Die Boeing 747-8 sollte für Lufthansa das Arbeitspferd auf der Langstrecke sein, und die 19 Jumbo-Jets sollten eigentlich alle noch lange ihre Dienste bei Lufthansa verrichten. Auch wenn sie als Vierstrahler nicht so wirtschaftlich sind wie manch moderner Zweistrahler, gilt die Boeing 747-8 als sehr robust, leistungsfähig und hat vor allem ein breites Einsatzspektrum mit sehr hoher Nutzlast.
✈️ Zwei Lufthansa Boeing 747-8 wurden von der US Air Force übernommen – erste Maschine bereits in den USA.
🧑✈️ Ex-Lufthansa-Jumbos dienen vorerst als Crew Trainer und später als Ersatzteilspender.
🇺🇸 Neue Air Force One basiert ebenfalls auf Boeing 747-8, weitere Maschinen von Korean Air gekauft
Vielleicht sind dies auch die Gründe, warum die US Air Force in den letzten Jahren so interessiert an der Boeing 747-8 ist, und das, obwohl die Produktion inzwischen (mangels Nachfrage bei den Airlines) eingestellt wurde.
Für die US Air Force ist die Boeing 747-8 nun aber schon allein deshalb von großer Bedeutung, da man auf Basis zweier Boeing 747-8 die neue Air Force One baut. Hier kommt es zwar immer wieder zu Verspätungen, aber die Entscheidung hierfür ist getroffen.
Um diesen Übergang auf die neue Air Force One in Form zweier hoch modifizierter Boeing 747-8 vorzubereiten, hat man vor wenigen Wochen bei Lufthansa recht überraschend zwei noch verhältnismäßig junge Boeing 747-8 gekauft. Lufthansa hat man diese Flugzeuge mit einem sehr hohen Kaufpreis von fast 400 Millionen US-Dollar vergoldet.
Der erste der beiden Jumbos ist nun aber auch schon komplett aus der Lufthansa-Flotte entfernt worden, die Lufthansa-Logos wurden in Frankfurt entfernt, und man hat die ehemalige D-ABYD in den USA neu registriert, wodurch sie nun die Kennung N7478E trägt. Aktueller Eigentümer für den Übergang ist übrigens die TVPX Trust Services, was eine Servicegesellschaft für die Übertragung von Flugzeugen ist.
Das Flugzeug wurde nun am 16. Januar in die USA geflogen, erst von Frankfurt nach Maine auf die Bangor National Guard Air Base und von dort weiter nach Texas auf die Waco Air Force Base. Hier wird der Jumbo nun wohl für den Einsatz bei der Air Force als „Crew Trainer“ vorbereitet.

Vorerst sollen beide Lufthansa Boeing 747-8 als Crew Trainer und damit wohl vornehmlich als Trainingsequipment für die Schulung von Piloten dienen. Sobald die neue Air Force One aber einsatzbereit ist, werden die ex-Lufthansa-Jumbos vermutlich vorrangig als Ersatzteilspender dienen und stillgelegt.
Die Lufthansa Boeing 747-8 sind übrigens nicht die einzigen Ex-Passagierflugzeuge, die die Air Force gekauft hat. So stammen die Zellen für die neue Air Force One aus einer Bestellung der inzwischen pleitegegangenen Transaero. Die Flugzeuge wurden hier zwar von der Airline bestellt, aber nie abgenommen und fertig gebaut.
Auch bei Korean Air hat die Air Force eingekauft, und man hat in Seoul gleich sechs Boeing 747-8 erworben. Diese sollen nun als Nachfolger für die E-4B „Nightwatch“ hergerichtet werden und im Ernstfall als fliegendes Kommandozentrum dienen können.
Nach Verkauf an die US Air Force: Erste Lufthansa Boeing 747-8 ist schon in den USA | Frankfurtflyer Kommentar
Es ging jetzt doch alles erstaunlich schnell. Von den ersten Gerüchten über die Bestätigung, dass zwei Boeing 747-8 die Flotte schnell verlassen werden, bis hin zum tatsächlichen Exit der ersten Boeing 747-8.
Lufthansa hat nun offiziell noch 18 dieser Flugzeuge in der Flotte, wobei noch eine weitere Boeing 747-8 wohl bis April 2026 ebenfalls in die USA überführt werden soll, was die modernen Jumbos dann auf 17 Exemplare bei Lufthansa reduzieren wird.
Neben den 747-8 hat Lufthansa auch noch acht Boeing 747-400 in der Flotte, welche mit einem durchschnittlichen Alter von 26 Jahren alles andere als taufrisch sind. Diese Flugzeuge fliegen eigentlich auch nur noch bei Lufthansa, da es an Nachfolgern fehlt, und der Verkauf der zwei 747-8 an die US Air Force wird wohl den Einsatz der 747-400 bei Lufthansa noch einmal etwas verlängern, denn für die zwei fehlenden Jumbos muss nun auch erst einmal Ersatz beschafft werden.
hoffentlich hat man vom orangen Trottel Vorkasse verlangt!!!!
Bei einem bin ich mir sicher, die US Air Force wird die Rechnung bezahlen, bzw. hat sie bereits bezahlt. Normalerweise wickelt man so etwas über Treuhänder ab, weshalb das Flugzeug aktuell wohl auch bei genau solch einem registriert wurde.
Die Amerikaner dürften die stolzen Preise für die Flugzeuge deshalb bezahlt haben, weil die Boeing 747-8 für die US Air Force alternativlos ist. Die in den Air Force One sowie den Doomsday Planes verbauten Systeme benötigen so viel Energie, dass dafür nur ein vierstrahliges Flugzeug in Frage kommt. Und weil davon auszugehen ist, dass der US-Präsident kaum mit einem A380 zu Staatsbesuchen zu reisen gedenkt, kommt für die USAF nur die 747-8 in Frage.