Lufthansa will tausende Europaflüge streichen

Lufthansa Airbus A320-200, D-AIQS Photo: Werner Krüger / Lufthansa 1998 D 119-15-C 26

Mit dem plötzlichen Aus von Lufthansa CityLine, musste Lufthansa etwa 20.000 Flüge aus dem Programm streichen, die eigentlich durch die CityLine hätten geflogen werden sollen und nicht anderweitig ersetzt wurden. Was auf den ersten Blick wie ein Problem für Lufthansa wirkte, scheint der Airline gerade sogar recht gelegen zu kommen, denn man will das Angebot an Europaflügen noch deutlich weiter ausdünnen.

Das Wichtigste auf einen Blick:

✈️ Netzwerk wird kleiner: Lufthansa plant bis 2028 die Streichung von Tausenden Europaflügen.
🏙️ Weniger Doppelanbindungen: Viele Städte sollen künftig nur noch an einen Lufthansa-Hub angebunden werden.
💶 Fokus auf Effizienz: Verlustreiche Kurzstrecken sollen reduziert und Kosten gesenkt werden.

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So plant Lufthansa, bis 2028 das Europanetz um Tausende von Flügen auszudünnen und auch eine Reihe von Verbindungen komplett zu streichen. Hierbei will man weniger der verlustreichen Kurzstrecken anbieten, die man immer noch im Netzwerk hat.

Lufthansa gibt aber gegenüber dem Handelsblatt das Versprechen ab, dass man weiterhin darauf achten werde, dass wichtige Wirtschaftsregionen in Deutschland oder auch Europa an mindestens einen der sechs Lufthansa-Hubs (Frankfurt, München, Wien, Zürich, Rom oder Brüssel) angebunden werden. Eine mehrfache Anbindung an die Hubs will man aber deutlich reduzieren, wie Lufthansa-Konzernvorstand Dieter Vranckx sagte.

Lufthansa geht es hierbei vor allem um den Effizienzgewinn und damit auch um die Reduzierung der Kosten. Kritiker sehen hierbei vor allem bei den für manche Wirtschaftsstandorte wichtigen Punkt-zu-Punkt-Verbindungen ein Problem, da diese teilweise wegfallen, wie zuletzt ein Lufthansa-Flug nach Bremen. So fliegt Lufthansa nicht mehr von Frankfurt nach Bremen und man bindet den kleinen Flughafen nur noch über München und Wien in das Netzwerk ein, was direkt Proteste, auch aus der Spitzenpolitik, zur Folge hatte.

Der Lufthansa-Vorstand sieht hier grundsätzlich das Problem der „Doppelanbindung“ von Standorten, die man deutlich reduzieren will. Tatsächlich werden von vielen Flughäfen in Deutschland und Europa aktuell oft fast zeitgleich Flüge nach zum Beispiel München, Frankfurt und Zürich durchgeführt. Dies sieht man als nicht sonderlich effizient an und man will hier einige Flüge aus dem Programm nehmen, da sich die Kurzstrecken oft ohnehin nur aufgrund der Anschlüsse an Langstrecken überhaupt rechtfertigen lassen.

Bis 2028 will die Lufthansa-Gruppe dann die Straffung des Kurzstreckenprogramms beendet haben und man darf abwarten, wie viele Flüge hier wirklich wegfallen werden.

Lufthansa will Tausende Europaflüge streichen | Frankfurtflyer-Kommentar

Es ist kein Geheimnis, dass die Kurzstreckenflüge für Lufthansa mehr und mehr zum Problem werden, denn der Kranich verdient hier kein Geld, braucht diese aber, um die Langstrecken wirtschaftlich betreiben zu können. Daher will man die Kurzstrecken nun wohl sehr deutlich auf die Zubringer zuschneiden und so effizienter und auch kostengünstiger werden.

Lufthansa hat schon vor Längerem sehr klar gemacht, dass man am liebsten keine Kurzstrecken mehr selbst fliegen würde, und man will die Kurzstreckenflüge am liebsten an Töchter wie Lufthansa City Airlines abgeben, da diese durch günstigere Verträge mit den Crews wohl deutlich günstiger produzieren können. Daher ist es nicht so abwegig, dass man diese Ankündigung des reduzierten Kurzstreckenangebots auch einfach als Druckmittel bei den Gewerkschaften platzieren will. Ausgestanden sind die Tarifstreitigkeiten ja noch lange nicht.

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