Lufthansa hat vor einigen Wochen auch in der Premium Economy Class und Business Class auf Langstrecken neue Light-Tarife eingeführt. Diese sollen einen günstigeren Einstieg in die Premium-Klassen erlauben, bieten aber im Detail auch weniger, vor allem deutlich weniger Flexibilität. Nun hat auch Miles&More diese Tarife bei Prämienflügen adaptiert und man kann ab sofort auch Premium Economy Light sowie Business Light Tarife als Prämienflug buchen.
✈️ Miles&More führt neue Light-Tarife für Business- und Premium-Economy-Prämienflüge ein.
💺 Die günstigen Meilenpreise kommen mit Einschränkungen wie fehlender Umbuchung und Stornierung.
🧳 Weniger Freigepäck und kostenpflichtige Sitzplatzreservierungen machen die Tarife weniger flexibel.
Wirklich überraschend ist dieser Schritt natürlich nicht, denn Miles&More möchte auch bei Prämienflügen die Tariflogik von Lufthansa und ihren Töchtern beibehalten, weshalb dies nun ein sehr logischer Schritt war. Schaut man sich das Ganze im Detail an, entsteht hier auch ein durchaus günstiger Einheitspreis für Prämienflüge in der Premium Economy und Business Class auf Langstrecke, mit auf den ersten Blick sehr niedrigen Meilenpreisen. Allerdings kommen die neuen Light-Tarife natürlich auch bei Prämienflügen mit allen dazugehörigen Abstrichen.
Gerade wenn man eine Langstrecke als Prämienflug in der Economy Class sucht (was wohl nach wie vor die meisten Miles&More Nutzer machen), fallen durch die neuen Business Light und Premium Economy Class Tarife die doch sehr niedrigen Meilenwerte im Vergleich auf. Teils sind die Meilenwerte für die Premium Economy sogar niedriger als für die Economy Class und die Business Class nur wenige Tausend Meilen teurer, wie im unten stehenden Beispiel nach New York.
Allerdings fallen hier natürlich auch direkt die hohen Zuschläge in der Premium Economy Class und Business Class auf, welche sicherlich auch schon einige Meilensammler abschrecken, aber das Interesse an Premium-Tickets sollten diese Meilenwerte sicher wecken.

Schaut man natürlich in die Details, dann sieht man hier, dass es sich bei den besonders günstigen Meilentickets um Light-Tarife handelt, welche vor allem nicht änderbar sind oder storniert werden können. Wer hier mehr Flexibilität will, der muss natürlich etwas mehr Meilen investieren.
Eine wichtige Einschränkung der Light-Tarife in der Premium Economy und Business Class ist aber auch, dass man hier nur einen, anstelle von zwei Koffern à 23 kg bzw. 32 kg, aufgeben darf und auch die Sitzplatzreservierung ist in diesen Tarifen immer kostenpflichtig, was für die meisten wohl der größte Nachteil sein dürfte.
HON Circle Member und Senatoren dürfen weiterhin kostenlos ein zusätzliches Gepäckstück aufgeben, also in Summe zwei innerhalb der jeweiligen Freigrenze. Sitzplatzreservierungen sind hier aber selbst mit HON Circle Status nicht kostenlos!
Miles&More führt nun ebenfalls Light-Tarife in der Premium Economy und Business Class ein | Frankfurtflyer Kommentar
Es ist eigentlich keine sonderliche Überraschung, dass es die Light-Tarife nun auch in der Business und Premium Economy Class bei Miles&More Prämientickets gibt, da man hier immer die Tarifstruktur von Cash-Tickets adaptieren will. Auf den ersten Blick machen diese Tickets auch ein durchaus attraktives Angebot, denn man kann hier für erstaunlich wenige Meilen vor allem Business Class Tickets buchen. Wie immer machen aber die extrem hohen Steuern und Gebühren bei vielen Lufthansa Flügen, vor allem nach Nordamerika, einen Strich durch die Rechnung, wobei dies wieder ein Thema für sich ist.


Ganz ehrlich – auf mich wirken diese ganzen Tarifbausteine einfach nur abschreckend.
Wer keine Übung mit den Systemen hat, kann doch gut und gerne mal ein bis zwei Stunden damit verlieren, sich durch den ganzen Kram durchzuklicken, bis die gewünschte Option gefunden ist. Und wenn man das dann noch in Konkurrenz zu Tarifen anderer Airlines setzt …
Premium Eco light oder flex, Fensterplatz oder Gangplatz, Zuzahlung oder keine?
Oder doch lieber den Allegris-C-Gangplatz ohne Zuzahlung? Oder lieber in der Mitte die Suite – ach stop, die ist jetzt blockiert – dann lieber den Fensterplatz vorn rechts. Drei Wochen später Aircraft Change und das ganze wieder von vorn.
ARGHHHH!!!!!!
Das ist nicht individualisiertes Buchen, das ist Arbeit – und dafür soll ich noch zahlen?
Da vergehen dann schonmal schnell Zeiträume, die in Stunden zu messen sind, wenn man sich damit ernsthaft auseinandersetzen will und auch noch den Anspruch hat, Preise und Leistungen zu vergleichen.
Und wenn ich einfach blind dem Buchungsprozess folge, und alle Zusatzoptionen buche, die mir gefallen, dann fühlt sich das Preisschild am Ende des Buchungsprozesses einfach nur an, als hätte mich ein Wegelagerer ausgenommen.
Warum in aller Welt sollte ich mir das antun?
Auf den Punkt, merci!
Das kommt am Ende dabei heraus, wenn von Anfang an bei der Konzeption von Kabine und Tarifstruktur einzig und allein die Maximierung von Zusatzerlösen als Ziel ausgeben und nicht eine einzige Nebenbedingung für die Gleichung formuliert wird.
Dein ARGHHHH ergänze ich mit einem BÄHHHH für diese Wegelagerer.