Virgin Australia will 7-stündigen Flug mit Boeing 737 MAX durchführen

Virgin Australia 737 MAX

Virgin Australia hat große Pläne, die Australier wollen ab dem kommenden Jahr wieder nach Japan fliegen. Der Carrier hatte 2020 Insolvenz angemeldet und wurde von einem Finanzinvestor übernommen. Während der Covid Pandemie wurde beschlossen die Flotte zu verkleinern, Virgin trennte sich von seinen Airbus A330 bzw. Boeing 777 Langstreckenmaschinen und betreibt seitdem nur noch Boeing 737 Flugzeuge. Einige Fokker 100 werden von einer Regionaltochter geflogen, diese sollen aber demnächst ausgemustert werden.

Nun kündigt Virgin Australia für den Juni 2023 die Wiederaufnahme einer früheren Langstreckendestination an und will einen neuen täglichen Flug zwischen Cairns (CNS) und Tokio Haneda (HND) aufnehmen. Für die gut 5.800 Kilometer wird eine Flugzeit von 7:45 Stunden eingeplant, die Route soll dann mit einem Boeing 737 Schmalrumpfflugzeug bedient werden. Die Fluggesellschaft hat mehrere Flugzeuge der MAX-Variante bestellt und erwartet den ersten der Jets Anfang 2023.

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Die genaue Konfiguration der Kabine der Boeing 737 MAX 8 ist noch nicht bekannt, OMAAT vermutet hier eine Bestuhlung von 170 Sitzen, darunter acht Sessel in der Business Class. Diese bieten den Premium Kunden keine flachen Betten, aber einen spürbar besseren Komfort da sie in einer 2-2 statt 3-3 Bestuhlung versehen werden sollen.

Der neue Flug nach Japan wird dann die mit Abstand längste Verbindung der Fluggesellschaft und die Reichweite der Boeing 737 ausreizen. Die Virgin-Route kommt in etwa an die bisher längste 737 MAX Verbindung von GOL, die Brasilianer fliegen damit zwischen Brasilia und Orlando in den USA.

Einer der Gründe für die Entscheidung könnte die Erhaltung der begehrten Streckenrechte sein, Virgin Australia hatte bereits früher schon den Flughafen Haneda in Tokio bedient. Um die Slots zu erhalten, müsste die Gesellschaft regelmäßig in Japan landen, die Regelung wurde allerdings während der Pandemie ausgesetzt. Diese läuft aber aus, getreu dem Motto „Use it or lose it“ muss Virgin Australia in der ersten Hälfte des Jahres 2023 die Slots wieder nutzen.

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Die Strecken- und Landerechte in Tokio sind für Virgin Australia offensichtlich von enormer Bedeutung. Um diese nicht zu verlieren wollen die Australier kurz vor dem Verfall den Flug mit einem Kurz- bzw. Mittelstreckenjet bedienen, was darauf hindeuten könnte dass Virgin mittelfristig doch wieder mit Langstreckenmaschinen liebäugelt.

Ob der Flug angenommen wird bleibt fraglich, es kommt auch darauf an was Virgin hier für ein Produkt bietet. Mit flachen Betten darf man in der Business Class wohl nicht rechnen, dafür könnten alle Passagiere ein Inflight Entertainment samt Stromanschlüssen und WiFi nutzen.

3 Kommentare

  1. Scheint normal zu werden. Leider. Bamboo Airlines fliegt auch z.b. von HND nach HAN mit einer A321. Sind auch immerhin fast 7 Stunden Flug. Mir graut vor dieser Entwicklung. Aber man kann sich ja bewusst entgegen entscheiden. Wenn das alle tun wird es ein Umdenken geben bei den Fluggesellschaften.

    • Ich persönlich finde diese Entwicklung nicht schlimmer, als immer mehr Eco Sitze in Widebodies zu quetschen. Z.B. sind die 3-3-3 Konfiguration in der Eco der 787 oder die 3-4-3 in der 777 ursprünglich mal exklusiv für High Density Kurzstrecken bspw. in Japan entworfen worden. Für Langstrecken waren diese nie gedacht, heute sind sie Standard, sogar auf Ultralangstrecken bei der QF oder der NZ. In der überarbeiteten A350 Kabine ist die flächendeckende Einführung der 3-4-3 Konfiguration nur eine Frage der Zeit und in einer 737Max ist im Vergleich dazu auch nicht weniger Platz, einzig der Raum zum Füße vertreten bspw. an den Notausgängen ist limitierter. Gut finde ich das insgesamt aber auch nicht.

    • Das ist halt des Pudels Kern. Die Sache mit der Entscheidung meine ich.

      Wie buchen die meisten Passagiere?

      Man nutzt eine Suchmaschine, meinetwegen momondo. Bei den Suchergebnissen kommt wie bei google nur die erste, allerbestenfalls die zweite Frage in Frage.

      Wer einen Flug verkaufen will, muss auf dieser ersten Seite erscheinen. Sortiert wird grundsätzlich nach Preis, manchmal kann man auch „beste Verbindung“ auswählen und dann wird die Flugzeit nach irgendeinem Algorithmus bei der Vergabe der Plätze mit eingepreist.
      Das wars aber auch schon.

      Sitzabstand, Gepäck, Reservierung, Bordverpflegung sind alles Faktoren, die nicht irgendwie gewichtet in die Platzierung eingehen.

      Was macht man als Fluggesellschaft, um auf die bessere Plätze der Suche zu kommen? Man nimmt aus dem Gesamtpreis alle Teile heraus, die aus Sicht der Suchmaschinen nicht relevant für die Einstufung sind.

      Klar, der Passagier, der jetzt den Flug auf Platz 1 ausgewählt hat, fängt stehenden Fusses an zu jammern, was das doch für ein Wucher ist, Sitzplatzreservierung, Gepäck, … noch einmal extra zu bezahlen. Entschuldigung lieber Passagier, das war genau *Deine* Entscheidung. Nicht bewusst, manipuliert via Suchmaschine, aber dennoch selbst gewählt.

      Bequemere Sitze würden die Fluggesellschaften stehenden Fusses anbieten, wenn dadurch ein Wettbewerbsvorteil zu erlangen wäre. Das würde geschehen, wenn die Ergebnisse der Suchmaschinen meinethalben auch den Sitzabstand bei der Platzierung der Ergebnisse berücksichtigen würden.

      Sagen wir einmal als vage Idee, neben dem realen Preis führen wir einen virtuellen Preis ein. Angezeigt würde der letztlich zu zahlende reale Preis, für die Platzierung der Suchergebnisse wäre aber der virtuelle Preis entscheidend.

      Beim Sitzabstand könnte das beispielsweise so aussehen:
      virtueller Preis = realer Preis * 32/tatsächlicher Sitzabstand [inch]
      und schon stiege der virtuelle Preis bei jedem eingesparten Zoll um etwa 3%, was eine durchaus bemerkbare Herabstufung in der Suchliste bedeuten würde.

      So etwas ginge auch bei den anderen Faktoren, wie Gepäck, Sitzplatzresrevierung und Bordverpflegung.

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