Die Lufthansa Group hat die Zahlen für das Geschäftsjahr 2025 bekanntgegeben. CEO Carsten Spohr hat die Details am Freitag in Frankfurt verkündet, der Manager sprach vom umsatzstärksten Jahr der Geschichte. Während die Kernmarke wieder etwas mehr glänzt, musste ausgerechnet die sonst so erfolgreiche SWISS Federn lassen. Bei den Schweizern ist das operative Ergebnis zurückgegangen, daher muss dort gespart werden. In Zürich werden nun Maßnahmen zur Verbesserung der Kosteneffizienz vorgenommen.
📈 Rekordumsatz: Lufthansa Group erzielt 2025 mit 39,6 Milliarden Euro das umsatzstärkste Jahr der Unternehmensgeschichte.
✈️ Turnaround bei Lufthansa Airlines: Die Kernmarke schreibt wieder schwarze Zahlen und erreicht eine operative Marge von 0,9 Prozent.
🇨🇭 SWISS unter Druck: Operatives Ergebnis sinkt um mehr als ein Viertel – Kostensparprogramm in Zürich gestartet.
Für den Kranich-Konzern war 2025 insgesamt ein erfolgreiches Jahr. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um fünf Prozent auf 39,6 Milliarden Euro, womit die Airline-Gruppe einen neuen Rekordwert erreichte. Gleichzeitig verbesserte sich das operative Ergebnis (Adjusted EBIT) deutlich auf rund zwei Milliarden Euro, nachdem im Vorjahr noch 1,6 Milliarden Euro erzielt wurden. Die operative Marge legte um 0,4 Prozentpunkte auf 4,9 Prozent zu. Unter dem Strich lag der Gewinn mit 1,3 Milliarden Euro leicht unter dem Vorjahr, was laut Mitteilung auf steuerliche Effekte zurückzuführen ist.
Kernmarke verzeichnet Erfolge
Demnach trugen mehrere Faktoren zu dem positiven Ergebnis bei. Neben einer weiterhin stabilen Nachfrage nach Flugreisen spielte vor allem die Stabilisierung des Flugbetriebs eine wichtige Rolle. Die Kosten für Kompensationszahlungen nach Flugunregelmäßigkeiten konnten im Vergleich zu 2024 deutlich reduziert werden. Gleichzeitig profitiert die Lufthansa zunehmend von Zusatzleistungen wie Sitzplatzreservierungen oder Premiumprodukten wie der neuen Allegris-Kabine, die zusätzliche Einnahmen generieren. Auch niedrigere Treibstoffpreise und ein schwächerer US-Dollar wirkten sich positiv auf die Kostenstruktur aus.

Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung bei der Kernmarke Lufthansa Airlines. Nachdem diese im Vorjahr noch Verluste geschrieben hatte, konnte das Unternehmen sein Ergebnis deutlich verbessern und wieder eine positive operative Marge von rund 0,9 Prozent erreichen. Das laufende Turnaround-Programm beginnt damit, Wirkung zu zeigen. Lufthansa will die Profitabilität unter anderem durch eine modernere Flotte weiter steigern. Helfen sollen auch die Tochtergesellschaften wie Discover und City Airlines, die effizientere Prozesse haben und mit günstigerem Personal fliegen.
SWISS schwächelt
Ein anderes Bild zeigt sich hingegen bei SWISS. Die Schweizer Airline erzielte 2025 ein operatives Ergebnis von 502 Millionen Franken, was einem Rückgang von über einem Viertel im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Auch die Umsätze lagen leicht unter dem Niveau von 2024. Gründe dafür sind laut Pressestatement vor allem steigende Kosten, hoher Wettbewerbsdruck sowie operative Einschränkungen. Unter anderem fehlten zeitweise Triebwerke und Crews, wodurch Flugzeuge nicht wie geplant eingesetzt werden konnten.
Mit einer Marge von über 9 Prozent ist die Fluggesellschaft trotzdem profitabel und der Lufthansa um Längen voraus. Trotzdem reagiert man auf diese Entwicklung mit einem umfassenden Kostensparprogramm. Ziel ist es, Prozesse zu verschlanken, stärker zu digitalisieren und effizienter zu arbeiten. Gleichzeitig investiert die Airline weiter in ihr Produkt und die Modernisierung der Flotte.

Rekordumsatz bei Lufthansa: Kernmarke glänzt, SWISS schwächelt | Frankfurtflyer Kommentar
Während die Kernmarke den Verantwortlichen noch vor einem Jahr Sorgen machte, gibt es bei Lufthansa Airlines nun wieder Lichtblicke. So richtig glanzvoll sind die Zahlen aber nicht, die Marge ist ziemlich dünn aber immerhin positiv. SWISS ist etwas abgerutscht, in Zürich ist daher jetzt sparen angesagt. Trotzdem ist und bleibt SWISS die Vorzeigetochter im Konzern. Der Umsatz ist zwar eingebrochen, bei der Rendite liegt das Unternehmen aber immer noch weit vorne.
Die Lufthansa Group zeigt sich insgesamt optimistisch. Die Nachfrage bleibt hoch, gerade auf den Langstrecken wird Geld verdient. Krisen und Kriege können die Situation aber schnell ändern, zuletzt mussten zahlreiche Strecken wie die nach Abu Dhabi, Amman, Beirut, Dammam, Dubai, Erbil, Larnaca, Teheran, Tel Aviv usw. auf Eis gelegt werden. Auf der anderen Seite steigt gerade die Nachfrage an anderer Stelle, so sind durch die unsichere Lage am Golf u.a. Direktflüge zwischen Europa und Asien besonders gefragt.
Antworten