Lufthansa verlangt nun Geld für Sitzplatzänderungen beim Check-In

Foto: Lufthansa A380 Economy Class

Es ist kein Geheimnis, dass Lufthansa aktuell versucht, durch zusätzliche Gebühren den Ertrag zu erhöhen. Schon seit Jahren müssen fast alle Passagiere in der Economy und Premium Economy Class (wenn sie über keinen Vielfliegerstatus oder einen sehr teuren Tarif verfügen) für die Sitzplatzreservierung vorab bezahlen. Dies wird nun noch weiter verschärft, denn seit dem 1. Juli bittet Lufthansa die Passagiere auch zur Kasse, wenn sie beim Online-Check-in den Sitzplatz ändern wollen, was bisher nur im günstigen Light-Tarif (ohne Gepäck) gemacht wurde.

Das Wichtigste auf einen Blick:

💺 Seit dem 1. Juli kostet auch die Sitzplatzänderung beim Online-Check-in in vielen Lufthansa-Tarifen Geld.
💶 Kostenlose Sitzplatzänderungen gibt es nur noch für bereits reservierte Sitzplätze innerhalb derselben Sitzplatzkategorie.
👨‍👩‍👧‍👦 Familien und gemeinsam gebuchte Gruppen sollen laut Lufthansa weiterhin automatisch zusammensitzen.

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Es galt bisher auch immer als „Hack“, recht frühzeitig bei Lufthansa online den Check-in durchzuführen, um dann seinen Wunschsitzplatz doch noch zu sichern. Hier hatte Lufthansa immer allen Passagieren der Economy und Premium Economy Class quasi alle Sitzplätze kostenlos verfügbar gemacht, sodass man auch, ohne für einen Sitzplatz zu bezahlen, den bevorzugten Sitzplatz bekommen hat.

Besonders günstig sind Sitzplatzreservierungen bei Lufthansa in der Economy Class nicht und können vor allem auf der Langstrecke zwischen 35 Euro für einen normalen Platz bis hin zu 200 Euro für einen Exit Row Seat betragen. Wer hier mit dem zugewiesenen Sitzplatz beim Online-Check-in nicht einverstanden ist, muss diesen nun zukünftig auch zur vollen Gebühr ändern.

Sitzplatzgebühren auf Frankfurt nach New York

Gerade für Passagiere in der Economy Class und Premium Economy Class können Sitzplatzgebühren so nicht unerhebliche Zusatzkosten verursachen. Relevant ist dies auch deshalb, da eine kostenlose Sitzplatzreservierung nur noch bei Passagieren enthalten ist, die den teuren Flex-Tarif gebucht haben oder über einen Senator-Status und HON-Circle-Status verfügen, und selbst wer einen Flex-Tarif bucht, muss für die besseren Sitze in der Preferred Zone oder auch mit extra Legroom noch einmal extra bezahlen.

Lufthansa bekräftigt aber, dass man bei der Zuteilung von Sitzplätzen nicht versuchen wird, durch besonders unangenehme Zuteilungen die Passagiere zum kostenpflichtigen Ändern zu drängen. Auch sollen Familien oder Gruppen, die zusammen gebucht wurden, automatisch zusammengesetzt werden. Nur individuelle Anpassungen müssen nun immer bezahlt werden.

Passagiere, die einen Sitzplatz vorab reservieren und bezahlen, können diesen auch während des Check-ins weiterhin kostenfrei ändern, allerdings nur innerhalb der schon gebuchten Kategorie.

Lufthansa verlangt nun Geld für Sitzplatzänderungen beim Check-in | Frankfurtflyer Kommentar

Es sind wirklich keine guten Nachrichten und es ist wohl klar, wohin die Reise bei Lufthansa geht. Gerade bei Sitzplatzgebühren haben Airlines inzwischen erkannt, dass man hier durchaus Geld von den Passagieren bekommen kann, denn fast jeder weiß, dass es nicht unerheblich ist, wo genau man im Flugzeug sitzt, und dies hat einen großen Einfluss darauf, wie angenehm der Flug ist.

Ein wenig fragwürdig ist das Vorgehen von Lufthansa dennoch, auch wenn man sich hier wohl mehr oder weniger dem Branchenstandard anpasst, denn man hat erst in den letzten Jahren bei immer mehr Tarifen die kostenlose Sitzplatzreservierung als Tarifbestandteil entfernt und nun will man sogar bei Änderungen während des Check-ins die Hand aufhalten.

Ich bin gespannt, wie dies von den Passagieren angenommen wird und auch, ob dies nur ein Test oder eine dauerhafte Lösung sein wird.

Danke: Loyaltylobby

21 Kommentare

    • Gute Frage aber ich befürchte für alle Abflüge nun. Es steht ja nirgends, dass du beim Check-In dann kostenlos Sitze auswählen kannst.

    • 8.6. gebucht, MUC-HAM in Eco Flex gestern. „Preferred Zone“ musste bezahlt werden, wobei die Zone auf einem Flug bis Reihe 14 ging und auf dem anderen Flug bis Reihe 15 (jeweils A321).
      Bei fast EUR 500,- für den Flug schon enttäuschender Service.

  1. Offenbar befindet sich die Deutsche Lufthansa im Moment auf dem Trip herauszufinden, wo genau die Schmerzgrenze der Kunden und auch die der Vielflieger liegt.
    Da hätte ich dann noch eine weitere Idee, nämlich die „Negative Flex Rate“. Bei diesem Tarif würde man ein Ticket kaufen, würde dann aber nicht sicher sein, ob man mitfliegen kann. Einsteigen (natürlich ohne jegliches Gepäck) darf man auch nur dann, wenn es noch einen freien Sitzplatz gibt. Gibt es keinen, ist auch der Flugpreis verloren und kann von der Lufthansa einbehalten werden…
    Irgendwie habe ich langsam das Gefühl, als wenn bei denen Trojaner das Regiment übernommen haben. Auf der anderen Seite machen wir alle denen das Leben ja auch leichter als nötig, süchtig, wie viele von uns sich nach den Statusinhaberschaften haben machen lassen.
    Auf der anderen Seite kann man nur hoffen, daß der Spruch in Salomons Sammlung sinngemäß zutreffend ist, nämlich, daß Hochmut vor dem Fall kommt.
    Meine Entscheidung, meinen in gut 6 Monaten ablaufenden Senator-Status nicht nochmals zu verlängern, habe ich schon vor vielen Monaten getreoffen und sehe mich in dieser immer öfter bestätigt.

    • Wir, meine Frau und ich, haben die gleiche Entscheidung getroffen. Als Vielflieger (stets auf eigene Kosten, sprich „Urlauber“), haben wir wenn immer möglich, auf unseren Flügen nach Südamerika, Südostasien, oder die USA, die Lufthansa bevorzugt. Nach etlichen unbefriedigenden Erlebnissen an Bord (unfreundliches Herumgezicke) und am Boden (respektloser Check-in, selbst in der First Class) hat sich unsere Präferenz „verschoben“. Gepaart mit der neuen Preispolitik, weichen wir nun ohne Rücksicht auf eine Erneuerung/Verlängerung des Senatorstatus auf die Konkurrenz aus. Das Portmonnaie dankt es……

      • Das tut ja beim Lesen schon weh: Als Vielflieger mit SEN-Status bleibt es kostenfrei. Das Argument der Kostenänderung betrifft dich also nicht. Und wer respektvolles Verhalten bloß aufgrund des FC-Tickets erwartet, hat den Schuss nicht gehört. Ein höflicher Umgang? Selbstverständlich! Ein angemessener Umgang? Keine Frage! Aber wofür verdienst du Respekt? Den Kauf eines teuren Tickets?! Wohl kaum.

  2. Ich buche gerne mal in der Eco einen Platz ganz vorne in der preferred zone und dann ärgert es mich schon, wenn jemand bei nicht ausgebuchten Flug plötzlich auf den Mittelplatz sitzt, nur um vorne im Flugzeug zu sein. Die Person hat diesen Platz bestimmt nicht teuer gekauft, sondern kostenfrei beim check in ausgewählt. Und fragt dann noch frech, ob man vom Gang lieber in die Mitte tauschen möchte 😡

  3. LH entwickelt sich immer mehr zu einer schlecht kopierten Ryanair, einfach nur noch peinlich dieses Abzock-Gebaren. Null-Leistung zu teuer Geld zu verkaufen ist schlicht Abzocke, denn ich sehe schlicht Null-Leistung beim selbst auswählen von Sitzplätzen, denn man muss im Flugzeug sitzen, Stehplätze sind glücklicherweise nicht zugelassen…

  4. Hatte mich schon gewundert. Fliege oft im Günni Tarif ohne Sitzplatzreservierung, bin lebenslanger Senator und bin in der Regel sehr fair sehr weit vorne in der Nähe des Vorhang platziert worden. Die letzten beiden Male ist mir aufgefallen dass die Maschine zu mehr als einem Drittel nicht besetzter und dennoch in den Reihen 20-30 platziert wurde. Jetzt weiß ich warum …

    • Genau das mir nun auch schon öfter passiert….gestern auch wieder 26C im A321….
      Leider wird man auch als Senator inzwischen von Herrn Spohr verarscht. Situation mit dem Essensangebot ist auch übel und hat nichts mit Premium zu tun.
      Mit Airforce und KLM bin ich eigentlich ganz zufrieden. Die neuen Kabinen sind einfach top und haben eben auch überall eine Tür.

  5. Wenn die Lufthansa versucht, Standards zu setzen, kommt so ein Klump wie die First-Mittel-Suite oder der Business-Sitz-Irrgarten bei Allegris dabei heraus.
    Schon bei diesem Irrgarten wird deutlich, dass es einzig um ein race-to-the-bottom und Zusatzerlöse geht:
    Was kann Kunden noch in Rechnung gestellt werden, was bisher inklusive war?
    Wenn Lufthansa hier agiert wie andere Airlines, dann können Kunden gleich mit anderen Airlines fliegen.

  6. Bekomme ich dann auch Geld zurück, wenn Lufthansa mal wieder meine bei der Buchung bestätigte Sitzplatzreservierung zum Check-in geändert hat, ohne dass es zuvor einen Wechsel des Fluggeräts gegeben hätte?

    • Tatsächlich funktioniert das in meiner Erfahrung inzwischen sehr gut. Da kommt die Erstattung sogar automatisch auf die Kreditkarte zurück.

      Ich halte nicht viel von der Taktik von LH aber hier muss man ihnen zugestehen, dass sie die Erstattung von Zusatzleistungen inzwischen gut unter Kontrolle haben. Besser als viele andere Airlines denen man teils Monate hinterher rennen darf (paging Qatar Airways ;))

  7. Mir geht’s wie den anderen Kommentatoren. Ca. 3000 Quali-Punkte fehlen mir „eigentlich nur noch“ zum SEN auf Lebenszeit, überwiegend privat finanziert und erflogen. Mitterweile bin ich jedoch von der LH dermaßen „angepisst“ (Tschuldigung), dass ich zukünftig auf diese, ehemals geschätzte Airline verzichten werde, wenn es irgendwie geht. Meine Kohle kriegt ihr nicht mehr, ihr „Allegris/M&M Loyality-Versager“ bei der LH. 100 weitere Jahre gebe ich dem taumelnden Kranich nicht mehr. Das selbstverschuldete Ende naht; an der Vogelgrippe liegt’s nicht.

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