The Blue Group: Air France-KLM baut neuen Airline-Riesen in Europa auf

Foto: Air France KLM

Air France-KLM steht vor einer Umbenennung, der Konzern möchte eine neutrale Identität für die Zukunft gestalten. Zur Debatte steht der Name „The Blue Group“. Hintergrund ist die anstehende Mehrheitsbeteiligung an SAS Scandinavian Airlines sowie eine mögliche Übernahme von TAP Air Portugal. Als Vorbild gilt die International Airlines Group, die ohne die Namen der Gründungsmitglieder British Airways und Iberia auskommt.

Das Wichtigste auf einen Blick:

🔵 Air France-KLM prüft offenbar die Umbenennung des Konzerns in „The Blue Group“.
✈️ Hintergrund sind die SAS-Übernahme und das Interesse an TAP Air Portugal.
🌍 Der Konzern könnte damit zum direkten Gegenspieler von Lufthansa Group und IAG werden.

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Der Zeitpunkt für die Diskussion kommt nicht zufällig. Air France-KLM wartet derzeit auf die Genehmigung für die geplante Mehrheitsübernahme von SAS Scandinavian Airlines. Der Konzern hält bereits knapp 20 Prozent an der skandinavischen Fluggesellschaft, künftig sollen es über 60 Prozent werden. Parallel bemüht man sich außerdem um eine Beteiligung an TAP Air Portugal. Dort konkurriert Air France-KLM direkt mit der Lufthansa Group um den Zuschlag.

Mit zusätzlichen Airlines im Portfolio wirkt der bisherige Name „Air France-KLM“ für die Verantwortlichen unpassend. Ähnliche Probleme hatte einst auch die heutige International Airlines Group. Die Holding hinter British Airways und Iberia entschied sich deshalb schon 2011 bewusst für eine neutrale Konzernmarke. Inzwischen gehören auch Aer Lingus, Vueling und LEVEL zur Gruppe.

„The Blue Group“ als neue Dachmarke?

Bei Air France-KLM scheint man dieses Modell nun kopieren zu wollen. Konzernchef Ben Smith gilt laut Berichten als treibende Kraft hinter dem Rebranding. Der Name „The Blue Group“ würde dabei durchaus passen. Blau spielt seit Jahrzehnten eine zentrale Rolle im Markenauftritt von Air France, KLM und inzwischen auch bei Scandinavian Airlines.

Ganz unumstritten ist das Vorhaben intern allerdings nicht. Vor allem bei KLM gibt es offenbar Sorgen, dass die Macht künftig noch stärker nach Paris verlagert werden könnte. Die niederländische Airline genoss bislang vergleichsweise große Freiheiten bei Netzwerk, Finanzen und Strategie. Kritiker befürchten nun eine stärkere Zentralisierung innerhalb des Konzerns.

Für Passagiere hätte eine engere Integration dagegen durchaus Vorteile. Sollte zusätzlich noch TAP Teil der Gruppe werden, entstünde ein gewaltiges europäisches Netzwerk mit den Drehkreuzen Paris, Amsterdam, Kopenhagen und Lissabon. Buchungen über mehrere Airlines hinweg könnten einfacher werden, auch die Vielfliegerprogramme dürften künftig enger zusammenarbeiten.

Foto: Lufthansa

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Die Luftfahrt in Europa befindet sich nach wie vor in einer Konsolidierungsphase. Die drei mächtigen Konzerne werden immer stärker und positionieren sich entsprechend neu. Die Lufthansa Group hat erst vor wenigen Monaten den Markenauftritt aufgefrischt und vereinheitlicht, in Kürze scheint es auch bei Air France-KLM ein Rebranding zu geben.

Mit TAP würde man sich zwar keine „blaue Marke“ ins Haus holen, der Deal ist aber noch nicht greifbar. Lufthansa ist ebenfalls interessiert, die Fluggesellschaft, die der Star Alliance angehört, unter das Dach des Kranichs zu holen.

Danke: Simple Flying, Travel Tomorrow

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