Erst waren Hoffnung und Mut, jetzt folgt das abrupte Ende. Zahlreiche Firmen, Unternehmen und Privatpersonen aus Paderborn und der Region Ostwestfalen gründeten die Initiative Skyhub PAD. Es war die Antwort auf die Einstellung der Linienflüge von Lufthansa nach München, daas Projekt sorgte für viel Aufmerksamkeit. Nach einigen Monaten folgten Verbindungen nach Lübeck und Pécs in Ungarn, Lufthansa hat sich sogar auf ein Codeshare eingelassen. Beim Kranich hatte man die Vorstellung, weitere Strecken auf ähnliche Art auszulagern. Doch nun kam das Ende, die Verbindungen werden schon im Juni eingestellt.
✈️ Skyhub PAD stellt den Betrieb bereits am 10. Juni 2026 wieder ein.
📉 Hohe Kosten, steigende Kerosinpreise und schwache Buchungszahlen gelten als Hauptgründe.
🛫 Lufthansa verliert damit erneut einen wichtigen Regionalpartner für Zubringerflüge nach München.
Noch vor wenigen Wochen schien das Projekt auf einem guten Weg zu sein
Skyhub PAD konnte mehr als 100 Unterstützer gewinnen, zusätzliche Strecken aufnehmen und Ende April sogar einen Codeshare mit Lufthansa verkünden. Für die Initiative aus Ostwestfalen war das ein wichtiger Meilenstein. Die Flüge der ausführenden Airline DAT Danish Air Transport wurden dadurch direkt in das Vertriebssystem der Lufthansa Group integriert.
Doch hinter den Kulissen hatten sich die wirtschaftlichen Probleme offenbar bereits zugespitzt. Am 10. Juni 2026 wird Skyhub PAD den Betrieb einstellen. Betroffen sind die Verbindungen von Paderborn/Lippstadt (PAD) nach München (MUC) sowie die später aufgenommenen Strecken von Lübeck (LBC) und Pécs (PEV) nach München.
Die Gründe lesen sich wie eine Zusammenfassung der Probleme des innerdeutschen Luftverkehrs. Skyhub PAD nennt zu hohe Standortkosten in Deutschland, stark gestiegene Kerosinpreise infolge des Iran-Krieges und gleichzeitig enttäuschende Buchungszahlen. Die ursprünglichen Prognosen seien zu optimistisch gewesen.
Besonders bitter ist das Ende auch deshalb, weil das Modell zeitweise als mögliche Blaupause für weitere Regionalstrecken galt. Lufthansa-Chef Carsten Spohr hatte öffentlich Interesse an ähnlichen Konstruktionen gezeigt, bei denen lokale Initiativen gemeinsam mit kleineren Airlines regionale Zubringerstrecken übernehmen könnten.

Flughafen Paderborn verliert erneut Lufthansa-Anbindung
Der Flughafen Paderborn/Lippstadt verliert damit erneut die direkte Anbindung an ein Drehkreuz der Lufthansa Group. Für viele Unternehmen in Ostwestfalen war genau diese Verbindung ein wichtiges Argument im internationalen Wettbewerb.
Auch Lufthansa selbst bedauert das Ende des Partners. Betroffene Passagiere sollen auf Verbindungen über Hannover oder Hamburg umgebucht werden oder eine Erstattung erhalten. Gleichzeitig nutzt der Konzern die Situation erneut für Kritik an den hohen staatlichen Abgaben und Betriebskosten in Deutschland.
Die beteiligte Airline DAT findet ebenfalls deutliche Worte. Man spricht von unverhältnismäßig hohen Kosten an deutschen Flughäfen und warnt davor, dass die Zukunft der Regionalfliegerei ohne politische Veränderungen massiv gefährdet sei.
Lufthansa verliert interessanten Regionalpartner: Skyhub PAD stellt Betrieb ein | Frankfurtflyer Kommentar
Skyhub PAD war mal wieder ein spannendes Luftfahrtprojekt in Deutschland. Nicht weil dort riesige Gewinne lockten, sondern weil Unternehmen, Wirtschaft und Region versucht haben, eine für sie wichtige Verbindung selbst zu retten. Das Projekt ist fürs Erste gescheitert, Skyhub PAD konnte selbst mit regionalem Rückhalt, engagierten Unternehmern, Lufthansa-Codeshare und entsprechender Aufmerksamkeit nicht wirtschaftlich operieren.
Lufthansa hat die Initiative gelobt und öffentlich über weitere Auslagerungen in dieser Form nachgedacht. Nach dem überraschenden Ende wird man vermutlich aber ein weiteres Mal den Zeigefinger heben und auf die Wettbewerbsnachteile im innerdeutschen Luftverkehr hinweisen. Keine Frage, die Realität ist schonungslos. Eine Lufthansa sollte es aber aus eigener Kraft schaffen, gewisse Strecken wie die von und nach Paderborn am Leben zu erhalten.
Quelle: Flughafen PAD
Wirklich sehr schade. Es wäre schön gewesen, wenn das Konzept aufgegangen wäre. Ich vermute tatsächlich, dass wenn der Codeshare mit der Lufthansa schneller gekommen wäre, der Erfolg schnell gekommen wäre. Paderborn hatte immer viele SENs und HONs, welche wahrscheinlich nach FMO und HAJ abgewandert sind, um die Meilen der Feeder einzusammeln. Ich bedauere es sehr, für meine Reisen war es super. Denke, dass der Flug nie wieder zurückkommen wird.
Mir tut das nicht nur aus wirtschaftlicher Sicht weh, sondern auch aus emotionaler, denn ich bin diese Route seit zig Jahren regelmäßig gerne geflogen. Wenn ich mich recht erinnere, flog ich zum ersten Mal 1991 als Azubi mit der RFG, dem Ur-Eurowings Vorgänger, in einer ATR-42 vom Ersparten über das Wochenende nach München, später dann mit der Eurowings, Augsburg Airways (Team Lufthansa nannte sich das seinerzeit, meine ich mich zu erinnern), der Lufthansa City Line sowie mit der kurzlebigen EAE, falls sich noch irgendjemand an diese Gesellschaft erinnert. Auch die erste gemeinsame Flugreise ging vor Jahren mit meiner Frau übers Wochenende nach München. CRJ-700/-900, ATR-42/-72, Dash-8-300/-400, Embraer 190 und auch A319 waren hier regelmäßig bis zu 4x täglich im Einsatz und ich bin via MUC beruflich ab PAD in alle Welt geflogen. Nun fürchte ich ist hier endgültig Schluss und das tut weh. Anyway – also zukünftig ab/bis Hannover….
Danke. Solche Kommentare sind für die lustigsten Dinge gut. Jetzt weiß ich, wo Hameln geografisch liegt.