Lufthansa und Air France müssen Ihr Angebot für TAP nacharbeiten | Übernahme verzögert sich

TAP Air Portugal ist eine der größten europäischen Airlines, die noch privatisiert werden sollen. Aktuell läuft das Bieterverfahren für 44,9 % der Anteile der portugiesischen Fluglinie. Sowohl die Lufthansa-Gruppe als auch Air France/KLM haben bindende Angebote für die Star-Alliance-Airline abgegeben. Nun möchte allerdings die Regierung in Lissabon, dass beide Bieter noch einmal ihre Angebote überarbeiten, denn die Angebote seien sich zu ähnlich.

Das Wichtigste auf einen Blick:

🇵🇹 TAP-Privatisierung verzögert sich: Portugal verlängert das Bieterverfahren für 44,9 Prozent der Airline bis Dezember 2026.
✈️ Lufthansa gegen Air France/KLM: Beide Airline-Gruppen haben bindende Angebote abgegeben, die der Regierung jedoch noch zu ähnlich sind.
🤝 Angebote müssen nachgebessert werden: Portugal fordert weitere Zusagen, unter anderem für den Standort, Arbeitsplätze und die Zukunft der Marke TAP.

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Grundsätzlich gäbe es zwar Unterschiede zwischen den Angeboten von Lufthansa und Air France, allerdings seien diese für die Regierung in Lissabon nicht ausreichend, um eine Entscheidung zu treffen. Ursprünglich war einmal geplant, dass bereits im September eine Entscheidung über die Zukunft von TAP gefällt wird. Dies wird sich nun allerdings weiter verzögern, und das offizielle Verfahren wurde bis Dezember 2026 verlängert.

Es wirkt hier leider so, als ob die Regierung in Portugal vor allem versucht, politischen Einfluss auf das Angebot zu nehmen. Es war von vornherein klar, dass es der Regierung in Lissabon nicht nur wichtig ist, wie hoch der Erlös ist, den man für TAP erzielt, sondern man möchte vor allen Dingen Garantien für den Standort Portugal und Lissabon haben, für den Fortbestand der Marke TAP sowie auch Arbeitsplatzgarantien in Portugal.

Diese Forderung der Regierung in Lissabon, ein Angebot für TAP abzugeben, ist natürlich für eine Airline durchaus schwierig, denn sie erschwert den operativen Betrieb. Lufthansa möchte TAP vor allen Dingen als Südamerika-Spezialisten positionieren und hierbei auch das Netzwerk nach Brasilien weiter ausbauen. Gerade in Südamerika ist die Star Alliance aktuell sehr schwach vertreten, sodass TAP ein wichtiger Bestandteil der Lufthansa-Gruppe werden könnte.

Lufthansa möchte allerdings perspektivisch auch die Option haben, TAP komplett zu übernehmen, nach dem Vorbild von ITA Airways. Die Regierung in Lissabon möchte allerdings aktuell nur eine Minderheitsbeteiligung von maximal 44,9 % verkaufen. Für Lufthansa und vermutlich auch für Air France und KLM ist hierbei entscheidend, dass man die operative Kontrolle über die Airline bekommt, um die wirtschaftlichen Vorteile, die man als Airline-Gruppe einbringen kann, auch wirklich nutzen zu können.

So würden Flottenplanung, Einkauf, Tarifstruktur und Verkauf aufeinander abgestimmt werden, was enorme operative Vorteile bringt, schon allein aufgrund der Größe der Lufthansa-Gruppe oder von Air France/KLM.
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Lufthansa und Air France müssen ihr Angebot für TAP nacharbeiten | Frankfurtflyer Kommentar\

Grundsätzlich ist jedem in der Airline-Branche klar, dass es in Europa eine Konsolidierung geben muss, und langfristig wird es hier nur noch drei große Fluggesellschaften geben, die verschiedene (nationale) Marken betreiben. Neben Lufthansa werden dies Air France/KLM und die IAG von British Airways/Iberia sein.

Ein großes Problem bei der Konsolidierung innerhalb Europas ist allerdings nach wie vor, dass die Regierungen der einzelnen Staaten sehr großen Einfluss auf die nationalen Airlines haben. Dies hat man sowohl in Italien mit ITA Airways gesehen als auch nun bei TAP Air Portugal. Diese politische Einflussnahme vereinfacht die Privatisierung der Fluggesellschaften nicht unbedingt und vor allem auch nicht den Prozess, die Fluggesellschaften in Zukunft wirtschaftlich zu machen.

Dass man beide Bieter noch einmal aufgefordert hat, das Angebot nachzubessern, wirkt vor allem verhandlungstaktisch. Es wäre tatsächlich auch nicht das erste Mal, dass einer der Bieter hier aussteigt, da er sein Angebot nicht nachbessern möchte bzw. man in den Verhandlungen zu einem Punkt kommt, den man als Käufer nicht akzeptieren kann. Es bleibt also durchaus spannend, was in Portugal mit TAP passiert.

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