Nach Notfall: Lufthansa Boeing 747-8 landet zu schwer in Frankfurt und löst Feuerwehreinsatz aus

Archivbild: Lufthansa Boeing 747-8

Es müssen beklemmende Momente an Bord von LH402 gewesen sein, als die Passagiere auf dem Weg nach Newark am 27. Juni nur 14 Minuten nach dem Start darüber informiert wurden, dass man aufgrund von Brandgeruch sofort nach Frankfurt zurückkehren müsse. Hier löste die Lufthansa Boeing 747-8 auch einen Einsatz der Feuerwehr aus, die das Flugzeug direkt nach dem Aufsetzen mit Wasser kühlte, offenbar, da die Bremsen wegen der Overweight-Landung zu heiß geworden waren.

Das Wichtigste auf einen Blick:

🔥 Brandgeruch: LH402 kehrte nur 14 Minuten nach dem Start vorsorglich nach Frankfurt zurück.
✈️ Overweight Landing: Wegen der schnellen Rückkehr wurde kein Treibstoff abgelassen.
🚒 Feuerwehreinsatz: Die Bremsen der Boeing 747-8 wurden nach der Landung gekühlt.

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Was sich sicherlich dramatisch an Bord anfühlt und auch keine alltägliche Prozedur ist, zeigt allerdings, wie hoch das Sicherheitsbewusstsein in der Luftfahrt ist und dass solche Situationen trotz aller Dramatik immer sehr professionell und sicher für Crew und Passagiere bewältigt werden.

Der Flugverlauf von LH402 von Frankfurt nach Newark spricht hier eine deutliche Sprache. Nach einem pünktlichen Start in Frankfurt flog man im Steigflug Richtung Nordwesten. Nur 14 Minuten nach dem Abheben, etwa auf der Höhe von Bonn, hat sich die Crew dazu entschieden, sofort nach Frankfurt zurückzukehren, da man in der Kabine einen „sehr starken Geruch nach verbranntem Gummi“ wahrgenommen hatte, wie unter anderem Passagiere an Bord berichtet haben.

Da ein Feuer an Bord grundsätzlich eine der größten Gefahren in einem Passagierflugzeug darstellt, hat sich die Crew offensichtlich zu einer sehr schnellen Rückkehr nach Frankfurt entschieden und hierbei auch keinen Treibstoff abgelassen. Dies führte dazu, dass die Lufthansa Boeing 747-8 bei der Landung wohl zu schwer war und bei der Overweight Landing deutlich mehr Bremskraft aufbringen musste, weshalb die Bremsen des Jumbos bei der Landung wohl sehr heiß wurden.

Der gesamte Flug von LH402 dauerte nur knapp 30 Minuten und zeigt damit auch wirklich sehr deutlich, wie eilig man es hatte, vermutlich, da die Situation und die Herkunft des Geruchs nicht eindeutig waren.

Nach der Overweight Landing in Frankfurt wurde die Lufthansa Boeing 747-8 von mehreren Feuerwehrfahrzeugen empfangen, die direkt auf der Landebahn damit begonnen haben, das Flugzeug (vermutlich vor allem die Bremsen) mit Wasser zu besprühen. Auf X wurde hierzu ein sehr beeindruckendes Video geteilt.

Die Lufthansa Boeing 747-8 verblieb nach dem Feuerwehreinsatz noch fast eine Stunde auf der Bahn, bevor sie auf eine Parkposition gebracht wurde.

Die Passagiere und die Crew blieben alle unverletzt, und vor allem die Passagiere wurden auf andere Flüge umgebucht.

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Es war sicherlich keine schöne Erfahrung für die Passagiere an Bord von LH402, allerdings ist der ganze Vorfall am Ende doch sehr glimpflich für alle Beteiligten ausgegangen. Dabei war die Situation im Flug wohl nicht so klar, wie man es sich gerne wünscht, denn dass man sich zur Overweight Landing in Frankfurt entschieden hat, deutet doch auf eine gewisse Dringlichkeit hin.

Aber die Situation zeigt doch auch wieder einmal, wie gut man in der Luftfahrt auf solche außergewöhnlichen Situationen vorbereitet ist. Auch wenn wohl kaum jemand einen solchen oder irgendeinen anderen sicherheitsrelevanten Zwischenfall im Flugzeug erleben will, sorgt die sehr gute Ausbildung aller Beteiligten doch gewöhnlich dafür, dass man hier immer wieder sicher auf den Boden kommt.

14 Kommentare

    • Wie es auch aus dem Screenshot hervorgeht. Diese Boeing 747-8 war schon ein paar mal wohl ein Pechvogel und musste ungeplant Landen, nicht immer mit Verschulden des Flugzeuges.

    • Die Zelle wird hier zwar höher belastet, aber beschädigt wird es dabei wohl nicht. In der Luftfahrt wird ja immer mit hohen Sicherheiten gerechnet und ausgelegt und es gibt sogar Parameter in welchen Landungen mit überschrittenen Maximalgewicht möglich und „legal“ sind. Das größte Problem sind die hohen Belastungen auf die Bremsen und Reifen (die müssen danach durchaus mal getauscht werden) und Bremsen sind nach solchen Landungen eben oft so heiß, dass sie mit Wasser gekühlt werden müssen.

  1. Offenbar wieder falscher Alarm, erinnert an die überstürzte Lufthansa Evakuierung in Athen, wo es auch kein Feuer gab, aber ein Flugbegleiter was gerochen hatte. Wäre es in solchen Fällen nicht sinnvoller, einer der Piloten geht nach hinten und schaut sich die Situation mal in Ruhe an, als dass man sich auf offenbar unfundierte Geruchseindrücke von Flugbegleitern verlässt? Die Flugzeuge haben ja Rauch- und Feuermelder, solange die nichts anzeigen und kein Rauch zu sehen ist, würde ich sagen, da ist nichts, weiter fliegen.

    • Einer der Gründe, warum die Sicherheit in der Luftfahrt so hoch ist, ist dass man genau so etwas nicht macht. Lieber eine Millionen mal „Falscher Alarm“ als ein mal nicht reagiert mit verheerenden Folgen.

      Um ein anderes Beispiel zu nennen. Wenn bei der Landung einer der Piloten nicht der Meinung ist, dass man jetzt aufsetzen sollte und „Go arround“ sagt, wird das Prozedere durchgearbeitet und nicht diskutiert oder hinterfragt. Dass kann man dann später noch machen, aber es ist auch wichtig, dass sich jeder traut zu sagen wenn ihm etwas auffällt und man muss das Selbstbewusstsein haben, auch als Flugbegleiter mit 6 Monaten in der Luft, dem Kapitän mit 30 Jahren im Dienst zu sagen, dass man hier etwas ungewöhnliches wahrnimmt.
      Wenn der Kapitän dann sagen würde „kann nicht sein, mein Sensor sieht nix“, würde zu recht der Kapitän sanktioniert werden! Genau durch solche Einstellungen sind schon schreckliche Unglücke passiert.

      • Danke, Christoph, genauso ist es und genau so musst(e) vorgegangen werden:

        In diesem Fall, in dem von Herrn Bayerstein beispielhaft angeführten Fall und in allen anderen ähnlich gelagerten Fällen ebenso!
        Es gibt leider mehr als genug Beispiele in der Luftfahrtgeschichte, in denen nicht oder falsch auf mögliche Alarmsignale reagiert worden ist.
        Und bei mehreren asiatischen Airlines gab es bspw. vor dem Hintergrund von Kultur, Respekt, Autorität, Mentalität, Hierarchie, Senioritätsprinzip und dem Konzept des Gesichtsverlusts Abstürze mit hunderten von Toten, weil sich bspw. ein junger 1. Offizier nicht getraut hat, Bedenken beim Kapitän anzumelden.
        Crew Ressource Management ist in der Luftfahrt essentiell und existentiell. Hier war nichts überstürzt, es wurde korrekt gehandelt.

        Den Gedanken, dass das halbe Cockpit kurz nach dem Start durch den Jumbo laufen und schnüffeln soll, finde ich irritierend. Die Einstellung von Herrn Bayerstein in diesen Angelegenheiten finde ich schockierend.
        Ich kann uns nur wünschen, dass er in diesem Kontext in der Branche niemals irgendetwas zu sagen oder mitzubestimmen haben wird.

        • Das ist ziemlicher Unfug, natürlich trägt der Kapitän die Verantwortung, und deshalb sollte auch er sich die Sache anschauen und sich nicht auf Laien wie Flugbegleiter oder gar Passagiere verlassen. Es ist bei Triebwerksschäden auch ganz normal, dass der Kapitän nach hinten geht und sich den Schaden am Triebwerk durchs Fenster anschaut, wenn er den Schaden aus dem Cockpit nicht genau überblicken kann, denn es ist für eine sichere Landung unbedingt wichtig zu wissen, welchen Schaden das Triebwerk hat oder angerichtet hat.

    • Was für ein Schwachsinn @John Bayerstein. Laienhafter kann man nicht denken. Was bei dem vorgeschlagenen Handeln passieren kann, siehe SR111. Ohne das werten zu wollen, aber da hat man auch gedacht ‚riecht nur etwas angebrannt‘…
      Seitdem gilt: bei Brandgeruch schnellstmöglich landen und das ist auch genau richtig.

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