell tut.

Was man bei der ganzen Diskussion um die Terrible 30 beachten muss, ist, dass diese Flugzeuge, sollten sie noch nachrüstbar sein, bei der Auslieferung nicht unsicher sein werden. Sie werden lediglich nicht die Leistungsdaten erfüllen, welche Boeing für das Flugzeug eigentlich versprochen hat. Das bedeutet, dass sie im Betrieb deutlich teurer sein werden. Für Lufthansa und die geplanten Einsätze der Boeing 777-9 scheint es damit nicht infrage zu kommen, auch mit hohen Abschlägen, die Boeing wahrscheinlich bereit wäre zu geben.

Es ist allerdings nicht klar, wie viele der 30 betroffenen Flugzeuge wirklich nachgerüstet werden können bzw. wo sich der Aufwand noch lohnt. Bei mindestens einem Flugzeug ist die Entscheidung schon getroffen worden, \denn dieses wird bereits verschrottet.

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