Mit Einführung der Allegris First- und Business Class hat Lufthansa einiges an Wirbel in der Welt der Premium-Reisenden und Vielflieger verursacht und dies nicht unbedingt nur, weil das Produkt so einzigartig ist, sondern vor allem damit, dass man mit einem Tabu in der Premiumklasse gebrochen hatte. Denn auch in der First- und Business Class bietet Lufthansa nun eine Differenzierung bei den Sitzen an und für bessere Sitze will man einen Aufpreis, wie man es in der Economy Class zum Beispiel von der Exit Row kennt.
💺 Lufthansa hat die Gebühren für die Allegris First Class Suite Plus gestrichen.
💶 In der Allegris Business Class bleiben Aufpreise von bis zu 600 Euro wahrscheinlich bestehen.
✈️ Business Class Suiten gelten branchenweit zunehmend als „First Class Light“.
Der große Unterschied hier aber zur Economy Class: Während man für den Sitz am Notausgang in der günstigsten Reiseklasse meist nur um die 100 bis 150 Euro extra bezahlen soll, wollte Lufthansa für die besten Sitze in der First- und Business Class bis zu 3.000 Euro Aufpreis berechnen, zumindest in der First Class, aber auch in der Business Class muss man bis zu 600 Euro berappen, wenn man in den Business Class Suiten sitzen will. Pro Flug versteht sich!
Gerade da es in der First- und Business Class bei der Lufthansa Gruppe bisher nicht üblich war, dass Sitzplatzgebühren erhoben werden und insbesondere, dass man hier im Preis unterscheidet, hat dies zu sehr viel Kritik geführt. Zumindest in der First Class ruderte Lufthansa nun kürzlich zurück und hat die Gebühren gänzlich gestrichen.
Dies wirft nun natürlich auch die berechtigte Frage auf, ob wir bald auch den Wegfall der Reservierungsgebühren in der Allegris Business Class sehen werden. Auch wenn man hier natürlich keine sichere Auskunft geben kann, rechne ich nicht damit und ich will in diesem Beitrag erklären, warum.
Das neue First Class Konzept macht erstmals Sinn und ist transparent
Zuerst einmal muss man sich anschauen, welche Veränderungen Lufthansa in der First Class wirklich vorgenommen hat, denn man hat das Konzept der recht einzigartigen First Class Suite Plus deutlich transparenter gestaltet. Hier kann ich mir auch gut vorstellen, dass dies nun endlich dazu führt, dass diese auch gebucht wird, wobei das Nutzen zu zweit wohl weiterhin ein Nischenprodukt sein wird.
Bisher wollte Lufthansa bei der Nutzung der First Class Suite Plus eine Gebühr, mit der Begründung, dass dieser Sitz deutlich größer ist und man hier potenziell auch zwei Passagiere unterbringen kann, was zusätzlichen Umsatz für das Unternehmen bedeutet. Wirklich bezahlt wurden die bis zu 2.700 Euro bei Lufthansa oder sogar 3.000 Euro bei SWISS wohl aber nie für diesen Sitz und auf den allermeisten Flügen waren nie mehr als drei Passagiere in der neuen First Class gebucht.
Passagiere können nun aber neuerdings auch ohne Gebühren die First Class Suite Plus als Alleinreisende buchen. Hierbei muss man nun einfach nur die Entscheidung treffen, ob man in der Mitte mit etwas mehr Freiraum, aber ohne Fenster sitzen möchte oder eben in einer der Suiten am Fenster. Offensichtlich haben die Passagiere hier mit den Füßen abgestimmt und die First Class Suite Plus wurde viel zu selten von Passagieren gegen eine Gebühr reserviert, weshalb der Ertrag für Lufthansa nicht ausreichend war, um dieses Konzept fortzusetzen.
Wer die First Class Suite Plus allerdings doch zu zweit nutzen will, der kann dies nun weiterhin machen und man bekommt hier auf das 2. Ticket auch klar definierte 50% Rabatt. Damit ist erstmals der Preis für den zweiten Sitz auch wirklich klar definiert worden, wobei es wohl wirklich außerordentlich selten ist, dass zwei Passagiere dieses Angebot zusammen nutzen.
Die Situation mit den Gebühren in der Business Class ist anders!
Während die Abkehr der Sitzplatzgebühren in der Allegris First Class eigentlich nur ein Eingeständnis ist, dass das Konzept der First Class Plus, wie sie einmal von Lufthansa erdacht wurde, nicht komplett funktioniert, stellt sich die Situation in der Allegris Business Class durchaus anders dar.
Lufthansa hat schon in der Vergangenheit hier durchaus positive Bilanz gezogen, denn man sieht hier bei den Passagieren durchaus eine Bereitschaft, für die besseren Business Class Sitze einen Aufpreis zu bezahlen und damit die Einnahmen der Airline zu steigern. Daher sehe ich für Lufthansa wenig Grund, dies in Zukunft zu ändern. Nur an Preisen und möglichen Rabatten für Vielflieger könnte man durchaus schrauben.
Hinzu kommt, dass man nicht unterschätzen sollte, dass Lufthansa mit dem Konzept durchaus dem Trend in der Branche folgt. Zwar ist man mit der deutlichen Unterscheidung von verschiedenen Sitztypen durchaus noch recht allein, aber dass die Reservierung von bestimmten Sitzen in der Business Class inzwischen Geld kostet, ist nicht unüblich. Hier fallen mir über ein Dutzend Airlines ein, die Sitzplatzgebühren in der Business Class haben, auch wenn dies teilweise nur für die günstigsten Tarife gilt.
Besonders aber die Business Class Suiten, also die Business Class Sitze, die bis zu 600 Euro pro Strecke extra kosten, sind ein sehr klarer Trend in der Branche. So haben Airlines wie United Airlines, Condor, Virgin Atlantic und American Airlines auch solche Suiten als Upgrade-Option in der Business Class im Angebot und dies wird von den Passagieren offensichtlich durchaus angenommen, quasi als „First Class Light“.
Lufthansa streicht alle Sitzplatzgebühren in der neuen First Class | Folgt nun auch die Business Class? | Frankfurtflyer Kommentar
Lufthansa hat in der First Class nun die Gebühren für die First Class Suite Plus abgeschafft, wohl auch, da man es Alleinreisenden nicht erklären konnte, wo der Mehrwert in diesem Sitz liegt, der diesen teils absurden Aufpreis auch rechtfertigt. Daher macht dies auch wirklich Sinn und nun haben die Passagiere in der mittleren Suite wenigstens deutlich mehr Platz als die Passagiere am Fenster, dafür dass man in einer fensterlosen Kabine sitzt. In Summe ist dies vielleicht als gleichwertig zu bezeichnen.
In der Business Class sieht dies wohl aber anders aus, denn hier sind die Passagiere bereit, für „bessere“ Sitze auch einen Aufpreis zu bezahlen, und insbesondere, denn nicht nur, dass es in der Branche immer üblicher wird, die Passagiere, die hier den Aufpreis für Sitze mit mehr Privatsphäre oder auch einem längeren Bett bezahlen, sehen dies sogar als positiv, denn die Gebühren sorgen dafür, dass diese Sitze auch recht zuverlässig verfügbar sind.
Besonders aber der Trend zu den Business Class Plus Suiten, die in fast allen Konzepten in der ersten Reihe fast automatisch entstehen, kann man in der ganzen Branche beobachten und es wäre wohl nicht von Lufthansa zu erwarten, dass man genau hier einen Rückzieher macht, wenn man schon einmal einer der Early Adopters ist.
Daher gehe ich nicht davon aus, dass wir in näherer Zukunft eine Abschaffung der Gebühren in der Allegris Business Class bei Lufthansa oder auch SWISS sehen werden, wenngleich ich mir doch vorstellen kann, dass man an der einen oder anderen Stelle nachjustiert, z. B. dass man Passagieren mit Flex-Tarif auch Zugang zu den Privacy Seats gibt, was aktuell nur SEN und HON kostenlos erhalten.









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