SWISS streicht über 300 Flüge im Sommer 2026 – das sind die Gründe

Foto: SWISS

Weniger Flugstreichungen, frühere Information der Fluggäste – Der operative Sommerflugplan 2026 von SWISS könnte als voller Erfolg verkauft werden. Dennoch sind es über 300 Flüge, die von der Schweizer Star Alliance Fluggesellschaft storniert werden mussten. Betroffen ist vor allem die Langstrecke. Die Probleme sind zum Teil hausgemacht.

Das Wichtigste auf einen Blick:

✈️ Deutlich weniger Ausfälle: SWISS streicht 326 statt 1.400 Flüge im Sommer 2026.
🌍 Langstrecke betroffen: Reduzierungen u.a. nach Chicago und Shanghai.
⚙️ Ursachen bleiben: Triebwerksprobleme und Pilotenmangel belasten weiterhin.

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1.400 Flüge musste SWISS im Sommerflugplan 2025 streichen. Viele Fluggäste erfuhren davon erst kurz vor dem Antritt des gebuchten Fluges. In diesem Jahr machen es die Schweizer besser. „Nur“ 326 Flüge streicht die Airline im kurz bevorstehenden Sommerflugplan 2026. Das entspricht bei rund 80.000 Flügen einer Quote von nur 0,4%.

Weniger Flüge auf der Langstrecke

Diese eher niedrige Zahl konnte vor allem dadurch erreicht werden, dass im Wesentlichen Flüge auf ausgewählten Langstrecken reduziert wurden. Betroffen sind zum einen Flüge nach Chicago, die nun nicht mehr zwei Mal am Tag, sondern nur noch 12 Mal pro Woche durchgeführt werden. Auch die Frequenzen nach Shanghai wurden reduziert. Statt täglich steuert die Schweizer Lufthansa-Tochter dieses Ziel nur noch drei Mal pro Woche an.

Gründe für die Flugstreichungen

Das Portal Aerotelegraph.com hat bei SWISS nachgehakt und die Gründe für die Flugausfälle erfahren. So leidet die Fluggesellschaft weiterhin unter den Triebwerksproblemen bei Airbus-Flugzeugen. Elf Flugzeuge stehen deswegen weiter am Boden. Auch die Umschulung einiger Piloten auf den neuen Airbus A350 verschärft die Situation. Denn während SWISS derzeit versucht, Kabinencrews mit hohen Abfindungen hinauszukomplimentieren, mangelt es an Airbus-Piloten.

Und hier steckt die Airline in einem Dilemma, denn sie kann sich nicht am Arbeitsmarkt einfach Piloten für die Langstrecke einkaufen. Denn der Gesamtarbeitsvertrag (Tarifvertrag) von SWISS sieht vor, dass neue Piloten zunächst auf der Kurzstrecke anfangen und sich dann hocharbeiten müssen. Einen Neuling direkt auf die Langstrecke zu setzen, ist – unabhängig von der Erfahrung des Bewerbers – nicht möglich.

SWISS streicht über 300 Flüge im Sommer 2026 | Frankfurtflyer Kommentar

Weniger als ein Viertel der Ausfälle des Vorjahres. In der Politik würde das gnadenlos als Erfolg verkauft. Bei SWISS selbst bleibt man kritisch, denn mit einem gestrichenen Flug wird auch kein Geld verdient.

Was hier jedoch deutlich wird: Der Gesamtarbeitsvertrag der SWISS schadet dem Unternehmen. Die Arbeitnehmervertretung der Piloten hat ihre Klientel abgesichert, während der Arbeitgeber gelähmt ist und auch in schwierigen Situationen nur über einen langen Weiterentwicklungsprozess an neue Piloten für die Langstrecke kommt.

Erfahrene Piloten anzuwerben, dürfte in dieser Konstellation schwierig bleiben.

Seid Ihr von Flugstreichungen der SWISS betroffen? Hinterlasst gerne einen Kommentar

1 Kommentar

  1. Von der Shanghai Streichung war ich (und ein Mitreisender) betroffen. Der ‚Vorteil‘ für uns ist, wir wurden nun auf den LH Direktflug umgebucht, was die Reisezeit doch reduziert. Und das Kabinenprodukt (787) ist auch neuer. Trotzdem hat diese Umbuchung erst einmal für Stress gesorgt.

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