SWISS Boeing 777-300er meldet Notfall über dem Atlantik und landet auf US Luftwaffenbasis auf den Azoren

Foto: SWISS

Der Flug LX9 von Chicago nach Zürich am 25. August nahm etwa auf halber Strecke über dem Atlantik eine sprichwörtliche, unerwartete Wendung, als die Crew sich dazu entscheiden musste, den Kurs in Richtung Süden zu ändern und auf der US-Luftwaffenbasis in Lajes auf der Azoren-Insel Terceira zu landen, nachdem man durch Verwendung des Codes 7700 eine Luftnotlage erklärt hatte.

Das Wichtigste auf einen Blick:

🚨 Luftnotlage über dem Atlantik: SWISS-Flug LX9 von Chicago nach Zürich musste wegen eines beißenden Geruchs außerplanmäßig landen.
🏝️ Landung auf den Azoren: Die Boeing 777-300ER wich zur Lajes Air Base auf Terceira aus, fünf Passagiere und ein Crewmitglied wurden medizinisch behandelt.
✈️ Ersatzflugzeug geschickt: SWISS schickte eine weitere Boeing 777-300ER auf die Azoren, um Passagiere und Crew nach Zürich zu bringen.

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Grund für die Meldung des Notfalls und das schnelle Ausweichen auf die US-Basis auf den Azoren war ein „beißender Geruch“, den man in der Economy Class festgestellt hatte, aber nicht weiter definieren konnte. Da solche Gerüche durchaus auf ein Feuer oder einen Schwelbrand hinweisen können, hat man sich zur sofortigen Landung entschieden.

Etwa 1:20 Stunden, nachdem die HB-JNF den Kurs Richtung Süden geändert hatte, konnte sie auch schon auf den Azoren landen. Hier konnten alle 16 Crewmitglieder und 222 Passagiere das Flugzeug eigenständig über Treppen verlassen. Allerdings haben sich 5 Passagiere und 1 Crewmitglied anschließend wegen gereizter Augen und Atemwege sowie Atemwegsbeschwerden in medizinische Behandlung begeben und gelten somit als Verletzte des Vorfalls, wobei keine der Personen stationär behandelt werden musste.

Der Flughafen Lajes auf der Azoren-Insel Terceira oder auch Lajes Air Base wird von der US Air Force als Atlantik-Stützpunkt genutzt und ist entsprechend sehr gut für unerwartete Landungen ausgestattet, weshalb er von der Crew vermutlich auch ausgewählt wurde.

Allerdings gibt es von hier nur eine sehr geringe Anzahl an kommerziellen Flügen, da die Insel auch nur 53.000 Einwohner zählt. SWISS hat sich daher dazu entschlossen, eine zweite Boeing 777-300er auf die Azoren zu schicken, um Crew und Passagiere auszufliegen sowie Techniker und eine Ersatzcrew auf die Azoren zu transportieren.

Die betroffene Boeing 777-300er wurde inzwischen wieder von den Azoren zurück nach Zürich geflogen, wo sie nach einer umfangreichen Überprüfung nun auch wieder im Liniendienst fliegt.

SWISS Boeing 777-300er meldet Notfall über dem Atlantik und landet auf US-Luftwaffenbasis auf den Azoren | Frankfurtflyer Kommentar

In der Luftfahrt gilt der Grundsatz: Better safe than sorry und daher ist es nicht überraschend, dass sich die Crew zu einer sofortigen Landung entschlossen hatte, nachdem die Situation unklar war, auch wenn dies bedeutete, dass man auf einer recht abgelegenen Azoren-Insel landet. Darüber, wie man die Passagiere und das Flugzeug von hier wieder wegschaffen wird, hat man sich vermutlich (und zu Recht) erst einmal an Bord wenig Gedanken gemacht.

SWISS hat in meinen Augen die Situation dann aber extrem gut gelöst, indem man die Passagiere und Crew mit einem eigenen Flugzeug ausgeflogen hat, was sicherlich die mit Abstand schnellste Lösung für alle Beteiligten war.

14 Kommentare

  1. Fällt eigentlich irgendjemandem auf, dass sich ähnliche Vorfälle und außerplanmäßige Landungen zurzeit bei der Lufthansa Group erkennbar häufen? Das sieht nach Sabotageakten aus. Natürlich ist das Spekulation, aber los ging es, nach der Ankündigung des russischen Außenministers, die Verbündeten der Ukraine in Europa spürbar attackieren zu wollen…

  2. Der Flughafen Lajes (Aerogare Civil das Lajes) auf der Insel Terceira wird zivil täglich von den Fluglinien SATA und TAP über zwanzigmal angeflogen. Lajes ist zugleich portugisisccher Militärflugplatz und wird auch von der USAirforce genutzt. Die Piloten haben diesen Flughafen wegen der 3300 m langen Landebahn gewählt. Die militärische Nutzung war wohl für die außerplanmäßige Landung von untergeordnete Bedeutung.

    • Die Ausstattung des Flughafens war hier wohl für die Wahl entscheidend. Aufgrund der Air Base (als welche er AFAIK auch vorrangig errichtet wurde) sorgt einfach dafür, dass der Flughafen extrem gut ausgestattet ist, anders als es ein reiner Regionalflughafen wäre.

  3. Und was war jetzt das Problem? Es muss doch eine Ursache für den Gestank gegeben haben. Und wenn die Maschine wieder fliegt, muss das Problem ja auch bekannt und behoben sein.

  4. Was mir bei den wegen Atemwegsbeschwerden behandelten Patienten nicht klar ist – warum kommen in so einem Fall denn nicht bis zur Landung die vorhandenen Sauerstoffmasken zum Einsatz?

    • Ganz einfach: eine Atemwegsreizung, Rauchgasinhalation oder dergl. wird primär völlig anders behandelt; z.B: mit einem ICS (Inhalatives Corticosteroid.) Sauerstoff per se ist ein Zellgift, dessen Einsatz gerade auch in den letzten Jahren deutlich z. B. auch in der Notfallmedizin deutlich in seinen Indikationen viel enger gefasst wird.
      Der Einsatz bei einem Notabstieg (emergency descend) völlig andere eine Situation, wo die Anwendung sinnvoll und angezeigt ist. Das ist aber eine komplett andere Hausnummer.

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