Totgesagte leben länger! Dieser Spruch passt wohl auf den Airbus A380 besser als auf fast jedes andere Flugzeug, denn kaum ein Flugzeug wurde schon so oft abgeschrieben und dann doch wieder reaktiviert wie der Airbus A380. Dies trifft wohl auch insbesondere auf den Airbus A380 von Qatar Airways zu, wobei die Airline auch kein Geheimnis daraus macht, dass der A380 nicht ihr liebstes Flugzeug ist, und dennoch braucht man ihn wohl noch eine ganze Weile.
✈️ Qatar Airways reaktiviert erneut den Airbus A380 – zunächst vier Flugzeuge, weitere sollen im Sommer folgen.
🌍 Der Superjumbo kehrt auf wichtige Strecken wie London Heathrow, Bangkok, Paris, Singapur und Sydney zurück.
📈 Die Rückkehr des A380 könnte ein erstes Signal für die Erholung der Luftfahrt in der Golfregion sein.
In der Corona-Krise ab 2020 hatte Qatar Airways, wie quasi alle Airlines der Welt auch, den Airbus A380 komplett stillgelegt, und eigentlich hatte man hier einmal den Plan, dieses Flugzeug nie wieder in Dienst zu stellen, da modernere Jets wie der Airbus A350 oder auch die Boeing 787 deutlich wirtschaftlicher und vor allem auch flexibler für die Airline sind, auch wenn die Passagiere den Airbus A380 sehr lieben.
Auch wenn man es eigentlich einmal als zu teuer abgetan hatte, wurden acht der zehn Airbus A380 in der Flotte von Qatar Airways reaktiviert, und erst mit der neuen Iran-Krise Ende Februar hat man die Superjumbos wieder am Boden gelassen. Auch wenn man hier von einer vorübergehenden Entscheidung gesprochen hat, war die Tatsache, dass man die Flugzeuge ins Deep Storage auf einem Flugzeugfriedhof in Spanien versetzt hat, doch durchaus ein Zeichen.
Nun hat Qatar Airways die ersten vier Airbus A380 wieder reaktiviert, und auch die restlichen A380 sollen noch in diesem Sommer folgen.
Aktuell fliegt der Airbus A380 von Qatar Airways schon wieder auf den Strecken von Doha nach London Heathrow und nach Bangkok, und auch im Juli soll Paris wieder ein Airbus-A380-Ziel werden. Ab September stehen dann auch wieder Singapur und Sydney im Flugplan, wie Aerotelegraph berichtet.

Ist die Rückkehr des A380 das Ende der Krise?
Der Iran-Krieg hat die Luftfahrt weltweit, aber natürlich besonders im Nahen Osten, in eine Krise gestürzt. Vor allem die drei großen Player Emirates, Etihad Airways und Qatar Airways sind hier besonders betroffen, und man hat auch durch die rasant steigenden Flugpreise weltweit gesehen, welche wichtige Rolle die Kapazitäten der Golf-Airlines im Markt haben.
Aktuell befinden sich die Airlines in der Region immer noch in einer Art Krisenmodus, und man fährt den Flugplan nach und nach wieder hoch. Dies hängt auch etwas mit dem fehlenden Vertrauen in die Lage in der Region zusammen, und einige Passagiere meiden einen Flug über Doha, Dubai und Abu Dhabi aktuell aktiv aus Sorge vor Unregelmäßigkeiten.
Die großen Airlines in der Golfregion bieten inzwischen etwa 80 % des normalen Flugprogramms an, und dies ist wohl für Qatar Airways die Schwelle, an welcher der Airbus A380 wieder relevant wird, da man auf Strecken wie der nach London Heathrow die Kapazitäten wieder braucht.
Es zeigt also durchaus eine gewisse Erholung, wenngleich die Krise in der Region noch nicht komplett ausgestanden ist und man abwarten muss, wie sich die Situation, insbesondere im Hinblick auf die Verhandlungen der USA mit dem Iran, wirklich entwickelt und wie stabil die Lösung ist, welche man dann hoffentlich finden wird.
Qatar Airways reaktiviert den Airbus A380 | Ende der Krise? | Frankfurtflyer-Kommentar
Qatar Airways hat den Airbus A380 (mal wieder) aus dem Storage zurückgeholt, und vor allem einige Passagiere wird dies sicherlich sehr freuen, denn der Airbus A380 hat einige Fans. Ganz nebenbei ist der Airbus A380 bei Qatar Airways aktuell auch das einzige Flugzeug, welches die eigene First Class von Qatar Airways an Bord hat, wenn man von den ehemaligen Cathay-Pacific-Boeing-777-300ern absieht, die aber einen anderen Sitz an Bord haben.
Tatsächlich symbolisiert dieser Schritt nun doch eine gewisse Erholung, und man darf hoffen, dass es nun auch in Bezug auf die Luftfahrt am Golf einigermaßen stabil bleibt. Leider liegt dies vor allem in der Hand von Akteuren in Washington, Tel Aviv und Teheran.
So gerne ich Qatar Airways wegen deren herausragendem Komfort und Service in der QSuite fliege, halte ich mich derzeit mit Buchungen zurück. Ich möchte meine Reisepläne ungern von den Launen des Donald Trump und der Mullahs in Teheran abhängig machen. Dazu habe ich weder Zeit noch Geld noch Lust.