Qatar Airways schickt erste Langstreckenjets auf den Flugzeugfriedhof

Qatar Airways Symbolbild, Archivfoto

Qatar Airways leidet schon seit Wochen unter der Krise im Nahen Osten. Durch die Angriffe sind die Lufträume weitgehend geschlossen, der Flugbetrieb ist dadurch sehr eingeschränkt. Für das Drehkreuzmodell der Golfcarrier ist dies katastrophal. Die Lage muss jeden Tag neu bewertet werden, der Flugplan ist stark ausgedünnt. Nun wurde in Doha eine Entscheidung getroffen, die längerfristig sein könnte: Der Carrier hat nun mehrere Langstreckenflugzeuge in die Wüste geschickt.

Das Wichtigste auf einen Blick:

✈️ Vier Airbus A330 ausgeflogen: Qatar Airways bringt Langstreckenjets nach Teruel
🌍 Luftraumkrise: Flugbetrieb massiv eingeschränkt, Drehkreuzmodell unter Druck
📉 Langfristige Maßnahme: Einlagerung deutet auf anhaltend schwache Nachfrage hin

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Konkret hat Qatar Airways am 18. März gleich vier Airbus A330 aus Doha ausgeflogen. Ziel war jedoch nicht ein Flughafen im regulären Streckennetz, sondern eine spezielle Einrichtung im spanischen Teruel. Dort können Flugzeuge für längere Zeit konserviert und eingelagert werden. Während der Corona-Pandemie hatte der Standort an Bedeutung gewonnen, zuletzt war die Nachfrage nach solchen Kapazitäten aber wieder deutlich zurückgegangen – bis jetzt.

Langfristige Maßnahme wahrscheinlich

Es liegt also nahe, dass es sich bei dem Schritt von Qatar Airways um mehr als ein kurzfristiges Abstellen von Flugzeugen handelt. Maschinen, die nach Teruel gebracht werden, sind häufig über Monate oder sogar Jahre nicht mehr im aktiven Einsatz.

Qatar Airways Airbus A330, Foto: Robert

Schon seit Ende Februar ist der Luftraum über Katar weitgehend geschlossen. Qatar Airways kann derzeit nur noch eine sehr reduzierte Anzahl an Flügen durchführen. Neben einigen Rückholflügen gab es auch einzelne Verbindungen, die nicht über den Heimatflughafen in Doha geführt wurden. Das Geschäftsmodell der Airline steht also unter massivem Druck.

Golfairlines wie Qatar Airways leben davon, Passagiere über die jeweiligen Drehkreuze zu führen. Bisher gab es jeden Tag mehrere Wellen am Flughafen in Doha. In dieser Zeit landeten Dutzende Maschinen, Tausende Passagiere aus Europa, Asien und Afrika sind umgestiegen und wieder abgeflogen. Dieses System kam jetzt zum Erliegen.

Qatar Airways schickt erste Langstreckenjets auf den Flugzeugfriedhof | Frankfurtflyer Kommentar

Die Einlagerung in Spanien schützt die geparkten Flugzeuge vor Umwelteinflüssen, die Verlagerung der Airbus A330 nach Teruel deutet aber auch darauf hin, dass man kurzfristig nicht mit einer Rückkehr zum Normalbetrieb rechnet. Die Airbus A330-Teilflotte sollte ohnehin bald verkleinert werden, die Zukunft gehört den neueren Modellen von Airbus und Boeing.

Die Aktion erinnert an die Karawane von SWISS. Die Schweizer haben während der Pandemie an einem Tag mehrere Flugzeuge nach Jordanien gebracht und dort abgestellt. Die Jets wurden später wieder reaktiviert und wieder in die aktive Flotte geholt. Wie das bei Qatar Airways weitergehen wird, kann aktuell niemand sagen. Die Airline hat nun aber die Konsequenzen gezogen und die ersten Maschinen stillgelegt.

Das Portal PYOK schätzt, dass die Nachfrage im Transitverkehr noch länger gedämpft bleiben könnte, selbst wenn sich die Lage wieder schnell normalisiert. Qatar Airways scheint sich daher bereits auf ein Szenario vorzubereiten, in dem ein Teil der Flotte vorübergehend nicht benötigt wird. Auch andere Golfcarrier haben reagiert. So hat Gulf Air viele Flugzeuge aus Bahrain abgezogen. In dem Fall wurden die Maschinen aber lediglich in Nachbarländer verlegt, um bei einer Entspannung der Lage schnell wieder einsatzbereit zu sein.

 

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1 Kommentar

  1. Das wären doch Flugzeuge für die Lufthansa bzw. Eurowings, Discover, City oder wie die alle heißten?! Oder man gründet damit noch eine weitere Airline, die dann im Wet Lease für Eurowings operated by Discover unterwegs ist. Die Business Class im A330 bei QR ist veraltet, relativ eng und wenn man in der Eco noch ein paar Reihen reinquetscht, müsste das doch den Anforderungen genügen.

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