Review: Delta A330-900neo Economy Class Amsterdam nach New York JFK

Ein Delta Airlines-Flug musste nach einem Madenbefall zurück nach Amsterdam fliegen. Symbolfoto

Delta Airlines sind weltweit größter Betreiber von A330-900 bzw. A330neo, wie sie auch genannt werden. Dabei handelt es sich um ein Update des altbekannten A330, der zumeist in den Varianten A330-200 und A330-300 genutzt und bei sehr vielen Airlines eingesetzt wird. Ich wollte unbedingt einmal mit aktualisierten Version des Flugzeugs fliegen, die informell auch als A350 „light“ bezeichnet wird. Diese Gelegenheit bot sich mir an Bord eines Delta A330-900neo in der Economy Class auf der Strecke Amsterdam – New York JFK.

Flugnummer DL49
Sitz: 47H, Gang
Kabine: Economy Class (Main Cabin)
Buchungsart: Bezahlticket
Abflug (Tatsächlich): 10:55 (11:47)
Ankunft (Tatsächlich): 13:05 (13:33)
Reisezeit: 7 Std. 46 Min.
Typ: Airbus A330-900neo
Registrierung: N412DX
Alter: 0 Jahre (März 2022)

 

Delta A330-900neo Economy Class | Check-In und Boarding

Delta öffnet den Online Check-In 24h vor Abflug. Mit Air France/KLM Zubringer geht es auch schon 30 Stunden vor Start des Zubringers.

Das Boarding zog sich etwas hin, da es einen zusätzlichen Security Check im Flugzeug gab, der erst abgeschlossen werden musste, bevor Passagiere einsteigen durften. Aus irgendwelchen Gründen war auch noch „Attestation Day“ und Delta bestand darauf, dass alle Passagiere ihre CDC-Attestation ausfüllen und abgeben. Dementsprechend chaotisch ging es los.

Das Boarding selbst erfolgte dann streng hierarchisch. Und bei Delta gibt es mehr Stufen als Kasten in Indien. Gefühlt, nicht wissenschaftlich ermittelt. Dazu lief eine Dame mit einem Tablet wild herum und rief kryptische „Kastenbezeichnungen“. Außer denjenigen, die aus Platin, Diamant, VVIP und sonstiger Status so oft fliegen, dass sie wissen, dass sie ohnehin immer als erste alles dürfen, waren die restlichen Passagiere oft verwirrt. Viele versuchten zu boarden, wurden aber rüde zurückgewiesen. Da ist „Deep-Economy“ ein Segen. Man wartet einfach sehr lange und wenn es am Gate fast leer ist, setzt man sich in Bewegung. Das sorgt für eine nahtlose Einstiegserfahrung.

 

Delta A330-900neo Economy Class | Kabine

Delta hat wahnsinnig viele Abstufungen bei den Sitzarten, passt somit perfekt ins Skyteam. Vorne geht es mit Delta One, der Business Class los. Es gibt x Suiten in einer 1-2-1 Anordnung. Diese Suiten haben Türen. Wer also mal hinter einer Tür fliegen möchte, ist hier genau richtig.

Danach kommt die Premium Economy Class. Die heißt nicht so, sondern „Delta Premium Select“. Davon gibt es 28 Sitze an Bord. Dahinter liegen die 56 „Delta Comfort+“ Sitze. Das sind Economysitze mit etwas größerem Sitzabstand. Hätte man so nennen können, aber dann wäre die Produktdifferenzierung nicht so groß. Und jeder möchte doch ein bisschen besonders sein. Weiter hinten erwarten Flugreisende dann die stinknormalen Economysitze. 168 an der Zahl.

Die Sitze heißen aber nicht „Economy“, sondern Main Cabin. Das ist wichtig, denn die Economy Class – also Main Cabin – ist zwar das untere Ende der Fahnenstange, aber bei Delta geht es sogar unterirdisch weiter. Nach den Reisenden in der Main Cabin kommen noch die Reisenden in der „Basic Economy“. Die dürfen sich zwar auch auf die Main Cabin Sitze setzen, aber dürfen erst zusteigen, wenn alle Main Cabin Reisende an Bord sind. Sollten bis dahin alle Gepäckfächer voll sein, müssen Reisende der Basic Economy das Gepäck unter dem Vordersitz verstauen. Der Lohn für die Entbehrungen: gering, denn Meilen sammeln diese Reisenden nicht.

Das Schöne am A330-900neo ist, dass die Economy Konfiguration von 2-4-2 beibehalten wurde. Statt der 3-3-3 im Dreamliner oder A350, gibt es hier noch eine ganze Menge Gangplätze und weniger Mittelsitze.

Ich durfte im letzten Teil des Flugzeugs auf einem Sitz am Gang Platz nehmen.

Delta A330-900neo Economy Class | Sitz

Der Sitz ist im Wesentlichen ein Standard Economy Sitz. Weder die Sitzfläche noch die Rückenlehne sind besonders. Die Kopfstütze lässt sich nach oben schieben und die Seitenteile können nach vorne geklappt werden. Das verleiht dem Kopf zusätzliche Stabilität. Die mittleren Armstützen lassen sich nach oben ziehen, sollte sie z.B. zusammenreisende Paare stören.

Gute 60cm vor den Augen hat man einen 11 Zoll Entertainmentmonitor, der über Toucheingaben gesteuert wird. Unter dem Monitor befindet sich die 3,5mm Kopfhörerbuchse, daneben eine USB-A Buchse. Die anliegende Spannung reicht aus, um ein Smartphone während der Wiedergabe eines Videos aufzuladen.

An der Bodenverankerung der vorderen Sitzreihe befindet sich eine Universalsteckdose, an der z.B. Notebooks oder größere elektrische Geräte laden lassen. Da es davon lediglich eine gibt, kann ggf. Kommunikation mit Mitreisenden notwendig werden.

In der Notausgangsreihe sind die Sitze etwas schmaler, da die Bügel für die Monitore unter den Armlehnen verstaut sind. Die Monitore können dann am Bügel nach oben geholt werden. Außerdem befinden sich die Tische in den Armlehnen. Für die Landung müssen Tische und Monitore verstaut werden, so dass man am Notausgang weniger Zeit für Filme oder Serien hat.

Delta A330-900neo Economy Class | Entertainment & WiFi

Delta bietet eine umfangreiche Mediathek, aus der Filme, Serien oder Musikalben ausgewählt werden können. Live TV gibt es hingegen nicht.

Das Schöne ist, dass es von den verfügbaren Serien immer eine ganze Staffel und nicht nur eine oder wenige Folgen gibt.

Delta verteilt auch gratis Kopfhörer, damit man Filme genießen kann. Dabei sind diese ausreichend gut, sie auch auf anderen Flügen einzusetzen. Mit Noise Cancelling Kopfhörern namhafter Hersteller können sie jedoch nicht mithalten.

Mit dem WiFi ist es fast wie mit den Boardinggruppen: Es gibt für jede Konstellation und Lebenslage einen Tarif.

Das Schöne ist, dass bereits die Verbindung mit dem Wifi ausreicht, um auf Delta.com zu surfen bzw. die Delta App zu nutzen. Dort können Informationen zur Ankunft oder etwaigen Verbindungen abgerufen werden. Sogar Flüge kann man umbuchen oder stornieren.

Delta A330-900neo Economy Class | Catering & Service

Circa 45 Minuten nach dem Start am Mittag begann der Service. Eine Ansage brachte den Passagieren die Essensoptionen näher (Chicken or Pasta). Bei den Getränken steht die „Full Bar“ zur Verfügung, d.h. dass auch alkoholische Getränke gratis ausgegeben werden. Allerdings wurde die Getränke erst zehn Minuten nach der Essensausgabe verteilt. Weitere 25 Minuten später gab es dann eine zweite Getränkerunde.

Die Tabletts mit dem Essen wurden ungefähr 5 Minuten nach der zweiten Getränkerunde eingesammelt.

Danach kam über die Lautsprecher der Hinweis, dass man während des Flugs Snacks und Getränke in der hinteren Galley bekommen könne. Der Verzehr sei jedoch nur am Platz möglich, damit sich keine Gruppen bilden können.

Danach hieß es „Shades down“. Das hat in den vorderen drei Kabinensegmenten ganz wunderbar geklappt, im letzten Segment brauchte ungefähr ein halbes Dutzend Passiere Erleuchtung und ließ die Fenster offen. Die Crew hat das nicht weiter interessiert.

Der Service war stets schnell und effizient. Allerdings weder herzlich noch wirklich freundlich. Die Crew tat ihren Job und vermied darüber hinausgehende Interaktionen mit Passagieren. Auch z.B. Getränkebestellungen wurden nicht verbal quittiert, sondern stumm ausgeführt.

Eine dreiviertel Stunde vor der Landung in New York gab es noch einen Snack. Dieser bestand aus einer Pizza und einem Mousse. Dazu gab es auch noch einmal Getränke. Die Pizza schmeckte ganz ok, ohne die Packung hätte ich allerdings nicht sagen können, wonach.

Snacks in der Galley

Delta A330-900neo Economy Class | Amenity Kit

Delta ist eine der wenigen Fluggesellschaften, die auf der Langstrecke in der Economy Class ein Amenity Kit verteilen. Dieses besteht aus einer versiegelten Plastiktütchen mit einer Schlafmaske und Ohrenstöpseln.

Außerdem erhalten Gäste bereits beim Einstieg am Platz einen Plastikbeutel mit Decke und Kissen. Die Decke hält warm und ggf. die Kleidung sauber, das Kissen macht das Sitzen bequemer.

Delta A330-900neo Economy Class | Frankfurtflyer Kommentar

Delta hat ein sehr solides Produkt in der Economy Class. Der A330-900 neo ist ein tolles Flugzeug. Insgesamt ein toller Flug in der günstigen Reiseklasse. Von daher kann ich Delta aktuell empfehlen.

Ab Frankfurt kommen leider zumeist ältere Flugzeuge zum Einsatz.  Wer neueres Fluggerät fliegen möchte, kann das derzeit leichter über Amsterdam oder Paris realisieren.

Tripübersicht

  1. Planung: Wie Eurowings Discover und Miles and More mich zu Air France geführt haben
  2. Review KLM Embraer 190 Economy Class Frankfurt-Amsterdam
  3. Review Delta A330-900neo Economy Class Amsterdam-New York JFK
  4. Review Delta SkyClub JFK Terminal 2 | Amex Platinum rettet die Reise
  5. Review Delta Domestic First Class Boeing 737-900ER New York JFK–Atlanta
  6. Review Delta SkyClub Atlanta | Concourse A bei Gate A17
  7. Review Fairfield Inn Atlanta Airport North (Marriott Bonvoy)
  8. Review Bellyard Hotel West Midtown Atlanta Tribute Portfolio (Marriott Bonvoy)
  9. Review The Whitley – Luxury Collection, Atlanta Buckhead (Marriott Bonvoy)
  10. Review Andaz Savannah (Hyatt)
  11. Review The Club JAX Jacksonville (Priority Pass Lounge)
  12. Review Delta SkyClub Jacksonville
  13. Review Delta Boeing 757-200 Economy Class Jacksonville-Atlanta
  14. Review Delta SkyClub Atlanta International Terminal
  15. Review Air France A350 Economy Class Atlanta-Paris CDG
  16. Review Air France Embraer 190 Economy Class Paris CDG-Frankfurt
  17. Resumee Economy Class mit Air France statt Meileneinlösung bei Miles and More

 

6 Kommentare

  1. Die Basic-Economy ist in meinen Augen ein Ansatz, den Krieg um die Handgepäckfächer zu entschärfen. Beim Buchen dieses Tarifs ist es dann weitestgehend von vornherein klar, keinen Platz im Fach zu bekommen.
    Aber, solange ich noch zu Fernreisen antrete, wird dieses uralte Problem vermutlich nicht gelöst werden. 🙂
    Ist mir zugegeben mit Ausnahme der teilweise sehr dunklen Erinnerungen eigentlich auch egal, seitdem ich – wie Alexander – vor einigen Jahren gelernt habe, dass man für einen aus meiner Sicht akzeptablen Aufpreis C-Tickets bekommt.

  2. Danke für den interessanten Bericht – insgesamt scheint mir zumindest der F&B Teil besser als bei LH zu sein…der Service selbst aber nicht unbedingt. Dass Shades Down vorne gut geklappt hat finde ich eher sehr negativ bei einem Tagflug – wäre für mich ein Horror und Grund, diese Airline zu vermeiden. Gegen jeden medizinischen Rat betr Vermeidung von Jet Lag tags zu schlafen? Wozu gibts Augenmasken für Menschen, die am Tage schlafen wollen um dann putzmunter am Abend anzukommen? Von daher fand ich den ironischen Unterton für Menschen, die am Tag zu Recht auch bei Tageslicht fliegen möchten, nicht so ganz nachvollziehbar.

    • Bei dem Thema Shades geht es doch überhaupt nicht ums Schlafen. Das ist eine übliche Maßnahme bei fast allen Airlines, damit die Kabine fürs Filme gucken abgedunkelt wird.
      Ich bin selber froh, wenn möglichst viele Fenstersitzer von sich aus die Shades min. 3/4 runter machen, was auch meistens der Fall ist. Andernfalls werden sie höflich drum gebeten.
      Dass bei Delta wie in einer KiTa für alle Schlafen befohlen wird, ist jetzt etwas sehr weit hergeholt!

      • So weit hergeholt, finde ich das gar nicht. Ich halte es durchaus für realistisch, dass gerade auf Langstrecken der Flug abgedunkelt wird, damit das für das Kabinenpersonal nicht so serviceintensiv wird. Dazu noch die Kabinentemperatur um ein paar Grad rauf und schon wird es schön ruhig. 😉

        • Ja, diesen „Trick“ gibt es wirklich. Und er funktioniert.
          Bei Delta gab es hinten in der Galley Getränke und Snacks. Auch wenn der Service dabei minimal ist, gab es wenigstens etwas. Das ist längst nicht mehr bei allen namhaften Airlines der Fall.
          Da die Flugzeugmonitore bei Dunkelheit einen besseren Kontrast und auch weniger Reflexionen haben, ist es dann angenehmer, Filme zu gucken. Daher habe ich eine leichte Präferenz für abgedunkelte Flugzeuge. Aber ich bin nur ein Passagier von vielen, daher heißt es für mich bei dem Thema „go with the flow“.

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