Lufthansa hat bereits 41 % von ITA Airways übernommen, und diesen Sommer sollen weitere 49 % folgen, sodass Lufthansa dann mit 90 % der Eigentumsrechte auch der Hauptanteilseigner von ITA Airways ist. Auch die letzten 10 % sollen bis spätestens 2033 von Italien an Lufthansa verkauft werden. So sieht das „Investment Agreement“ vor. Allerdings gibt es aktuell gewisse Uneinigkeiten über die genauen Zahlungen, und man ist sich hier über die Kleinigkeit von 100 Millionen Euro uneinig.
✈️ Lufthansa übernimmt 90 % von ITA Airways, finale Übernahme bis 2033 geplant.
💶 Streit um 100 Mio. € „Earn-out“-Prämie zwischen Lufthansa und Italien.
🇮🇹 Italien fordert Vertragsnachverhandlung wegen EU-Verzögerung – Lufthansa lehnt ab.
325 Millionen Euro hat Lufthansa bereits für die ersten 41 % von ITA Airways an Italien bezahlt, und auch für die zweite Stufe der Anteile sollen noch einmal 325 Millionen Euro in die italienische Staatskasse fließen. Daneben gibt es allerdings auch noch eine erfolgsabhängige Prämie von 100 Millionen Euro, bei der es gewisse Uneinigkeit gibt.
So sieht das Investment Agreement ein sogenanntes Earn-out vor, was nichts anderes ist als eine Prämie, die Lufthansa an Italien bezahlen muss, wenn ITA Airways schnell profitabel wird. Hierbei überträgt man quasi pauschal 100 Millionen Euro von zukünftigen Gewinnen an den ehemaligen Eigentümer.
Zur Bewertung, ob es zum Earn-out kommt, ist das Geschäftsjahr 2027 vereinbart, welches ITA Airways mit einem Gewinn in der Bilanz beenden muss. Beide Seiten, sowohl Lufthansa als auch Italien, gehen davon aus, dass dies nicht geschafft wird, und man rechnet hier erst 2028 damit, dass es zu einem ersten Gewinn in der Bilanz von ITA Airways kommen wird.
Italien argumentiert hier nun, dass es aufgrund des ungewöhnlich langen Genehmigungsprozesses des Deals durch die EU, welcher 22 Monate in Anspruch genommen hat, nun deutlich später zu den positiven Synergieeffekten für ITA Airways kommt, die die Übernahme durch Lufthansa mit sich bringt, da auch mit der Integration der Airline entsprechend später begonnen wurde. Daher will Italien die Verträge nachverhandeln und 2028 als Bemessungsjahr heranziehen.
Lufthansa hingegen sieht natürlich wenig Grund, den Vertrag und die Daten nachzuverhandeln, und argumentiert damit, dass man dies auch nicht gegenüber den Aktionären rechtfertigen könnte.
Lufthansa und Italien streiten sich bei ITA-Airways-Übernahme um 100 Millionen Euro | Frankfurtflyer Kommentar
Natürlich war es für beide Parteien sehr ärgerlich, dass sich die Genehmigung der EU so lange hingezogen hatte, allerdings kann man hier das Argument von Lufthansa durchaus verstehen, dass man hier schwerlich für die Verzögerungen verantwortlich ist. Die Beziehung zwischen Lufthansa und Italien sei aber sehr gut, und man geht daher davon aus, dass man sich auch in dieser Frage einigen kann.
Anders als man es vielleicht vermuten könnte, ist man in Italien wohl sehr glücklich darüber, dass man nach über 20 Jahren Verlusten bei Alitalia nun mit Lufthansa einen sehr starken Partner hat, der ITA Airways wirklich zu einer erfolgreichen Airline machen könnte – ganz nach dem Vorbild von SWISS.
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