Es ist kein Geheimnis, dass Lufthansa aktuell versucht, durch zusätzliche Gebühren den Ertrag zu erhöhen. Schon seit Jahren müssen fast alle Passagiere in der Economy und Premium Economy Class (wenn sie über keinen Vielfliegerstatus oder einen sehr teuren Tarif verfügen) für die Sitzplatzreservierung vorab bezahlen. Dies wird nun noch weiter verschärft, denn seit dem 1. Juli bittet Lufthansa die Passagiere auch zur Kasse, wenn sie beim Online-Check-in den Sitzplatz ändern wollen, was bisher nur im günstigen Light-Tarif (ohne Gepäck) gemacht wurde.
💺 Seit dem 1. Juli kostet auch die Sitzplatzänderung beim Online-Check-in in vielen Lufthansa-Tarifen Geld.
💶 Kostenlose Sitzplatzänderungen gibt es nur noch für bereits reservierte Sitzplätze innerhalb derselben Sitzplatzkategorie.
👨👩👧👦 Familien und gemeinsam gebuchte Gruppen sollen laut Lufthansa weiterhin automatisch zusammensitzen.
Es galt bisher auch immer als „Hack“, recht frühzeitig bei Lufthansa online den Check-in durchzuführen, um dann seinen Wunschsitzplatz doch noch zu sichern. Hier hatte Lufthansa immer allen Passagieren der Economy und Premium Economy Class quasi alle Sitzplätze kostenlos verfügbar gemacht, sodass man auch, ohne für einen Sitzplatz zu bezahlen, den bevorzugten Sitzplatz bekommen hat.
Besonders günstig sind Sitzplatzreservierungen bei Lufthansa in der Economy Class nicht und können vor allem auf der Langstrecke zwischen 35 Euro für einen normalen Platz bis hin zu 200 Euro für einen Exit Row Seat betragen. Wer hier mit dem zugewiesenen Sitzplatz beim Online-Check-in nicht einverstanden ist, muss diesen nun zukünftig auch zur vollen Gebühr ändern.

Gerade für Passagiere in der Economy Class und Premium Economy Class können Sitzplatzgebühren so nicht unerhebliche Zusatzkosten verursachen. Relevant ist dies auch deshalb, da eine kostenlose Sitzplatzreservierung nur noch bei Passagieren enthalten ist, die den teuren Flex-Tarif gebucht haben oder über einen Senator-Status und HON-Circle-Status verfügen, und selbst wer einen Flex-Tarif bucht, muss für die besseren Sitze in der Preferred Zone oder auch mit extra Legroom noch einmal extra bezahlen.
Lufthansa bekräftigt aber, dass man bei der Zuteilung von Sitzplätzen nicht versuchen wird, durch besonders unangenehme Zuteilungen die Passagiere zum kostenpflichtigen Ändern zu drängen. Auch sollen Familien oder Gruppen, die zusammen gebucht wurden, automatisch zusammengesetzt werden. Nur individuelle Anpassungen müssen nun immer bezahlt werden.
Passagiere, die einen Sitzplatz vorab reservieren und bezahlen, können diesen auch während des Check-ins weiterhin kostenfrei ändern, allerdings nur innerhalb der schon gebuchten Kategorie.
Lufthansa verlangt nun Geld für Sitzplatzänderungen beim Check-in | Frankfurtflyer Kommentar
Es sind wirklich keine guten Nachrichten und es ist wohl klar, wohin die Reise bei Lufthansa geht. Gerade bei Sitzplatzgebühren haben Airlines inzwischen erkannt, dass man hier durchaus Geld von den Passagieren bekommen kann, denn fast jeder weiß, dass es nicht unerheblich ist, wo genau man im Flugzeug sitzt, und dies hat einen großen Einfluss darauf, wie angenehm der Flug ist.
Ein wenig fragwürdig ist das Vorgehen von Lufthansa dennoch, auch wenn man sich hier wohl mehr oder weniger dem Branchenstandard anpasst, denn man hat erst in den letzten Jahren bei immer mehr Tarifen die kostenlose Sitzplatzreservierung als Tarifbestandteil entfernt und nun will man sogar bei Änderungen während des Check-ins die Hand aufhalten.
Ich bin gespannt, wie dies von den Passagieren angenommen wird und auch, ob dies nur ein Test oder eine dauerhafte Lösung sein wird.
Danke: Loyaltylobby
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