Zu spät bestellt, zu spät bekommen und dann nicht zugelassen: Die Geschichte der Boeing 787 steht bei Lufthansa unter keinem guten Stern. In Frankfurt sieht man nun aber endlich Licht am Ende des Tunnels. Nachdem bisher nur vier der neuen Allegris Business Class Sitze genutzt werden durften, hat der Zertifizierungsprozess jetzt die letzten wichtigen Hürden genommen. Ein Segen, denn Lufthansa kann sofort pro Flugzeug 25 der wichtigen Sitze an Bord in den Verkauf geben.
✈️ Zertifizierung fast abgeschlossen: 25 von 28 Allegris Business Class Sitzen sind jetzt buchbar.
💺 Meilenstein: Deutlich bessere Verfügbarkeit der Premiumkabine ab Frankfurt.
🌍 Zehn Ziele geplant: Sommerflugplan mit u. a. Austin, Kapstadt, Shanghai und Los Angeles.
Entscheidender Durchbruch
Mit Allegris will man bei Lufthansa das Kabinenkonzept grundlegend modernisieren. Die Fluggäste sollen in allen Klassen profitieren, doch es ist ein langer Weg und immer wieder kamen neue Stolpersteine. Während die neue Hardware ab München anch anfänglichen Schwierigkeiten auf mehreren Routen durchgehend verfügbar ist, verlief die Einführung in der Boeing 787-9 ab Frankfurt noch holpriger. Grund waren offene Punkte im Zertifizierungsprozess, die dazu führten, dass nur vier von insgesamt 28 Business-Class-Sitzen vermarktet werden durften.
Nun ist der entscheidende Durchbruch gelungen: Laut einer Pressemitteilung sind 25 der 28 Sitze in der Allegris Business Class im Dreamliner ab sofort für Reisen ab dem 15. April 2026 buchbar. Lediglich drei Plätze in der zweiten Reihe des Compartments bleiben vorerst gesperrt.

Für Lufthansa ist das ein extrem wichtiger operativer und wirtschaftlicher Meilenstein. Die bisherige Situation war für die Airline schwer zu vermitteln, eine neue Premiumkabine, die praktisch nicht verkauft werden durfte, ist nicht nur für die Fluggäste unbefriedigend. Ohne diese Sitze können die Flüge kaum wirtschaftlich durchgeführt werden. Auch die Zusatzerlöse, die durch die Reservierung einiger besonderer Plätze generiert werden könnten, entfielen.
So wie auf den neueren Airbus A350 bleibt der Standardsitz kostenfrei reservierbar. Wer mehr Komfort möchte, kann gegen Aufpreis spezielle Sitzvarianten wie den Extra Space-, den Privacy Seat am Fenster oder das Extra Long Bed mit 2,20 Metern Liegefläche buchen. Highlights bleiben die Suiten, die hier von Anfang an belegt werden durften. Die Plätze sind allerdings mit einem Aufpreis von bis zu 600 Euro pro Strecke auch am teuersten.
Diese Ziele werden mit der 787-9 ab Frankfurt bedient
Bislang hat Lufthansa 13 Boeing 787-9 in Frankfurt stationiert, acht davon haben die neuen Kabinen. Bei den restlichen fünf handelt es sich um gebrauchte Exemplare. Diese „Sprinter“ wechseln demnächst zu Austrian Airlines nach Wien. Lufthansa erwartet 21 weitere werksneue Dreamliner, die bis Ende 2027 eintreffen sollen. Für dieses Jahr sehen die Planungen so aus, dass man zum Start des Sommerflugplans diese Ziele anbieten kann:
- Austin
- Rio de Janeiro
- Bogotá
- Kapstadt
- Shanghai
- Hyderabad
- Hong Kong
- Los Angeles (ab Juni)
- New York JFK (ab Juni)
- Delhi (ab Juli)

Zehn Allegris Ziele ab Frankfurt: Lufthansa Business Class Sitze endlich zugelassen | Frankfurtflyer Kommentar
Was für eine schwere Geburt! Die Erleichterung war wohl bei so manchen Kranich-Managern in Frankfurt groß. Auch wenn immer noch nicht alle Sitze genutzt werden dürfen, ist das wohl der größte Stein, der endlich aus dem Weg geräumt werden konnte. Über 20 der wichtigsten Sitze an Bord können nun endlich in den Verkauf gehen und pünktlich zur wichtigen Sommersaison genutzt werden.
Dieses Versagen haben die angestellten Manager von LH (sie sind nicht die Eigentümer) selbst zuzuschreiben. Wieso wählen sie drei verschiedene Sitzhersteller aus, um am Ende ein Produkt zu bieten, welches im Vergleich zu den neuen Kabinen von Delta, Singapore, BA und Cathay Pacific bereits schon veraltet ist?
Statt einen Marschhalt einzulegen, und sich dem Markt anzupassen wird weiter stur in die verkehrte Richtung gewatschelt. Mit diesem Produkt wird Lufthansa bestenfalls auf Monopolstrecken ab München, Frankfurt und Zürich etwas verdienen, und alle anderen weichen aus. Die Gangsitze sind selbst im Vergleich zur alten ITA 330 C eine Degradierung.
Habe jetzt erst mit CX nach Tokio gebucht, freie Sitzwahl, kein Aufpreis und noch 1/3 günstiger. So wird das nicht mehr mit der LH…
Erstmal,Glückwunsch zum Ende der Hängepartie an LH.
Aber: Man müsste halt ab sofort Türen einbauen um mit der Konkurrenz mitzuhalten.
Aber LH folgt ja nie dem Trend und kommt dadurch – welch Überraschung – wieder mal ins Hintertreffen.
Mit Allegris lockt mich LH/LX aber jetzt auch nicht mehr an…meiste Konkurrenz bietet modernes Produkt…..
Warum sind die drei Sitze weiterhin gesperrt?
Dies sind die Sitze direkt hinter den Suiten. Ich vermute, dass hier für die Zulassung noch etwas benötigt wird, möglicherweise weitere Simulationen oder die FAA bearbeitet die Zulassung dieser Sitze einfach noch da sie „besonders“ sind.
Lufthansa muss ja nicht auf dem neuesten Stand sein und Türen sowie mit CX, SQ oder QR konkurrieren, da sie ja eine günstigeres Angebot haben….:oder nein, das stimmt ja so gar nicht…:
Lufthansa muss ja nicht auf dem neuesten Stand sein und Türen sowie mit CX, SQ oder QR konkurrieren, da sie ja eine günstigeres Angebot haben….oder nein, das stimmt ja so gar nicht…
„…hat der Zertifizierungsprozess jetzt die letzten wichtigen Hürden genommen.“
Wäre dem tatsächlich so, würden nicht weiterhin 3 Sitze gesperrt bleiben. Oder ist die Zertifizierung der 3 verbliebenen irrelevant geworden???
Allegris.
Schon jetzt ein Evergreen.
Schade, dass Lufthansa (und vor allem Swiss) diesen Weg eingeschlagen ist. Ich glaube auch, dass man damit dem Markt hinterherläuft. Wenn ich als Alleinreisender oder als Paar sogar die BC in den Hainansa-789 besser finde, sagt das vieles aus. Aber auch: Andere Airlines können mit niedrigeren Kosten produzieren und kochen teils auch nur mit Wasser (Emirates, Turkish).