Lufthansa verdient mit dem Fliegen kein Geld â diese Botschaft hört man vom deutschen Flagcarrier seit einigen Jahren immer wieder. TatsĂ€chlich arbeitet die Lufthansa Group als Gesamtkonzern zwar profitabel, doch Lufthansa Airlines selbst, also der Passagierflugbetrieb der Kernmarke, verdient kaum Geld. Daher hat der Konzern fĂŒr Lufthansa Airlines ein umfangreiches Turnaround-Programm aufgelegt, um Kosten zu senken und die ProfitabilitĂ€t zu steigern.
đ GroĂe Margenunterschiede: SWISS erreicht 2025 eine operative Marge von 9,3 Prozent, wĂ€hrend Lufthansa Airlines nur auf 0,9 Prozent kommt.
âïž Zehnmal profitabler: SWISS ist aktuell rund 10,3-mal profitabler als Lufthansa und verdient deutlich mehr pro Ticket.
đ° Turnaround nötig: Lufthansa versucht mit einem umfangreichen Restrukturierungsprogramm und neuen Kabinenprodukten die ProfitabilitĂ€t zu steigern.
Mit der Veröffentlichung der Finanzzahlen fĂŒr 2025 konnte man zumindest einen ersten kleinen Erfolg vermelden, denn Lufthansa Airlines konnte fĂŒr das GeschĂ€ftsjahr 2025 einen Gewinn von immerhin 148 Millionen Euro (EBIT, also vor Zinsen und Steuern) erwirtschaften.
Bei einem Umsatz von 17,1 Milliarden Euro sind diese 148 Millionen Euro allerdings nur eine hauchdĂŒnne Gewinnmarge von 0,9 Prozent. Bedenkt man, dass Lufthansa fĂŒr ihre Airlines eine Marge von rund 8 Prozent anstrebt, wird schnell klar, dass Lufthansa Airlines noch einen sehr weiten Weg vor sich hat.
Als eigentliche âCash Cowâ der Gruppe wird daher hĂ€ufig SWISS genannt. Die Schweizer Airline war 2025 die einzige Airline der Gruppe, die ĂŒberhaupt die angestrebte Marge von 8 Prozent erreicht hat â und das, obwohl sie 2025 sogar schwĂ€cher als im Vorjahr abgeschnitten hat. Die operative Marge lag 2025 bei 9,3 Prozent, nachdem sie im Jahr zuvor noch spektakulĂ€re 12,1 Prozent erreicht hatte.
Die AufschlĂŒsselung nach Airlines im Finanzbericht der Lufthansa Group zeigt sehr deutlich, dass SWISS die mit Abstand rentabelste Airline im Konzern ist, wĂ€hrend Lufthansa selbst das Schlusslicht bildet.

Die Gesamtmarge der Lufthansa Group Airlines liegt derzeit nur bei 3,6 Prozent â ein erschreckend niedriger Wert. Diese Rendite reicht kaum aus, um die Kapitalkosten des Konzerns zu decken. Aufgrund der GröĂe von Lufthansa Airlines im Vergleich zu den anderen Airlines der Gruppe wird zudem klar, wie wichtig es ist, dass die Kernmarke wieder profitabler wird, denn sie erwirtschaftet mehr als 50 Prozent des gesamten Umsatzes.
Wie deutlich der Unterschied zwischen Lufthansa und SWISS in der ProfitabilitĂ€t ist, wird besonders klar, wenn man die Margen direkt miteinander vergleicht. SWISS ist aktuell etwa 10,3-mal so profitabel wie Lufthansa â oder anders gesagt rund 933 Prozent profitabler.
Anders formuliert: Lufthansa verdient pro 100 Euro Umsatz derzeit nur etwa 90 Cent, wĂ€hrend bei SWISS von 100 Euro Ticketpreis im Durchschnitt rund 9,30 Euro als Gewinn ĂŒbrig bleiben.
Das Ziel von Lufthansa ist daher recht klar: Man möchte mittelfristig Ă€hnlich profitabel wie SWISS werden. DafĂŒr muss die Airline allerdings noch einiges leisten. Besonders die ProduktivitĂ€t soll erhöht werden, wodurch sich die Personalkosten pro Flugstunde reduzieren lassen. Gleichzeitig versucht Lufthansa mit dem neuen Allegris-Kabinenprodukt auch die durchschnittlichen Ticketpreise zu steigern.
Einen kleinen â und vielleicht auch etwas unfairen â Vorteil hat SWISS allerdings durch ihren Heimatmarkt. Die Schweiz gilt traditionell als sehr zahlungskrĂ€ftig, und insbesondere in den Premium-Kabinen lassen sich dort sehr hohe Preise durchsetzen. Hinzu kommt eine starke LoyalitĂ€t vieler Kunden zur nationalen Airline, was sich ebenfalls positiv auf die Margen auswirkt.
SWISS ist zehnmal so profitabel wie Lufthansa | Frankfurtflyer Kommentar
Dass SWISS profitabler als Lufthansa selbst ist, ist kein Geheimnis. Dass die Airline jedoch mehr als zehnmal so profitabel arbeitet wie die Kernmarke des Konzerns, ist durchaus bemerkenswert und zeigt sehr deutlich, welchen Weg Lufthansa Airlines noch vor sich hat.
Der Erfolg von SWISS kommt allerdings nicht von ungefĂ€hr. Neben dem sehr starken Heimatmarkt wurde die Airline ĂŒber viele Jahre konsequent auf ProfitabilitĂ€t ausgerichtet â und genau diese Strategie zahlt sich heute aus.
Der Erfolg von SWISS soll dabei nicht nur fĂŒr Lufthansa als Vorbild dienen. Auch ITA Airways, die jĂŒngste Airline in der Lufthansa Group und im aktuellen Finanzbericht noch gar nicht enthalten, soll langfristig nach dem Vorbild von SWISS saniert und neu aufgebaut werden, um ebenfalls eine Ă€hnlich hohe ProfitabilitĂ€t zu erreichen.
Der Erfolg von Swiss ist auch einem der traurigsten Kapitel der Schweizer Luftfahrtgeschichte zuzuschreiben, nÀmlich dem Grounding und dem Zusammenbruch der Swissair. Diese tickte Àhnlich wie die Lufthansa heute noch. Seinerzeit sahen die Swissair-Angestellten ihre Privilegien als selbstverstÀndlich an und verteidigten diese auch lautstark. Dann kam das Grounding und das Ende der Swissair, was nicht nur die ganze Schweiz in einen Schockzustand versetzte, sondern auch die Swissair-Mitarbeitenden nachhaltig traumatisiert hat.
Danach wurde Crossair, welche schon immer eine schlanke Kostenstruktur hatte, in Swiss umbenannt und zur nationalen Fluggesellschaft ausgebaut. Dabei wurden viele Swissair-Angestellte ĂŒbernommen. Diese waren fortan – da sie keinesfalls ein zweites Grounding riskieren wollten – wesentlich flexibler und kompromissbereiter als in frĂŒheren Zeiten. Das ist, aus heutiger Sicht betrachtet, wohl der einzige positive Aspekt des Swissair-Groundings.
Und ĂŒbrigens: wenn man von der viel höheren Kaufkraft des Swiss-Heimmarktes Schweiz spricht, dann darf auch die viel höheren Kosten, insbesondere Personalkosten, im Markt Schweiz nicht vergessen.
Ich kann den Film dazu nur empfehlen (Grounding)
Wenn SWISS eine der profitabelsten Airlines der Lufthansa Group ist, stellt sich eine grundlegende Frage: Warum wird gleichzeitig daran gearbeitet, Marken stÀrker zu vereinheitlichen oder die Lufthansa Marke auszurollen?
Marketingtechnisch ergibt das kaum Sinn. SWISS funktioniert gerade deshalb so gut, weil sie eine eigenstÀndige, klar positionierte Premium Marke mit Schweizer IdentitÀt ist. Genau diese Differenzierung schafft Vertrauen, Zahlungsbereitschaft und LoyalitÀt bei den Kunden.
Eine Marke, die erfolgreich ist und ĂŒberdurchschnittliche Margen erwirtschaftet, verwĂ€ssert man normalerweise nicht durch stĂ€rkere Konzernangleichung. Im Gegenteil: Man schĂŒtzt und stĂ€rkt genau diese IdentitĂ€t.
Gleichzeitig wird immer wieder auf der Kostenseite angesetzt, hĂ€ufig auch bei den Cabin Crews, obwohl genau sie einen wesentlichen Teil des Premiumerlebnisses ausmachen, das SWISS ĂŒberhaupt erst zur Cash Cow des Konzerns macht.
Strategisch wirkt das widersprĂŒchlich: Die profitabelste Airline liefert die Ergebnisse, soll aber gleichzeitig IdentitĂ€t verlieren und weiter sparen.
Der Bilanzausschnitt sagt noch mehr aus – gegenĂŒber den angebotenen Sitzmeilen in 2019 ist die LH am stĂ€rksten geschrumpft, was wohl auch der Verlagerung hin zur EW geschuldet ist. Vom EBIT gehen bekanntlich noch Steuern und Zinsen ab und danach bleibt nicht mehr viel ĂŒbrig. Erstaunlich gut schneidet mMn. aber die AUA ab.
Ich finde ĂŒbrigens den Vergleich zur Swissair unpassend- diese ist primĂ€r an ihrer konzeptlosen Expansion gescheitert, konkret an den Akquisitionen der jeweils hochdefizitĂ€ren LTU, AOM und Sabena, welche in kĂŒrzester Zeit das Kapital der Swissair verbrannten. Dann kamen nach dem 11. September einbrechende MĂ€rkte und nebulöse Interessenkonflikte zwischen Bund und Banken – das war seinerzeit eine komplett andere Ausgangslage.
Die Ăberschrift des Artikels wĂ€re verbesserungswĂŒrdig.
Wenn ein Unterschied zwischen dem einen Umstand und dem anderen besteht benutz man das Vergleichspartikel „als“ und nicht „wie“.
Richtig wÀre daher zum Beispiels:
SWISS ist 10x profitabler als Lufthansa
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Oder wie wir im Ruhrpott sagen. Swiss ist zehn Mal so profitabel als wie Lufthansa.
An der billigen Altersversorgung und den GehÀltern der Swiss liegt es jedenfalls nicht. Auch nicht Kaufkraft-bereinigt.
Ich denke,dass hier ein wesentlicher Punkt nicht berĂŒcksichtigt wird: Die Swiss ist viel kleiner und bedient fast ausschlieĂlich sehr rentable Strecken und profitiert aber von dem groĂen Lufthansa-Netz. Das macht es deutlich einfacher.
In der Schweiz ist der Komparativ, wie in allen alemannischen Dialekten „wie“ statt „als“.
Die Lufthansa Schweiz versteht es sehr geschickt, die hohe Kaufkraft der Schweizer abzuschöpfen, dies insbesondere auf Monopolstrecken. Wenn ich fĂŒr einen Eco-Flug ZRH-ARN 600 CHF zahlen soll, weiss ich, wie diese Margen zustandekommen. FlĂŒge nach LHR und MAD sind hingegen immer recht gĂŒnstig zu haben (wenn auch teurer als BA und IB).
Die LX bildet sich noch sehr viel auf die LoyalitĂ€t der Schweizer zu „Ihrer“ Linie ein. Diese schwindet jedoch rapide, da das Produkt immer mehr als „zu deutsch“ wahrgenommen wird. Infolge fliegen immer mehr ĂŒber Transferpunkte statt direkt und lediglich auf den Kurzstrecken, wo keine Alternative besteht, mit der LX.
Der Trick, die LX als „Premium“ oder „Boutique“ anzupreisen funktioniert immer weniger, das Reiseerlebnis unterscheidet sich (ausser bei der Freundlichkeit des Personals) nicht vom Wettbewerb und ist auch den Mehrpreis absolut nicht wert. Wenn man einen C-Series Flug erwischt, ist die Verbussung nahezu sicher, kein direkter Anschluss am ZRH Terminal A/B, wie ein Billigflieger (auf dem Flug ZRH-FCO sogar zweimal verbusst und das ohne separaten Businessclass Bus). Lediglich beim PE-Sitz steht sie gut da, die „Senses“ Buisiness Class ist der selbe Witz wie die „Allegris“.
Auch wenn die ProfitabilitĂ€t noch hoch ist, sie ging doch zurĂŒck und wird es weiterhin. Noch wĂ€re Zeit gegenzusteuern und dem Passagier richtig Premium zu bieten.
In der Schweiz verzichtet man auch auf ein Maximum an Grammatik. Dennoch sollte man Schriftsprache nicht mit dem gesprochenen Wort verwechseln.
Und sich dann wundern, dass keiner in der Schweiz die Deutschen leiden kann…
Steigt mal vom hohen Ross herunter. Mit Armut, KriminalitĂ€t und Arbeitslosigkeit habt ihr genug eigene Baustellen, da muss man nicht ĂŒber die Schweiz herziehen.
Ich vermute, dass Du da etwas in den falschen Hals bekommen hast. Mir liegt es fern ĂŒber das Land herzuziehen, in dem ich gut und gerne lebe. UnabhĂ€ngig davon ist es Fakt, dass wir im Schweizerdeutsch nur ein Minimum an Grammatik nutzen. Da das geschriebene Wort jedoch Hochdeutsch ist, sollte man das nicht wechseln. FĂŒr den konkreten Fall: Du sagst zwar in der Regel „profitabler wie“ schreibst aber in der Regel auch in der Schweiz „profitabler als“.
Schon interessant, dass Swiss mehr Geld verdient als Lufthansa, das Swiss Personal ist noch teurer als das Lufthansa Personal, die Flugzeuge der Swiss sind auch ein Ă€hnliches Museum wie das Museum von Lufthansa, kann Swiss von den Schweizer Passagieren wirklich so viel mehr Geld verlangen als Lufthansa von den Deutschen? Ist Swiss so viel effizienter als Lufthansa unterwegs? Ist das Lufthansa Management unfĂ€hig? Fragen ĂŒber Fragen.