SWISS hat ihre Flugbegleiter mit einer Abfindung geködert, wenn sie selbst kündigen. 15.000 Schweizer Franken sollten Mitarbeiter erhalten, die freiwillig ihre Stelle in der Kabine aufgeben. Die Schweizer Lufthansa-Tochter zeigt sich zufrieden, wie viele Cabin Crew Member sich für den Ausstieg bei der Airline entschieden haben.
✈️ Rund 140 SWISS-Flugbegleiter nahmen das Abfindungsangebot über 15.000 CHF an.
💰 Die freiwillige Kündigungsprämie entsprach fast vier Monatsgehältern zum Einstieg.
📉 SWISS setzt den Sparkurs fort und motiviert nun auch Bodenmitarbeiter zu unbezahltem Urlaub.
Das Star Alliance-Mitglied SWISS hatte zuletzt Probleme mit ihrem Kabinenpersonal. Obwohl die Anzahl der Krankmeldungen in die Höhe geschnellt ist und das Reglement für Krankmeldungen verschärft werden musste, klagte die Fluggesellschaft über zu viele Flugbegleiter. Daher machten die Schweizer ihren Mitarbeitern ein Angebot: Wer freiwillig das Unternehmen verlässt, erhält 15.000 Schweizer Franken als Abfindung.
Das Ausstiegsangebot wurde vor etwa zwei Monaten im März 2026 gemacht. Es war befristet bis Ende April 2026. Wer bis dahin kündigt, musste das Unternehmen bis spätestens August 2026 verlassen, um sich den Weggang mit den CHF 15.000 zu versüssen.
SWISS erreicht Ziel mit Abfindung für Flugbegleiter
Das Abfindungsangebot der SWISS war offenbar überzeugend. Entspricht es doch fast dem vierfachen Einstiegsgehalt von monatlich CHF 4.000, entschieden sich rund 140 Flugbegleiter für eine Kündigung.
SWISS-CEO Jens Fehlinger bestätigt in einem Interview mit der NZZ am Sonntag, dass die Airline damit ihr Ziel erreicht hat. Bei etwa 4.000 Mitarbeitern in der Kabine entspricht das einer Personalreduzierung um 3,5%.
Sparmaßnahmen gehen weiter
Doch damit sind die Sparmaßnahmen bei den Personalkosten nicht abgeschlossen. Aktuell werden die Bodenmitarbeiter motiviert, unbezahlten Urlaub zu nehmen. Warum sich jemand darauf einlassen sollte? Weil SWISS verspricht, 20% des eingesparten Gehalts an den Mitarbeiter auszuzahlen, der sich dafür entscheidet.
Offensichtlich werden die Sparmaßnahmen von der Mutter Lufthansa oktroyiert. Die Lufthansa spart derzeit 20% der Kosten in der Administration ein und erwartet, dass sich die anderen Airlines ebenfalls am Betriebsergebnis beteiligen. Zwar sei SWISS weiterhin profitabel, doch sei sie mittlerweile von einigen Wettbewerbern überholt worden, berichtet Fehlinger.
SWISS zufrieden mit Abfindungsprogramm | Frankfurtflyer Kommentar
Ich bin überrascht. Als ich seinerzeit gelesen hatte, dass SWISS 15.000 Franken für die Auflösung des Arbeitsverhältnisses bietet, hatte ich keine hohen Erwartungen an den Erfolg der Maßnahme. Doch immerhin rund 140 Flugbegleiter haben sich für das Angebot entschieden. Obwohl das nur 3,5% des Kabinenpersonals sind, ist man bei SWISS damit zufrieden, wenn man den Aussagen des Airline-CEO glaubt.
15.000 Franken klangen mir deutlich zu wenig für Schweizer Verhältnisse. Wobei man ehrlicherweise auch eingestehen muss, dass das Schweizer Arbeitsrecht die Kündigung eines Mitarbeiters doch deutlich einfacher macht, als man es in Deutschland kennt.
Was denkt Ihr – war das eine angemessene Abfindung? Ich freue mich auf Eure Kommentare unter diesem Beitrag.
Die Frage für mich ist, wen man mit so einer Abfindung loswerden will. 15k CHF klingen für mich nach wenig, auch wenn es „Flugbegleiter“ sind (nicht böse gemeint). Hätte da gedacht, dass da in der Schweiz die Gehälter doch größer sind, aus denen sich da die Abfindung ergibt. Lass mich da aber gerne eines Besseren belehren.
Die Schweiz hat ein deutlich lockeres Kündigungsrecht. Da besteht natürlich das Risiko ganz leer auszugehen. Und wenn du eh nicht zufrieden bist, könnte das eine Option sein. Der Planungshorizont ist ja recht gross.
Aber das Einstiegsgehalt bei SWISS ist echt mickrig. Bei einem der grossen Schweizer Lebensmittel-Detailhändler liegt der Mindestlohn höher. Wenn man da jetzt Jobprofile vergleicht…