Will Elon Musk Ryanair kaufen? Das steckt hinter dem Social-Media-Drama

Ryanair. Foto: Sebastian

Wenn zwei der lautesten Stimmen ihrer Branche aufeinandertreffen, bleibt kein Auge trocken: Elon Musk liefert sich auf X einen öffentlichen Schlagabtausch mit Ryanair-CEO Michael O’Leary. Zwischen Starlink, Beleidigungen und einer absurden Kauf-Umfrage entwickelt sich ein Social-Media-Drama, das irgendwo zwischen PR-Coup und Popcorn-Kino angesiedelt ist – und am Ende sogar günstige Flugtickets verspricht.

Das Wichtigste auf einen Blick:

🍿 Social-Media-Zoff: Elon Musk und Ryanair liefern sich auf X einen öffentlichen Schlagabtausch.
📡 Streitpunkt Starlink: Ryanair lehnt Satelliteninternet ab – andere Airlines setzen bereits darauf.
💸 PR-Coup: Ryanair kontert mit einer „Big Idiots“-Ticketaktion ab 16,99 GBP.

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Wenn Elon Musk und Ryanair aufeinandertreffen, dann ist Popcorn-Kino angesagt. Dabei zieht ein aktueller Beef zwischen dem reichsten Mann der Welt und dem irischen Billigflieger, der primär auf Musks Social-Media-Plattform X stattfindet, die Menschen in den Bann. Auslöser war ein Statement des Ryanair-CEO Michael O’Leary, der im Gegensatz zur Lufthansa Group kein Starlink-Internet an Bord seiner Flugzeuge verbauen will.

Starlink auf dem Vormarsch bei Airlines

Starlink ist das Satelliteninternet von SpaceX, das Musk innerhalb weniger Jahre in vielen Ländern der Welt verbreitet hat. Ein Satellitennetz, das auch von immer mehr Fluggesellschaften genutzt wird. So kündigte Qatar Airways 2024 an, in ihrer Flotte kostenloses Starlink-Internet einführen zu wollen. Später zogen auch Air France, FlyDubai und Emirates nach und rüsten seitdem die moderne Technologie in ihren Flugzeugen nach. Zuletzt hatte selbst die Lufthansa Group kostenloses Highspeed-Internet auf Flügen via Starlink angekündigt.

O’Learys Kritik und Musks Reaktion

Etwas krude war die Begründung des Ryanair-Chefs gegen Starlink an Bord der Billigflieger-Flotte. So sei der zusätzliche Treibstoffverbrauch zu hoch und der Nutzen für Passagiere auf kurzen Flügen zu niedrig. SpaceX-Vertreter widersprachen prompt. So habe Ryanair mit falschen Zahlen in Sachen Luftwiderstand und Kraftstoffverbrauch gearbeitet. Davon wollte jedoch speziell O’Leary nichts wissen und bezeichnete Elon Musk kurzerhand als „sehr reich, aber einen Idioten“, der „keine Ahnung vom Fliegen“ habe.

Statt es dabei zu belassen, fühlte sich Musk abermals in seinem Ego angegriffen. Er wiederum titulierte den Ryanair-CEO als Idioten, den man feuern solle – jedoch in einem unglücklichen Moment, als Musks Social-Media-Plattform X mit Ausfällen haderte. Diese Steilvorlage nahm Ryanair gerne an und postete auf X einen spöttischen Kommentar.

Umfrage und PR-Coup

Ring frei für Runde drei. Und an dieser Stelle wird es etwas absurd, denn Elon Musk startete auf X eine Umfrage, ob er den Lowcoster Ryanair kaufen solle und „Ryan“ als rechtmäßigen Geschäftsführer Herrscher einsetzen solle. Unter normalen Umständen hätte die Mehrheit der Menschen diese Reaktion als Witz abgetan und nicht weiter bewertet. Doch den Kauf des Social-Media-Dienstes X leitete der Milliardär damals auf ähnliche Art und Weise ein. Vermutlich mit dieser Erinnerung stimmten fast eine Million Menschen ab. Die Mehrheit wünscht sich dabei einen Kauf des Billigfliegers durch Musk.

Mittlerweile nutzt Ryanair die PR rund um das Thema gezielt zum Verkauf von Flugtickets. Am Dienstag, den 20. Januar 2026, hat Ryanair eine „Big Idiots“-Verkaufsaktion mit Flugtickets ab 16,99 GBP gestartet.

Ganz unernst nimmt Ryanair die Diskussion jedoch nicht. Die Airline hat für Mittwoch, den 21. Januar 2026, zu einer Pressekonferenz geladen.

Will Elon Musk Ryanair kaufen? | Frankfurtflyer Kommentar

Elon Musk will Ryanair kaufen. Schaut man sich den Marktwert von Ryanair an, liegt dieser derzeit unterhalb des Kaufpreises, den Musk 2022 für X bezahlt hat. Würde Musk Ryanair ernsthaft übernehmen wollen, müsste er vermutlich zusätzliche Aufschläge einplanen. Für jemanden mit Musks Vermögen wäre der Kauf prinzipiell also möglich.

Dennoch ist ein Kauf des Billigfliegers durch Musk extrem unrealistisch. Das liegt schon allein an dem Fakt, dass mindestens 50 % plus eine Aktie einer EU-Fluggesellschaft im Besitz von EU-Staatsbürgern beziehungsweise EU-Unternehmen sein müssten.

Man kann die Diskussion daher als kostenlose PR für Ryanair und zusätzliches Reichweitenthema für den „schrulligen“ Milliardär bewerten. Sie ist von beiden Seiten wiederum sehr erfrischend.

Was haltet Ihr von Musks Ryanair-Idee? Diskutiert mit uns in den Kommentaren: genialer PR-Schachzug oder reiner Social-Media-Zirkus?

15 Kommentare

  1. Skurril.
    Neben der Frage, wie viel Resthirn bei den Beteiligten noch übrig ist, halte ich einen Punkt für wichtig:
    Starlink kann jederzeit und für jede Region von den USA aus deaktiviert werden.
    Europa will und muss sich unabhängiger machen von den USA, aber europäische Unternehmen wie die bspw. Lufthansa treffen dennoch die Entscheidung für Starklink.
    Mir ist klar, dass es noch keine Alternative gibt und dass bei LEO von Amazon die gleiche Problematik vorliegen wird. Also kein vernünftiges Internet oder schnelles Internet aus zweifelhaften Händen…

    • Trotz Musk hat die LH absolut richtig entschieden bezüglich Starlink. Es ist halt derzeit das beste Angebot und seitens Kundschaft noch besser, weil es gratis sein wird (bzw. muss!). Da kann das derzeitige Internetangebot der LHG einfach nicht mithalten. Europa kann sich halt schlicht und einfach nicht unabhängig machen, wenn sie bezüglich Angebot nach zehn Jahr hinter der Konkurrenz liegen.

      • Ja, ich stimme Dir zu. Die 8 Personen weltweit, die jemals eine brauchbare Lufthansa-FlyNet-Verbindung hatten, kenne ich persönlich. Es geht bei diesem Thema nicht anders aktuell. Hoffentlich ihn 20 Jahren, wenn Lufthansa den Allegris-Nachfolger ankündigt.

    • In Europa wäre sowas nicht möglich. Die Bürokratie würde jedes Vorhaben im Keim ersticken, dann muss man nachweisen, dass jedes Kabel in der Firma CO2 neutral produziert wurde, dabei die Geschlechtergleichheit in der Produktion des Lieferanten garantiert ist, es mindestens fünf Diversitätsprogramme in der Firma gibt und man die Steuer am besten für die nächsten fünf Jahre im Voraus begleichen muss. Und jeder Mitarbeiter über einen Migrationshintergrund, eine Behinderung oder divers sein muss. Nein, Europa hat sowas von fertig und die politische Realität hält ihr gerade das Spiegelbild hoch. Auch das Galileo Navigationssystem hat Jahrzehnte gebraucht bis es funktioniert und ist auch heute immer noch kein Ersatz für GPS. Sogar das russische GLONASS funktioniert besser.

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