Seit fast 20 Jahren bemüht sich Emirates um Verkehrsrechte nach Berlin, und im September konnte man im Rahmen eines Staatsbesuches des Herrschers der Vereinigten Arabischen Emirate in Berlin das Luftverkehrsabkommen zwischen Deutschland und den UAE neu verhandeln. Hier würde nun einer Airline (die weiter nicht namentlich genannt wird) das Recht eingeräumt, sieben tägliche Flüge zu einem fünften Ziel in Deutschland anzubieten. Für alle Beobachter war klar: Emirates wird damit im Dezember Nonstop-Flüge zwischen Berlin und Dubai aufnehmen. Allerdings könnte dies noch an den Auflagen, die mit dieser neuen Vereinbarung einhergehen, scheitern.
✈️ Emirates-Flüge fraglich: Die geplanten täglichen Nonstop-Flüge zwischen Dubai und Berlin könnten an den Auflagen des neuen Luftverkehrsabkommens scheitern.
🔒 Wachstum wird begrenzt: Mit Aufnahme der Berlin-Flüge könnte Emirates bei den maximalen Frequenzen nach Frankfurt, München, Düsseldorf und Hamburg dauerhaft gedeckelt werden.
🇦🇪 Andere Airlines im Gespräch: Statt Emirates könnten auch Etihad Airways, flydubai oder Air Arabia die neuen Verkehrsrechte nach Berlin nutzen.
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Eigentlich hatte Emirates sogar schon Flugzeiten ab Dezember für Berlin-Flüge geblockt, und man plant wohl, eine Tagesrotation nach Berlin durchzuführen. Hierfür soll eine Boeing 777-300ER zum Einsatz kommen. Wie so oft steckt der Teufel allerdings im Detail, und es könnte tatsächlich sein, dass Emirates diesen Flug nicht startet.
So sieht das abgeänderte Luftverkehrsabkommen vor, dass die Airline aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, welche zu einem fünften Ziel in Deutschland fliegt, dies nur mit maximal 7 Flügen tun darf und man bei allen anderen Zielen in Deutschland keine weiteren Flüge hinzufügen darf. Genau in dieser Deckelung liegt das offensichtliche Problem von Emirates, denn sie würde die Airline möglicherweise in den nächsten Jahrzehnten im Wachstum auf dem deutschen Markt drastisch einschränken.
Würde Emirates tatsächlich im Dezember die Flüge nach Berlin starten, wäre man auf dem deutschen Markt auf folgende Frequenzen dauerhaft beschränkt:
- Dubai nach Frankfurt maximal dreimal täglich
- Dubai nach München maximal zweimal täglich
- Dubai nach Düsseldorf maximal zweimal täglich
- Dubai nach Hamburg maximal zweimal täglich
Emirates hätte hierbei zwar dann noch die Möglichkeit, alle Flüge nach Deutschland auf den Airbus A380 umzustellen, was ihnen noch einiges an zusätzlichen Kapazitäten einräumen würde. Allerdings würde z. B. die Option eines dritten täglichen Fluges nach München (den es schon einmal gab) komplett wegfallen.

Daneben gibt es innerhalb des neuen Luftverkehrsabkommens wohl auch noch eine Einschränkung bezüglich Fifth-Freedom-Flügen, welche Emirates in der Vergangenheit auch schon nach Deutschland durchgeführt hat. So ist Emirates beispielsweise auch schon von Hamburg nach New York geflogen, und es ist nicht auszuschließen, dass die Airline aus Dubai in Zukunft doch wieder Interesse daran entwickelt, zum Beispiel über Hamburg oder Düsseldorf Langstrecken in Drittstaaten anzubieten. Aus Branchenkreisen hört man allerdings, dass die Beschränkung bei den Fifth-Freedom-Flügen durchaus Auslegungssache sei und von einer anderen Bundesregierung recht einfach revidiert werden könnte. Bei dem Cap der maximalen Flüge allerdings besteht offensichtlich kein Interpretationsspielraum.
In den Vereinigten Arabischen Emiraten wird daher aktuell wohl sehr intensiv darüber verhandelt, welche Airline genau nach Berlin fliegen sollte. So gibt es offensichtlich Überlegungen, dass aufgrund dieser Einschränkungen anstelle von Emirates auch Etihad Airways aus Abu Dhabi, Air Arabia aus Sharja sowie flydubai die Flüge nach Berlin durchführen könnten. Eine Entscheidung ist hierbei allerdings noch nicht getroffen, und dies ist auch der Grund, warum Emirates die Flüge auch noch nicht offiziell angekündigt und den Verkauf gestartet hat.
Zu viele Auflagen: Scheitern die Emirates-Flüge nach Berlin? | Frankfurtflyer Kommentar
Eigentlich galten die Emirates-Flüge von Dubai nach Berlin ab Dezember 2026 schon als sichere Sache, und nicht wenige Leute in der Bundeshauptstadt haben sich hierüber gefreut. Nun scheint es tatsächlich so zu sein, dass Emirates unter Umständen diese Flüge gar nicht selbst aufnehmen wird, sondern eine andere Airline aus den Emiraten nach Berlin kommt, da die Auflagen für Emirates schlicht und ergreifend nicht tragbar sind.
Wenn man sich anschaut, welche Wachstumspläne Emirates auch in Europa hat, ist es durchaus verständlich, dass man sich nicht potenziell auf Jahrzehnte in Deutschland derart beschränken will, wie es dieses Luftverkehrsabkommen vorsieht. Offensichtlich sieht man hier sehr wenig Flexibilität in der Auslegung vor. Diese Auflagen waren vorrangig gedacht, um heimische Airlines, vermutlich Lufthansa, zu besänftigen. Es ist nun durchaus denkbar, dass genau diese Auflagen es Emirates nicht wert sind, nach Berlin zu fliegen.
Man darf es wohl aber als gesichert ansehen, dass irgendeine Airline aus den Vereinigten Arabischen Emiraten sehr bald Flüge nach Berlin ankündigen wird. Sollte es nicht Emirates sein, wird es vermutlich eine andere Airline wie Air Arabia oder flydubai sein. Ob dies für den Standort Berlin dann genauso gute Nachrichten sind wie tägliche Emirates-Flüge, kann jeder für sich selbst bewerten.
Ich denke mal, Etihad wäre nicht die schlechteste Alternative. Wenn man sich die Preise, gerade für die FirstClass (auch wenn im A321LR nur abgespeckt) ansieht, ist das durchaus interessant um nach Asien oder Ozeanien zu kommen. Oder wenigstens eine Airline mit richtiger BusinessClass nach Dubai.