Auf einem rund 15-stündigen Flug von Philippine Airlines sind während der Reise alle Toiletten ausgefallen. Da die Route von Los Angeles nach Manila zum größten Teil über den Pazifik führte, waren die Ausweichmöglichkeiten begrenzt. Doch diese Option wurde gar nicht in Erwägung gezogen. Stattdessen entschied der Kapitän des Ultralangstreckenfluges, weiterzufliegen. Er wies die Crew an, den Inhalt der Toilettenschüsseln manuell auszuschöpfen.
🚽 Totalausfall an Bord: Auf dem 15-stündigen Flug PR113 von Los Angeles nach Manila fielen alle Toiletten der Boeing 777-300ER aus
✈️ Keine Umleitung: Statt auszuweichen, entschied der Kapitän, weiterzufliegen – die Crew musste den Toiletteninhalt per Hand entsorgen, um ein Überlaufen zu verhindern
⚠️ Scharfe Kritik von der Flugbegleitergewerkschaft
Ein Ultralangstreckenflug wird zum Hygiene-Desaster
Stellt euch vor, ihr sitzt in einer Boeing 777 und der Flug dauert 15 Stunden. Alles verläuft planmäßig, bis plötzlich alle Toiletten an Bord ausfallen. Keine Spülung funktioniert mehr, die Kloschüsseln füllen sich – und das mitten über dem riesigen Ozean. Der nächste Ausweichflughafen liegt noch mehrere Stunden entfernt. Eine Umleitung wäre teuer und würde den Flugplan durcheinanderbringen. Doch es scheint die einzige Option.
Der Kapitän sieht das aber anders und fliegt einfach weiter. Die Crew wird angewiesen, die Toiletten manuell auszuleeren. Mit Schüsseln und Handschuhen wird der Inhalt aus den Toilettenschüsseln entfernt und in den angrenzenden Waschbecken entsorgt, um ein Überlaufen zu verhindern. Passagiere filmen dies, ein Video wurde auf YouTube hochgeladen.
Die Entscheidung des Kapitäns schlägt nun hohe Wellen. Man darf sich fragen, warum die Sicherheit und Hygiene der Crew und Passagiere nicht höher als die Wirtschaftlichkeit bzw. Pünktlichkeit des Fluges bewertet wurde. Die Gewerkschaft der Flugbegleiter sprach von Führungsversagen, noch bevor der Fall weiter untersucht wurde. Es geht hier wohl auch um einen Warnschuss, denn wenn solche Vorfälle ignoriert werden, steigt das Risiko, dass sie sich wiederholen. Die Fluggesellschaft hatte sich zunächst nicht offiziell geäußert.
Ultralangstreckenflug ohne Toiletten: Kapitän fliegt weiter, Crew muss zum Schöpfer greifen | Frankfurtflyer Kommentar
Dass mal eine Toilette im Flugzeug ausfällt, ist nichts Ungewöhnliches. Manchmal entsorgen Passagiere eine Überzahl an Papierhandtüchern oder Windeln in der Schüssel, dann versagt die Spülung. Manchmal gibt es aber auch technische Probleme mit der Pumpe, und die Toilette ist dann unbenutzbar. Eine blöde Situation, wenn in einer vollen Economy Class einer von fünf oder sechs Waschräumen nicht mehr funktioniert und ein paar Dutzend Fluggäste auf die verbleibenden Klos ausweichen müssen.
Wenn auf dem ganzen Flugzeug keine Toilette mehr zur Verfügung steht, ist dies ganz klar eine Notsituation. Aus diesem Grund kam es in der Vergangenheit immer wieder dazu, dass Flüge umkehren oder ausweichen mussten. Der Kapitän von Philippine Airlines sah hier aber keine Dringlichkeit und flog weiter. Wir wissen nicht, ob ihm inzwischen klar wurde, was er seinen Kolleginnen und Kollegen sowie den Passagieren zugemutet hat.
Einigen Berichten zufolge haben viele Passagiere gar nichts von dem Drama mitbekommen. Der Flug war schließlich pünktlich, und die Anschlüsse konnten erreicht werden. Diejenigen, die gesehen haben, was vor sich ging, würden vermutlich nur noch ungern bei Philippine Airlines einsteigen. Für die Crew war es definitiv eine Zumutung.
Wie würdet ihr reagieren, wenn ihr von einem solchen Vorfall an Bord erfahren hättet?
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