Royal Jordanian wächst langsam aber stetig, der Carrier aus Amman hat trotz der Krise und den Spannungen neue Ziele aufgenommen. Der Ausbau ist u.a. mit den neuen Airbus A320neo möglich. Auf der Langstrecke nutzt die Airline der oneworld ausschließlich Dreamliner von Boeing. Auch hier soll bald eine zusätzliche Boeing 787-9 nach Jordanien kommen, die älteren 787-8 sollen modernisiert werden und eine neue Business Class erhalten. Wir waren noch mit den alten Sitzen unterwegs nach Bangkok und berichten von unseren Erfahrungen:
Der Flug ist Bestandteil eines oneworld-Trips von Tunis via Amman und Bangkok nach Kuala Lumpur. Der erste Zubringer fand in der Premium Economy Class statt, nach einem etwas längeren Layover in der Royal Joardanian Crown Lounge ging es nun zu einer unchristlichen Zeit Mitten in der Nacht weiter nach Bangkok.

Flugdaten
| Flugnr.: | RJ180 |
| Sitz: | 1A |
| Reiseklasse: | Business Class |
| Konfiguration: |
|
| Buchungsart: | Booking.com |
| Abflug (tatsächlich): | 03:40 Uhr (04:06 Uhr) |
| Ankunft (tatsächlich): | 15:25 Uhr (15:16 Uhr) |
| Reisezeit: | 7:10 Stunden |
| Vielfliegerprogramm & Status: | British Airways Gold |
| Gesammelte Meilen: | 5.300 Avios & 1.060 TP |
| Flugzeug: | Boeing 787-8 |
| Registrierung: | JY-BAC |
| Alter: | 11,5 Jahre |
| Champagner: |
Laurent Perrier Brut |
Check-In & Boarding
Ich war bereits eingecheckt und bin daher erst kurz vor dem Boarding in Richtung Gate. Dort warteten die vielen müden Passagiere darauf, in das Flugzeug gehen zu dürfen. Kurz nach dem geplanten Zeitpunkt ging es los, bei Royal Jordanian dürfen zunächst die Fluggäste der letzten Reihen einsteigen. Wer in der Business Class gebucht ist, kann jederzeit an Bord.
Nachdem ich am Gate vorbei bin, mussten wir noch etwa 5-10 Minuten in dem Finger warten, bis dann das letzte Stück der Fluggastbrücke freigegeben wurde. Dann ging es an Bord der gut 11 Jahre alten Boeing 787-8. Für das Boarding wurde lediglich die zweite Tür genutzt. Die Business Class liegt in dem kleinen Royal Joardanian Dreamliner komplett zwischen den vorderen beiden Türpaaren.
Kabine & Sitz
Nach über einem Jahrzehnt ist das Interieur der Boeing 787-8 stellenweise schon etwas abgenutzt, die 2-2-2-Konfiguration der Business Class ist überholt.

Ich hatte einen Fensterplatz und war schon relativ früh an Bord, daher konnte ich meine Sachen in aller Ruhe verstauen und Bilder der Kabine machen. Hierbei fällt auch auf, wie viel Platz verschenkt bzw. nicht sinnvoll genutzt wird.
Diese Art „Bar“ wurde auf meinen letzten Flügen dazu genutzt, um Getränke und Snacks abzustellen, heute ist diese Ablagefläche auch nach dem Start leer geblieben:

Diverse Schönheitsfehler und das Alter der Einrichtung erkennt man nicht nur beim genaueren Hinsehen.
Bequem ist es trotzdem, wobei man gerade als Alleinreisender nicht wirklich viel Privatsphäre hat. Wer am Fenster sitzt, muss während des Fluges über die Person steigen, die daneben sitzt.
Viele Komfortartikel wie Kissen und Decke lagen bereits auf dem Sitz, weitere Dinge wie Amenity Kit, Kopfhörer und Speisekarte wurden persönlich von der Crew überreicht.
In der Business Class sind zwei Waschräume, eine dritte Toilette ist an der zweiten Eingangstür installiert und für Passagiere der vorderen Economy Class vorgesehen.
Flug & Service
Vor dem Start war in der vorderen Bordküche viel los, einige Piloten und Besatzungsmitglieder haben sich dort umgezogen, da sie offensichtlich nicht aktiv an dem Flug beteiligt waren. Parallel wuselten noch ein Techniker und ein Mitarbeiter vom Boden dort herum. Immer wieder kam dann eine Flugbegleiterin aus der Galley und brachte die Welcome Drinks, arabischen Kaffee und Wasserflaschen für die Passagiere, die bereits Platz genommen hatten.
Danach wurden die Menüwünsche der Fluggäste abgefragt. Wer nach dem Start um 4 Uhr morgens etwas essen wollte, hatte die Möglichkeit zu frühstücken. Das entsprechende Angebot war in der Speisekarte gelistet, wobei diese etwas unübersichtlich gestaltet wurde.
Nach dem Start dauerte es eine Weile, bis die ersten Tabletts serviert wurden. Das gewünschte Hauptgericht wurde zusammen mit Käse, Obst, Brot und einem Saft gereicht. Bei der Gelegenheit bestellte ich noch ein Glas Champagner, das nach einigen Minuten serviert wurde. Leider war das Getränk ungekühlt und zudem kaum mit Kohlensäure versehen. Daraufhin ging ich in die Küche und fragte nach, ob es sich dabei tatsächlich um Champagner handelte.
Die Stewardess erklärte sofort, dass es sich um ein Missverständnis gehandelt habe und sie mir ein neues Glas bringen würde. Kurze Zeit später hörte ich den Korken knallen und erhielt ein völlig anderes Getränk verbunden mit einer Entschuldigung.
Nach ein paar Minuten wurden noch Brot und Gebäck aus einem Korb angeboten, dazu gab es Marmelade.
Nach dem Essen wollte ich meinen Sitz flach stellen, doch das funktionierte leider nicht. Die Purserin hat den Sitz mehrfach neu gestartet und konnte diesen letztlich nur noch manuell verstellen. Zusätzlich zu Kissen und Decke gibt es noch eine Matratzenauflage, damit war es dann ziemlich bequem.
Nach ein paar Stunden Schlaf wurde der zweite Serviceblock vorbereitet, in der Kabine wurde es allmählich unruhig. Etwa 2 Stunden vor der Landung gab es dann die zweite Mahlzeit, die allerdings nicht in der Menükarte stand. Es gab drei verschiedene Hauptgerichte, diese wurden mit einer kleinen Vorspeise und Dessert gereicht.
Im Landeanflug kam dann noch eine längere Ansage aus dem Cockpit, der Pilot erklärte dass der Anflug aufgrund der Verkehrslage länger dauern würde. Wir landeten dennoch einige Minuten vor der geplanten Zeit an dem Flughafen Suvarnabhumi. Leider gibt es dort keine eigenen Einreiseschalter mehr für Passagiere der First- und Business Class.
Review: Royal Jordanian Boeing 787 Business Class nach Bangkok | Frankfurtflyer Kommentar
Für mich war es der dritte Langstreckenflug mit Royal Jordanian, und auch dieses Mal empfand ich die Reise weder als besonders gut noch als wirklich schlecht. Die Hardware ist etwas in die Jahre gekommen und wird derzeit nach und nach ausgetauscht. Der Service war in Ordnung, aber nicht herausragend; die Flugbegleiterinnen haben nur wenig mit den Gästen interagiert, was allerdings auch an der Abflugszeit gelegen haben könnte.
Im Nachgang hatte ich die Airline über den defekten Sitz in der Business Class informiert, eine entsprechende Antwort erhielt ich jedoch erst nach mehreren Wochen. Ein Mitarbeiter entschuldigte sich per E-Mail und bot als Wiedergutmachung einen Rabattgutschein in Höhe von 35 Prozent auf die nächste Reise an. Dieser gilt allerdings nur auf den reinen Flugpreis ohne Gebühren und ausschließlich für eine Verbindung zwischen Amman und Bangkok. Zudem ist der Einlöseprozess ziemlich kompliziert.
Weitere Teile des Tripreports:
- Royal Jordanian Premium Economy Class im nagelneuen Airbus A320neo
- Royal Jordanian Boeing 787 Business Class nach Bangkok
- Hyatt Regency Bangkok Suvarnabhumi Airport
- JAL Japan Airlines Lounge Bangkok
- Oman Air Lounge Bangkok
- Malaysia Airlines Boeing 737 MAX Business Class
- Hilton Kuala Lumpur
- Malaysia Airlines Airbus A350 | In der Economy Class nach Doha
- Qatar Airways Boeing 787 Economy Class nach Frankfurt




























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