Booking.com entfernt zwei Hilton Hotels in und um Frankfurt aus dem System. Bereits getätigte Buchungen wurden storniert. Der Grund ist politischer Natur. Der Inhaber beider Hotels soll die iranischen Revolutionsgarden finanziell unterstützt haben. Eine mittlerweile in der EU als terroristisch eingestufte Organisation.
🛑 Booking-Bann: Zwei Hilton Hotels in Frankfurt nicht mehr über Booking.com buchbar.
📉 Stornierungen erfolgt: Bereits getätigte Buchungen wurden annulliert.
⚖️ Politischer Hintergrund: Hotelinhaber soll iranische Revolutionsgarden unterstützt haben.
Die mächtige Buchungsplattform Booking.com hat die Geschäftstätigkeiten des iranischen Unternehmers Ali Ansari ins Visier genommen. Das hat auch Konsequenzen für Reisende, die im Hilton Frankfurt City Centre und Hilton Gravenbruch absteigen wollten. Ihre Buchungen wurden storniert, soweit die Buchung denn über Booking.com erfolgt war. Auch neue Buchungen sind seit einigen Tagen über die Online-Reiseagentur nicht mehr möglich. Direkt bei Hilton können beide Hotels weiter gebucht werden.

Und obwohl Hilton zuletzt rigoros ein Hotel in der Nähe von Minneapolis aus seinem eigenen System entfernte, nachdem es sich geweigert hatte, ICE-Beamte zu beherbergen, bleibt der Konzern im Fall der Hotels von Ali Ansari ruhig. Sowohl das Hilton Gravenbruch als auch das Hilton Frankfurt City Centre sind weiterhin direkt bei der Hotelgruppe buchbar.
Unterstützer des iranischen Regimes
Die vermeintliche Nähe Ansaris zu den iranischen Revolutionsgarden sowie die finanzielle Unterstützung des Regimes reichen Hilton Worldwide derzeit nicht aus, die Zusammenarbeit zu beenden. Auch direkte Sanktionen Großbritanniens sowie eine Einstufung der Revolutionsgarden als Terrororganisation durch die EU hatten noch keinen Effekt.
Doch nicht nur die zwei Frankfurter Hilton Hotels sind vom Booking.com-Bann betroffen. Auch in einem Luxusresort der spanischen Ferieninsel Mallorca und einem Luxushotel in Österreich sind ab sofort keine Buchungen mehr via Booking.com möglich. Denn sowohl das Schlosshotel Kitzbühel als auch das Steigenberger Golf and Spa Resort gehören dem iranischen Unternehmer.
Wer ist Ali Ansari?
Der iranische Unternehmer Ali Ansari zählt zu den einflussreichsten Wirtschaftsfiguren seines Landes und ist vor allem als Gründer der Finanz- und Immobiliengruppe Parman sowie als zentrale Figur hinter der Bank Ayandeh bekannt. Sein Vermögen basiert primär auf groß angelegten Bau- und Finanzprojekten, darunter luxuriöse Immobilienentwicklungen in Teheran. Ansari gilt als diskret auftretender Geschäftsmann mit engen Verbindungen zur iranischen Wirtschaftselite, dessen Aktivitäten regelmäßig internationale Aufmerksamkeit erhalten – nicht zuletzt wegen der politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, unter denen große Privatunternehmen im Iran operieren.
Politisch nicht korrekt: Booking.com cancelt zwei Frankfurter Hilton Hotels | Frankfurtflyer Kommentar
Hotelgäste machen sich nur selten Gedanken darüber, wem das Haus gehört, in dem man da übernachtet. Daher dürften auch viele Kunden von Booking.com überrascht gewesen sein, als die Stornierung der Buchung ins Haus flatterte.
Interessant, dass Hilton bisher nicht reagiert hat. Die USA lassen derzeit die Muskeln gegenüber dem Iran spielen und als US-Konzern könnten Hilton ernsthafte Konsequenzen drohen, wenn ihnen die Unterstützung des Irans vorgeworfen wird.
Bisher bleibt es bei dem Bann durch Booking.com und jeder Gast kann für sich selbst die Entscheidung treffen, ob er eines der Hotels von Ansari bucht oder nicht.
Berücksichtigt ihr politische Aspekte bei der Wahl des Hotels oder ist es Euch egal, wer an Euch verdient? Ich bin gespannt auf Eure Kommentare.
Quelle: FAZ
Politisch korrekt ist nicht ganz korrekt, es geht hier um die US Sanktionen gegen den Iran.
Und die sind politisch korrekt? Ich warte immer noch auf die Sanktionen gegen die USA und deren illegaler Kiege.
Immer schnell dabei, wenn es politisch wird. Jetzt also auf Seiten des iranischen Terror-Regimes? Und das als Frau? Wolltest Du nicht nach China auswandern und noch in Wladiwostok vorbeischauen? Nordkorea liegt auf halber Strecke. Da dürftest Du Dich total wohlfühlen. Bleib gleich da.
Die Vorliebe für die größten Schurken des Planeten und für deren Staaten teilst Du übrigens mit dem Kerl im Weißen Haus.
„Politisch nicht korrekt“ ist wieder Mal Clickbait. Hier geht es um Finanzierung von Terrororganisationen und nicht dass jemand was Uncooles gesagt hat.
Ansonsten aber interessante Story.
Richtig so.
Gleich wieder mal Gravenbruch buchen – poltisch nicht korrekt ist doch en vogue!
Wer das Terrorregime in Teheran unterstützt, das seine Macht im Wesentlichen auf die Revolutionsgarden stützt, die gerade Zehntausende Iraner umgebracht haben, der gehört zurecht gecancelt. Da gibt es überhaupt keine Diskussion. Geschäfte mit dem Iran sind unmoralisch und zudem in den USA und der EU verboten. Hilton wird diese Hotels schnell aufgeben müssen, sonst bekommen sie in USA und der EU juristische Probleme.
Klingt auf den ersten Blick logisch, ist aber Bullshit. Ich erkläre Dir auch warum. Zunächst einmal hat Hilton im Vergleich zu seinen Wettbewerbern auch nach Start des Konflikts in der Ukraine, an seinen russischen Häusern festgehalten. Ich habe vor zwei Jahren in Kazan Hilton Honors Punkte gesammelt und werde es auch in diesem Jahr wieder tun.
zum anderen macht es mir aktuell den Eindruck, als würden die USA sehr opportunistisch vorgehen und auch mit dem Iran verhandeln. Wenn was Gutes für die USA dabei rausspringt, ziehen die Flugzeugträger schnell wieder ab und keinen Interessiert es, wer das Hilton Gravenbruch leitet. Und noch weniger wer Reservierungen dafür verkauft. Diese Zeiten der Cancel-Culture, bei denen A B denunziert, sind ja offensichtlich nicht mehr so stark ausgeprägt, wie es noch vor Trump-Regierungen der Fall war.
…..und was bringt’s, wenn booking.com die Hotels aus ihrem Programm schmeißt ? Nichts !!
Bucht man halt direkt bei Hilton….
Richtig! Gerade an zwei Wochenenden im März das Hilton Gravenbruch gebucht. Lebe immer so, dass es die Grünen oder die EU Bürokraten ärgert bzw. immer gegen ihre Empfehlungen. So fühle ich mich moralisch wohl und bin immer gut bedient.
Die Bezeichnung „politisch nicht korrekt“ ist nicht korrekt. Es geht hier eher um den Verdacht einer Terrorismusfinanzierung, so dass auch ein Verstoß gegen gesetzliche Vorgaben wie z. B. das Geldwäschegesetz denkbar ist. Da wird dann ein internationaler Konzern wie booking.com vorsichtig.
Es sollten nicht staatliche Aufgaben/Ermittlungen auf Firmen und Privatpersonen überlagert werden. Wenn staatlich gegen den Eigentümer sicher vorgelegt wird, dass er Unterstützer einer als terroristisch eingestuften Vereinigung ist, dann sollte erst von Firmen usw. verlangt werden können, sämtliche Geschäftsbeziehungen gegen Teile oder vollständig gegen Unternehmungen dieser Person abzubrechen. Alles andere ist Blödsinn und nicht Aufgabe eines Unternehmens.
Bei einigen Kommentaren hier überkommt mich das kalte Grausen. Natürlich ist der Ausdruck „politisch nicht korrekt“ falsch, es geht hier um Unterstützung eines Terrorregimes, das für zigtausend Morde verantwortlich ist und zu recht boykottiert werden sollte. Einige haben das gar nicht verstanden und glauben, sie würden (politisch korrekt :D) ihren geliebeten Amerikahass ausleben können, indem sie dort buchen. Oder wagen es gar, die USA (=Freiheit) mit dem Iran (=Unterdrückung) zu vergleichen. Meine Mienung: Hut ab vor booking.com! Und danke für die Liste dieser Hotels, die ich garantiert nicht mehr buchen werde.
An dieser Stelle noch ein Tipp: ich versuche immer, bei Franchise-Ketten vor der Buchung den tatsächlichen Besitzer zu ermitteln. Da gibt es Namen, bei denen bei mir die Alarmglocken läuten.
Danke für dieses Statement.
Die charakterliche Degeneriertheit einiger Mitmenschen ist erschreckend. Insbesondere gilt das für diejenigen, die behaupten, jetzt erst recht dieses Hotel zu buchen und damit ganz bewusst Geld in die Kassen eines Angehörigen der Elite eines menschenverachtenden Unterdrückerregimes spülen wollen.
Ich habe mich bewusst mit der Wertung zurückgehalten. Denn jetzt mal ganz ehrlich: Wer von uns ist nah genug daran, um das was im Iran passiert, wirklich neutral bewerten zu können. Wir werden alle mit irgendwelchen Informationen zugemüllt, die alle irgendeinen Bias haben. Wie gesagt, es fällt mir schwer, da immer eindeutig gut und böse bewerten zu könnenn.
Aber was ich mir gut vorstellen kann, dass es durchaus Menschen gibt, die nicht jede ihrer Handlungen politisch eingeordnet haben möchte. Nicht beim Gang zum Supermarkt, nicht beim Gang ins Hotel. Ich kann mich noch im Anschluss an die Review eines Hotels daran erinnern, dass man mir die Diskussion aufzwingen wollte, in wessen Besitz das Hotel ist. Das interessiert mich nur sehr selektiv. Und ich glaube, dass es anderen ähnlich geht.
Über Verwandte, die von dort unter großem Risiko kommunizieren, bekomme ich vieles mit.
Niemandem habe ich das Recht abgesprochen, ein beliebiges Hotel zu buchen oder sich nicht zu informieren, wen er bei Reisen und Hotelaufenthalten mit seinen Ausgaben finanziert.
Dass die Welt so aussieht, wie sie leider aussieht, darf diese Desinteressierten allerdings nicht wundern und auch nicht, dass ich dazu eine Meinung haben kann und darf. Hoffentlich geht es anderen ähnlich wie wir.