Trotz Nachtflugverbot: Smartwings landet um 4 Uhr morgens in Zürich

Foto: Smartwings

Wenn es um das Nachtflugverbot geht, ist man in der Schweiz mindestens so genau wie an deutschen Flughäfen. Umso mehr erstaunt es, dass eine Boeing 737 von Smartwings um 4 Uhr in der Früh am Flughafen Zürich (ZRH) landete – mit offizieller Erlaubnis und ohne dass ein Notfall vorlag.

Das Wichtigste auf einen Blick:
🛬 Nachtlandung trotz Verbot: Smartwings-Boeing landet um 4 Uhr in Zürich mit Sondergenehmigung.
🌍 Verdacht auf Abschiebeflug: Flugroute führte über Afrika mit ungewöhnlichen Zwischenstopps.
📍 Auffällige Details: Parkposition nahe Ausschaffungsgefängnis und deaktivierte Webcams.

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Um 23 Uhr abends heißt es am Flughafen Zürich in der Regel „rien ne va plus – nichts geht mehr“. Nur mit Ausnahmegenehmigung dürfen dann noch für eine kurze Zeit verspätete Flugzeuge landen, ehe ein striktes Nachtflugverbot eintritt.

An dieses Nachtflugverbot musste sich eine Boeing 737 MAX 8 der tschechischen Smartwings offensichtlich nicht halten. Das Flugzeug des Billigfliegers mit der Registrierung OK-SWC startete in der Nacht von Montag (20. April 2026) auf Dienstag (21. April 2026) erst um 3 Uhr morgens in Bratislava.

Zwar hatte die 737 zu diesem Zeitpunkt einen verspäteten Abflug, aber auch pünktlich hätte es die Maschine nicht innerhalb der Betriebszeit des ZRH zur Landung geschafft.

Als die Maschine um 4:12 Uhr landete, bestätigte sich Beobachtern, dass es sich hierbei um keinen regulären Linienflug handelte. Doch was war Sinn und Zweck der späten Landung des Smartwings-Fluges aus Bratislava? Dabei hilft zunächst ein Blick auf das Nachtflugverbot des Flughafens Zürich.

Strenges Nachtflugverbot in Zürich

Am Flughafen Zürich gilt ein striktes Nachtflugverbot, das zu den strengsten in Europa zählt. Reguläre Starts und Landungen sind zwischen 23:30 Uhr und 06:00 Uhr grundsätzlich untersagt, wobei eine sogenannte „Verspätungsabbauphase“ bis 23:30 Uhr besteht, in der verspätete Flüge noch abgewickelt werden dürfen. In der Kernnacht von 00:30 Uhr bis 05:00 Uhr sind Flugbewegungen nur in absoluten Ausnahmefällen erlaubt, etwa bei Notfällen oder unvorhersehbaren Ereignissen.

Für die Ausnahmegenehmigungen ist in der Schweiz das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) zuständig, vergleichbar mit dem Luftfahrt-Bundesamt.

Das Nachtflugregime dient dem Lärmschutz der Bevölkerung und hat erhebliche Auswirkungen auf die Flugplanung von Airlines, insbesondere bei Langstreckenverbindungen und Umläufen mit knappen Umsteigezeiten.

Zu den wenigen Ausnahmefällen gehören auch die Starts und Landungen von Militärflugzeugen und Staatsluftfahrzeugen. Und auf Letzteres deuten einige Indizien hin.

Smartwings ging auf Afrika-Rundreise

So ist die OK-SWC noch ohne reguläre Flugnummer in Zürich gelandet und scheint dementsprechend als Ferryflug eingesetzt worden zu sein. Erst als die 737 Zürich um 6:48 Uhr wieder verließ, tauchte sie auf Flightradar24.com unter der Flugnummer QS4309 auf.

Screenshot: Flightradar24.com

Das erste Reiseziel lautete Hurghada (HRG) – prinzipiell noch eine wenig verräterische Touristendestination. Doch von dort aus ging es schnell weiter nach Bujumbura (BJM) in Burundi und im Laufe des Tages sogar noch nach Nairobi (NBO) in Kenia.

Der Verdacht liegt nahe, dass die Schweiz hier Smartwings für Ausschaffungen (Anm.: Abschiebung im Schweizerdeutsch) beauftragt hat.

Ungewöhnliche Parkposition

Dafür spricht auch die ungewöhnliche Außenposition der Boeing 737 MAX 8. Denn statt irgendwo am Terminal oder zumindest auf einer der regulären Parkpositionen auf das Boarding für den Weiterflug zu warten, parkte die Maschine unweit des Ausschaffungsgefängnisses direkt im Süden des Flughafens.

Screenshot: Flightradar24.com

Der Tagesanzeiger, der zuerst über den nächtlichen Sonderflug berichtet hat, machte eine weitere spannende Entdeckung. Denn während des Zwischenstopps in Kloten seien die Webcams am Flughafen ausgeschaltet gewesen. Erst kurz vor dem Start seien diese wieder aktiviert worden.

Trotz Nachtflugverbot: Smartwings landet um 4 Uhr morgens in Zürich | Frankfurtflyer Kommentar

Warum schafft die Schweiz mitten in der Nacht Menschen außer Landes? Warum wurden die Webcams abgeschaltet? Waren hier besonders gefährliche Straftäter an Bord, die ihr Aufenthaltsrecht in der Schweiz verwirkt haben oder es gar nie hatten? Diese Fragen bleiben aktuell noch unbeantwortet.

Genauso bleibt für mich die Frage offen, warum für derartige Ausschaffungen auf ausländische Billigflieger zurückgegriffen wird. Im Grunde bietet sich das doch für die einheimischen Fluggesellschaften viel eher an. Für jeden Airline-Boss, Piloten und Flugbegleiter müsste es doch eine staatsbürgerliche Pflicht sein, Abschiebeflüge durchzuführen, von denen es viel zu wenige gibt.

Teilt Ihr die Einschätzung, dass es sich hierbei um einen Abschiebeflug gehandelt haben muss? Was haltet Ihr davon, dass dafür Nachtflugverbote gebrochen werden und ausländische Airlines extra anreisen müssen? Ich freue mich auf Eure sachlichen Kommentare.

Quelle: Tagesanzeiger.ch

18 Kommentare

  1. Die Frage „ Warum schafft die Schweiz mitten in der Nacht Menschen außer Landes?“ ist ja wohl etwas reißerisch und unzutreffend gestellt. Denn wie beschrieben landete lediglich der Ferryflug „mitten in der Nacht“. Der Abflug mit mutmaßlich „auszuschaffenden“ Passagieren war morgens nach sechs.
    Warum das nicht die eigenen Airlines übernehmen? Wahrscheinlich weil Abschiebeflüge, so gerechtfertigt und nötig sie auch sein mögen, immer auch eine schlechte Presse nach sich ziehen können und Airlines generell nicht mit so etwas in Verbindung gebracht werden wollen.
    Irgendeine Herz-Schmerz-Geschichte über eine vermeintlich ungerechte Abschiebung findet sich erfahrungsgemäß ja immer…

    • Ein sehr sympathisches Detail habe ich unerwähnt gelassen. Sie haben den Anflug über Deutschland gewählt und somit nur einen kleinen Teil des eigenen Publikums genervt.

      • Wie ihr deutschen immer rumplärrt wegen dem Zürcher „Fluglärm“. Aber selber immer von Zürich fliegen. Fliegt doch nächstes Mal ab Stuttgart!

        Im Übrigen ist diese Fluglärmdebatte voll daneben. Ich habe in Dallas in der Ausflugschneise von Love Field gewohnt. Da donnern die 737 von Southwest regelmässig übers Haus. Es hat weder meinen Schlaf, noch mein Wohlbefinden beeinflusst und das der anderen Anwohner offenbar auch nicht. Denn dort leben immer noch Menschen – ganz ohne Schallschutzfenster. Wie man dann im badischen in 50km Entfernung zu Kloten immer noch „störende“ Flugzeuge hören will, ist mir ein Rätsel.

        • Ich muss halt brutal über Dich lachen. Und offensichtlich nicht das erste Mal.

          Warum soll ich die 200 km nach Stuttgart fahren, wenn ich 15 Minuten zum Züri Flughafen fahre?

          Ich lebe in einer der Einflugschneisen des ZRH. Auf Schweizer Seite. Und ich wähle seit Jahren meinen Wohnort bewusst nach Nähe zum Flughafen und guten Blick auf den Flugverkehr.

          • „das eigene Publikum“… was soll das???
            Der Kommentar ist extrem schweizfeindlich. Wie kann man nur ständig auf solch schäbige Weise über ein Land herziehen, welches einem das Gastrecht gewährt?

            • Nein, Du interpretierst da etwas rein, was nicht ist. Denn ich persönlich feiere das. Ich finde es persönlich brutal geil, dass das Ding genau dort reinging, wo sich irgendwelche deutschen Lokalpolitiker immer grossflächig beschweren, während sie dann selbst ab ZRH fliegen.

              Mega, die Maschine ging um 4 Uhr nicht über mein Haus rein. Denn selbst da brauche ich das nicht.

              Du solltest vielleicht einfach Deinen Kompass nochmals ausrichten und zumindest was mich angeht, deine Verfolgungswahn ablegen.

  2. Das mit der staatsbürgerlichen Pflicht im Konjunktiv I hast Du aber sehr schön formuliert und noch dazu mit dem ganzen Artikel die Fangleinen ausgelegt für die Hater und ihren linksgrünen Shitstorm. Gleich geht es wieder ab hier. 😊

  3. ….“ Abschiebeflüge durchzuführen, von denen es viel zu wenige gibt.“

    Welche Instanz, die die Wahrheit gepachtet hat, sagt, dass es zu wenig Abschiebeflüge gibt. Das ist ja kein Fakt sondern wohl lediglich die Meinung des Autors (und einiger anderer). Wer glaubt, das Migration unser wichtigstes Problem ist, hat die Welt m.E. nicht verstanden.

    • Das siehst du leider falsch. Es gibt zu wenige Abscheibeflüge, weil es in der Schweiz wie auch in Deutschland viel mehr ausreisepflichtige Personen gibt als zur Zeit per FLugzeug abgeschoben werden.
      Daher ist „zu wenig“ schon korrekt. Diese Menschen haben hier (oder dort) nichts mehr zu suchen.

    • Ich weiss, dass das grundsätzlich kompliziert ist, aber ja, meist versteckt sich unter dem Titel „Kommentar“ tatsächlich eine Meinung. Verrückte Welt.

    • Wie Abschiebeflüge in Deutschland (nicht) laufen, zeigt die aktuelle Meldung von heute (Berlin/Randale im Flugzeug/keine Abschiebung).
      „Viel zu wenige“ mag eine Wertung beinhalten, angesichts der Zahlen (Anzahl der Ausreisepflichtigen und Anzahl der Abschiebeflüge) trifft die Aussage allerdings im Kern zu:

      Es erfolgen nicht genug Abschiebeflüge.
      Von der angekündigten Abschiebungsoffensive ist nichts zu sehen.

      Migration gehört definitiv zu den wichtigsten Problemen im Land und in Europa. Ich persönlich stelle mir sehr oft die Frage, wer wir sind (An wen richtet sich eigentlich unsere Politik?), wer ich bin und was ich mir noch alles sagen und bieten lassen muss in diesem Kontext.

      Wenn Du das Klima meinen solltest mit dem wichtigsten Problem:
      Lange bevor der Planet zerstört ist, sind unsere Wirtschaft und Gesellschaft zerstört. Letztere maßgeblich aufgrund der immer noch weitestgehend ungesteuerten Migration.

      • So sieht es aus und Probleme werden mit purer Absicht geschaffen, denn sie sind Teil eines perfiden Geschäftsmodells:
        Jede Art von geschaffener Not (seien es nun Krieg oder sonstige Spannungen, und damit einhergehende Verschuldung, Zerstörung etc.) verlangt nach einer Lösung 🤑🤑, die die Menschen noch mehr kosten, verpflichten und einschränken wird (==> infolgedessen kontrollierbarer macht). Auch die ständige Klima-Panikmache ist Teil der globalen Theatervorstellung, denn es dann werden neue Steuern eingeführt und ständig erhöht, was natürlich nichts an der angeblichen Weltuntergangslage, die alle in Angst und Schrecken versetzen soll und somit noch manipulierbarer/kontrollierbarer macht, ändert, sondern im Endeffekt die Reichen und Mächtigen noch reicher und gleichermaßen mächtiger macht.

    • Für mich ist Migration klar unter den Top 5 Themen, die mir wichtig sind. An jedem Tag in einer Stadt in Deutschland oder in Frankreich werde ich damit konfrontiert.
      Vielleicht siehst Du als HON auf Deinen Rennstrecken in der First Class, durch die Scheiben der Limousinen, in den Lounges und bei Deinen Gesprächen mit den Scheichs und Deinen anderen Geschäftspartnern und Kunden nicht mehr die Realität der Allermeisten hier am Boden?
      In Deiner Nachbarschaft gibt es sicher keine Aufnahmeeinrichtungen oder Flüchtlingsunterkünfte? Deine Kinder gehen auf Privatschulen?

    • Du sprichst von unserem wichtigsten Problem. Wer sind „wir“ und „uns“?
      Unser wichtigstes Problem als Menschheit? Als Europäer? Als Staatsbürger?

      Der Smartwings-Flug war offenbar ein Abschiebeflug. Wenn ein Rechtsstaat nicht nur seit Jahrzehnten erodiert, sondern wenn er regelrecht geschreddert wird, weil es „viel zu wenige“ Abschiebeflüge gibt, wenn also Recht in der Schweiz und in Deutschland nicht durchgesetzt wird, dann ist das definitiv eines „unserer“ wichtigsten Probleme als Europäer und als Staatsbürger.

      Die Probleme der Menschheit werden hier eher weniger diskutiert.

  4. Die Antwort auf die Frage im letzten Absatz weisst du selbst: weil nicht alle Menschen Abschiebungen toll finden und lokale Airlines einen Imageschaden fürchten. Schlecht vorgetäuschte Neugierde als Ausrede seine politische Meinung noch einzubringen. Hat mich etwas genervt, denn bis dahin war es guter Journalismus
    (denke auch es gibt zu wenige Abschiebungen)

    • Ich habe da im Prinzip zwischen den Zeilen versucht zu bewerten, dass sich lokale Airlines in D und CH meist dafür zu Schade sind so etwas durchzuführen, wobei die Mitarbeitenden doch genauso wie alle anderen rechtmässigen Bewohner des Landes davon profitieren, wenn jemand Illegales oder insbesondere Straftäter das Land verlassen.

      Wenn SWISS mich anrufen würde, ob ich in meiner Freizeit dazu bereit wäre, solch einen Flug zu begleiten, würde ich jederzeit „avec plaisir“ antworten.

    • Warum nervt dich seine aus dem natürlichen Überlebensinstinkt resultierenden Meinung, die auf einen geistig gesunden Menschen schließen lässt und im Gegensatz zu den meisten Landesgenossen noch die Courage hat, aufzustehen und den Mund aufzumachen?

      Er darf durchaus seine persönlichen Ansichten einfließen lassen, gerade auch wenn diese von der medial induzierten öffentlichen manipulativen, selbstverleugnenden und schizophren-selbstzerstörerischen Political Correctness (= Meinungsmache/Meinungsdiktatur) abweicht und mit voller Absicht nicht realistisch die Stimmung im Volk abbildet, was nur dem Erreichen der sadistischen Zielvorgaben und zum Schutze der mafiösen internationalistischen Tyrannen in Politik und Wirtschaft dient.
      Das schöne ist, dass hier offen im legalen Rahmen kommentiert werden darf, ohne dass wie in den klassischen Print- und Onlinemedien die Zensurpeitsche zuschlägt und das Volk mundtot macht. Na wo kommen wir da denn auch hin bei diesem jahrzehntewährenden insbesondere deutschen antrainierten Duckmäusertum gemäß amerik. Reeducation Program, was das naturgegebene gesunde Selbstbewusstsein weiter Teile der Bevölkerung nachhaltig und z.T. fatal geschädigt hat? Glaubst du, dass Schweigen und ein durch Verzerrung der Wahrheit geschaffener teilweiser Selbstverachtung in Kombination mit einem von allgemeiner Lethargie bis Stockholm-Syndrom geprägten tendenziellen Volkscharakter die dringend benötigte positive Veränderung herbeiführt?

      Seien wir daher lieber realistisch:
      Wer nicht rechtzeitig den Mund aufbekommt, ist über kurz oder lang dem sicheren Untergang geweiht.
      Leider verstehen die meisten im Land durch systematische Konditionierung (Gehirnwäsche) sprich Indoktrination und Dogmatismus in Kombination mit Desinformation und allgemeiner Ignoranz noch immer nicht, was hier für ein satanisches Spiel gespielt wird und warum. Ein Trauerspiel und eine Schande zugleich für eine ansonsten international (noch) sehr einflussreiche, für geistigen und technischen Fortschritt der Neuzeit stehende und vormals daher hoch geachtete indigene Bevölkerung.
      Reflektiere mal ein wenig darüber, um dem guten alten Ruf des Volks der Dichter und Denker gerecht zu werden.

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