24:24 Stunden Flugzeit | Airbus A350-1000ULR absolviert Rekordflug zwischen Australien und Europa

Qantas Airbus A350-1000 ULR, Foto: Airbus

Der Airbus A350-1000ULR ist ein Flugzeug, das dafür gemacht wurde, Geschichte zu schreiben. Dabei hat Qantas bei Airbus die Entwicklung eines Flugzeugs in Auftrag gegeben, das kommerzielle Nonstop-Linienflüge zwischen Sydney und Europa sowie der US-Ostküste möglich macht. Diese Flüge werden ab 2027 mit Passagieren stattfinden und regelmäßig Flugzeiten von weit über 20 Stunden haben.

Das Wichtigste auf einen Blick:

✈️ Rekordflug: Der Airbus A350-1000ULR absolvierte den bislang längsten Flug eines Passagierflugzeugs mit 24 Stunden und 24 Minuten.
🌏 Project Sunrise: Qantas will ab 2027 Nonstopflüge zwischen Australien, Europa und der US-Ostküste anbieten.
💺 Premium-Konzept: Nur 238 Sitze, neue First Class und große Business Class sollen die Ultralangstrecken komfortabler machen.

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Der hierfür entwickelte Airbus A350-1000ULR ist eine Version mit erhöhter Reichweite des aktuell größten Flugzeugs von Airbus. Durch Zusatztanks in den Tragflächen und im Rumpf kann er 20.000 Liter mehr Kerosin mit an Bord nehmen und somit extrem lange Strecken nonstop fliegen. Vor wenigen Tagen ist man erstmals von Toulouse nach Melbourne geflogen und hat hierfür über 19 Stunden gebraucht, um die etwas über 17.000 Kilometer zu fliegen.

Auf dem Rückweg ist der Airbus A350-1000ULR, der aktuell noch ein Testflugzeug von Airbus ist, eine etwas längere Route in Richtung Westen geflogen. Von Australien ging es über den Pazifik in Richtung USA und dann über Kanada sowie Grönland nach Europa. Die Flugzeit lag bei diesem Rekordflug bei 24 Stunden und 24 Minuten.

Ganz zufällig ist diese Flugzeit nicht entstanden, denn um sie genau zu erreichen, hat der Airbus A350-1000ULR nach dem Erreichen von Toulouse noch einen Flyover durchgeführt und nach einer zusätzlichen Platzrunde mit exakt dieser Flugzeit in Toulouse aufgesetzt.

Die F-WULR hält damit nun den Weltrekord für den längsten Flug eines kommerziellen Passagierflugzeugs aller Zeiten, und genau hierfür wurde dieses Flugzeug auch gebaut.

Die ersten Testflüge zwischen Europa und Australien sind Teil einer Zertifizierungskampagne, die Airbus durchführen muss, um nachzuweisen, dass das Flugzeug den enormen Belastungen solcher Ultralangstreckenflüge gewachsen ist. Daher befinden sich an Bord des Flugzeugs auch jede Menge Messinstrumente und Techniker, die unter anderem die Auswirkungen des langen Fluges auf die Flugzeugkabinenumgebung sowie auf die Crew untersuchen.

Qantas untersucht dies im Rahmen professioneller Studien schon seit Jahren, unter anderem auch auf dem Flug zwischen Perth und London, der mit etwa 18 Stunden Flugzeit aktuell der längste im Netzwerk der australischen Fluglinie ist.

Nur 238 Sitze im Qantas Airbus A350-1000ULR

Aber die Airbus A350-1000ULR von Qantas werden sehr große Premiumkabinen bekommen, und auch wenn das Flugzeug für bis zu 480 Passagiere zugelassen ist, wird Qantas nur 238 Sitze verbauen. Die normalen Airbus A350-1000 werden möglicherweise eine hiervon abweichende Kabine haben.

Folgende Aufteilung plant Qantas:

  • 6 First-Class-Suiten in einer 1-1-1-Anordnung
  • 52 Business-Class-Suiten in einer 1-2-1-Anordnung
  • 40 Premium-Economy-Class-Sitze in einer 2-4-2-Anordnung
  • 140 Economy-Class-Sitze in einer 3-3-3-Anordnung

Neue Qantas First Class im Airbus A350-1000

Der Airbus A350-1000 soll das neue Flaggschiff von Qantas werden, und man wird perspektivisch hiermit auch den Airbus A380 als solches ablösen. Entsprechend gibt es hier auch eine First Class, die Qantas komplett neu entwickelt hat.

Dabei trumpft die neue Qantas First Class vor allem mit einer Sache auf, die im Flugzeug extrem teuer ist – nämlich Platz. So wird jeder Passagier in seiner Suite etwa vier Quadratmeter Platz haben, und neben dem eigentlichen First-Class-Sessel wird jeder Passagier auch ein eigenes Bett in der Suite haben.

Qantas setzt im Airbus A350-1000 in der First Class nicht auf die eigentlich übliche 1-2-1-Bestuhlung, sondern auf eine 1-1-1-Bestuhlung, was zeigt, wie breit diese First-Class-Suiten sein werden. Insgesamt wird der Airbus A350-1000 nur sechs dieser neuen Qantas First-Class-Sitze haben.

Die neuen Qantas First-Class-Suiten werden dabei extrem privat und großzügig sein, sodass man die 20 Stunden zwischen Europa und Australien hier auch gut verbringen kann. Bei Ticketpreisen von vermutlich über 20.000 Euro sollte man aber auch einiges erwarten können.

Übrigens ist Qantas neben Lufthansa und SWISS die einzige Airline, die aktuell für den Airbus A350 mit einer First Class plant. Auch Lufthansa wird hier auf eine 1-1-1-Bestuhlung setzen, allerdings sogar nur in einer Reihe.

Die neue Qantas Business Class im Airbus A350-1000

Mit 52 Sitzen in einer 1-2-1-Anordnung wird die neue Business Class im Airbus A350-1000 bei Qantas überdurchschnittlich groß sein. Wie es inzwischen mehr und mehr üblich wird, setzt auch Qantas hier auf Minisuiten in der Business Class.

Mit über zwei Metern Bettlänge und 64 Zentimetern Sitzbreite bietet dieser Sitz durchaus viel Platz zum Schlafen, was auf den extrem langen Flügen sicherlich ein großes Thema sein wird. Qantas ist dafür bekannt, auch in der Business Class Dinge wie Matratzen und Pyjamas anzubieten, was einen hohen Schlafkomfort verspricht.

Die 1,2 Meter hohen Türen bieten hier zwar mehr Privatsphäre, aber man wird natürlich dennoch in die Suiten hineinschauen können.

Auch zum Arbeiten wird der Sitz viele Möglichkeiten bieten, denn neben dem großen Tisch und Ablageflächen soll es auch diverse Anschlüsse für USB-A, USB-C, 110-Volt-Steckdosen und kabelloses Laden für Handys am Sitz geben.

Dazu gibt es noch einen persönlichen 18″-Monitor, den man auch kabellos mit seinen eigenen Bluetooth-Kopfhörern verbinden kann.

Neue Qantas Premium Economy Class im Airbus A350-1000

Mit 40 Sitzen wird Qantas eine vergleichsweise große Premium-Economy-Class-Kabine im Airbus A350-1000 verbauen, und die Sitze werden in fünf Reihen in einer 2-4-2-Anordnung eingebaut. Der Sitzabstand soll großzügige 40″ (1,01 Meter) betragen, allerdings werden die Sitze mit immerhin acht Sitzen in einer Reihe vergleichsweise eng sein. Zum Vergleich: Lufthansa verbaut in der Premium Economy Class im A350 nur sieben Sitze pro Reihe.

Das Design der Qantas Premium-Economy-Class-Sitze ist allerdings komplett überarbeitet worden, und die Kopfstütze mit Flügeln soll auch in dieser Klasse etwas mehr Privatsphäre bieten.

Jeder Sitz wird auch über zwei USB-C-Anschlüsse und eine 110-Volt-Steckdose zum Laden sowie einen 13″-Bildschirm verfügen, mit dem man sich auch via Bluetooth verbinden kann.

Neue Qantas Economy Class im Airbus A350-1000

Die Economy Class im Qantas A350-1000 wird recht normal mit einer 3-3-3-Bestuhlung ausgestattet sein, allerdings bietet man mit 33″ (83 Zentimetern) Sitzabstand etwas mehr Freiraum pro Passagier, als in der Branche inzwischen üblich ist. In den vorderen Reihen soll es sogar 34″, also etwa 86 cm Sitzabstand, geben. Diese Sitze werden vermutlich Vielfliegern vorbehalten sein oder gegen eine Gebühr vergeben.

Mit Ausnahme der Fußstütze am Vordersitz sind es dann doch recht normale Economy-Class-Sitze für die 20-Stunden-Flüge, die Qantas hier vorsieht.

Jeder Sitz wird auch über zwei USB-C-Anschlüsse und eine 110-Volt-Steckdose zum Laden sowie einen 13″-Bildschirm verfügen, mit dem man sich auch via Bluetooth verbinden kann.

Wellbeing Zone im Qantas Airbus A350-1000

Der Qantas Airbus A350-1000 wird nicht über eine Bar oder Duschen verfügen, wie man es aus manchen Airbus A380 kennt, und Qantas hat auch keine der Studien umgesetzt, die z. B. einen Fitnessraum oder Doppelstockbetten im Frachtraum vorgesehen haben. Aber man wird eine Wellbeing Zone anbieten, um den Passagieren die Möglichkeit zu bieten, sich etwas die Beine zu vertreten.

Die Wellbeing Zone wird zwischen der Premium Economy und der Economy Class positioniert und vermutlich für alle Passagiere zugänglich sein.

Hier kann man etwas stehen und sich an einer Snackbar bedienen. Auf einem 20-Stunden-Flug ist dies sicherlich ein Ort, den die Passagiere irgendwann gerne aufsuchen werden.

24:24 Stunden Flugzeit | Airbus A350-1000ULR absolviert Rekordflug zwischen Australien und Europa | Frankfurtflyer Kommentar

Ich beobachte genauso wie eine Vielzahl anderer Vielflieger und Luftfahrtbegeisterter diese Testflüge von Airbus sehr genau. Das Project Sunrise ist für Qantas die Erfüllung eines jahrzehntelangen Traums, denn die Flüge nach London und New York waren von Sydney und Melbourne aus bisher nie nonstop möglich. Allerdings sind es die wichtigsten Strecken, die die Airline überhaupt betreibt.

Technisch gesehen ist es eine enorme Herausforderung, und Airbus musste hierfür ein spezielles Flugzeug bauen. Selbst der Airbus A350-900ULR, der exklusiv für Singapore Airlines gebaut wurde, damit man die Strecke von Singapur nach New York nonstop bedienen kann, könnte diese Flüge nicht zuverlässig fliegen.

Daher verschiebt dieses Flugzeug die Grenzen des Möglichen noch einmal auf eine sehr beeindruckende Art und Weise. Nicht nur für die Maschine, sondern auch für die Passagiere, die an Bord sind. Denn 24-Stunden-Flüge ohne Unterbrechung sind nicht nur etwas Besonderes, sondern auch besonders anstrengend für Crew und Passagiere.

Ich persönlich hoffe, dass ich einen solchen Flug einmal wahrnehmen kann, und mich interessiert tatsächlich, ob es angenehmer ist, nonstop von London nach Sydney zu fliegen oder doch, wie man es aktuell machen würde, mit einem Zwischenstopp in Dubai oder Singapur. Klar ist: Man würde etwa drei bis vier Stunden Zeit sparen, was bei der enormen Reisezeit gar nicht so sehr ins Gewicht fällt. Allerdings gibt es durchaus Personengruppen, die bereit sind, hierfür einen enormen Aufpreis zu bezahlen.

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