United-Piloten lassen während des Fluges einen Passagier ans Steuer

Foto: Pixabay

Ein Kapitän von United Airlines gestattete einem Passagier, auf seinem Sitz Platz zu nehmen. Das Pikante: Die Situation ereignete sich während des Fluges. Der Gast filmte sich dabei und veröffentlichte das Video auf sozialen Medien. United zeigt sich besorgt, die Airline informierte inzwischen die FAA. Die Behörde hat die Fluggesellschaft ohnehin schon etwas genauer ins Visier genommen.

Bei dem United-Flug handelte es sich um einen Charterauftrag für eine Baseballmannschaft. An Bord waren die Spieler und Trainer der Colorado Rockies aus Denver. Das Team flog zu einem Auswärtsspiel bei den Toronto Blue Jays. United setzte für den Flug von Denver nach Toronto eine Boeing 757-300 ein.

Nach der Landung wurde ein Video hochgeladen, der Clip zeigt den Trainer der Mannschaft. Der Mann sitzt auf dem Kapitänssitz, die Maschine befindet sich mitten im Flug. In den Sozialen Medien bedankte sich der Trainer bei den Piloten für das großartige Erlebnis und schrieb: „Wir hatten viel Spaß im Cockpit auf unserem Flug von Denver nach Toronto“.

Medien berichteten, dass auf der Aufnahme noch mindestens eine weitere Person das Cockpit betreten hat. Das Video wurde inzwischen gelöscht, die Veröffentlichung schlägt allerdings hohe Wellen. Ein Sprecher von United zeigte sich besorgt, man sei zutiefst beunruhigt über das, was man in dem Video sehen kann.

Man habe die Federal Aviation Administration (FAA) informiert, die Behörde hat die Untersuchung eingeleitet. Die Piloten wurden inzwischen suspendiert.

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Ich habe mich gefragt, wie die Situation wohl genau abgelaufen sein mag. Vermutlich war die Stimmung schon beim Boarding sehr gut, vielleicht wurde die Cockpittür gar nicht geschlossen, es war schließlich kein normaler Linienflug. Wie auch immer, ein Besuch der Piloten ist während des Fluges dennoch verboten. Manchmal sieht man wie die Flugzeugführer nach der Landung die Kinder nach vorne einladen. Während des Fluges haben Passagiere dort aber nichts zu suchen, der Zugang ist der Crew vorbehalten.

Eine unangenehme Situation für United, der Carrier ist wegen diverser Vorfälle längst ins Visier der FAA geraten. Das Star Alliance Mitglied hatte schon vor diesem Ereignis die Belegschaft entsprechend informiert. In der Mitteilung hieß es, dass man einen noch genaueren Blick auf die Einhaltung der Sicherheitsvorschriften werfen wird.

8 Kommentare

    • Vor allen gab es ja schon mal ein Flugzeug, dass genau wegen so einem Spaß abgestürzt ist. Ich glaube es war ein Pilot aus Osteuropa, der seine Kinder hat den Pilotensitz einnehmen lassen?
      Man sollte sowas einfach sein lassen. Ich bekomme auch immer die Krise, wenn ein 8 Jähriges Kind „nur in der Spielstraße“ auf den Schoß der Eltern das Auto lenken darf. JA das geht 1000 mal gut, aber auch im Schritttempo kann es heftig scheppern, wenn 2 Tonnen irgendwo dagegen fahren.

  1. Verstehe das Problem nicht, das war kein Linienflug, also gelten die Gesetze für Linienflüge nicht. Das war wie ein Flug in einem Privatjet und natürlich dürfen im Privatjet die Passagiere jederzeit ins Cockpit, das entscheidet allein der Besitzer/Betreiber des Privatjets. Im Privatjet ist oft noch nicht einmal eine Cockpit Türe vorhanden, und selbst wenn, steht sie fast immer offen.

    • Es war kein Linienflug aber immer noch ein Flug von United Airlines und damit gelten hier mindestens die Regeln der Airline. Das wird für die Piloten vermutlich nicht ohne Konsequenzen ausgehen.

      Wenn man hier gegen Regulation der FAA verstoßen hat wird es vermutlich sogar unangenehm für alle beteiligten. Den öffentliche Shit Storm hat man sich in meinen Augen rechtlich verdient. Denn eine offene Cockpit Tür ist etwas ganz anderes als wenn ein Passagier während dem Flug auf dem Pilotensitz sitzt.

    • Wenn überhaupt entscheidet das der „Pilot in Command“.
      Und die eherne Regel #1 lautet: „What happens in the cockpit stays in the cockpit.“
      Regel #2 lautet: „Dummheit wird bestraft.“

  2. Wie dumm kann man nur sein, als Pilot, heute wird doch wirklich alles gepostet in Social Media…..selbst Schuld kann ich nur sagen (wenn gegen die UA und FAA Richtlinien verstoßen wurde).

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