Eurowings wird im kommenden Jahr die erste von insgesamt 40 fest bestellten Boeing 737MAX8 erhalten und hierbei wird es möglicherweise nicht bleiben, denn Lufthansa hat noch weitere 60 Optionen für die Boeing 737MAX8 und auch diese könnten bei einem großen Erfolg teilweise oder komplett der Eurowings zugeteilt werden. Nun wurde aber bekannt: Die Boeing 737MAX8 wird gar nicht direkt zu Eurowings nach Deutschland kommen, sondern man wird die Flugzeuge bei der Tochter, Eurowings Limited in Malta, zulassen.
✈️ Eurowings registriert die ersten Boeing 737 MAX 8 bei der Tochtergesellschaft Eurowings Limited in Malta.
🇲🇹 Das maltesische AOC bietet der Lufthansa Gruppe günstigere Kostenstrukturen und niedrigere Lohnnebenkosten.
📈 Die Entscheidung gilt als Signal für die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland und die künftige Wachstumsstrategie von Eurowings.
Grundsätzlich wird diese Entscheidung von Eurowings, die Flugzeuge unter dem maltesischen AOC der Eurowings Limited zu registrieren, kaum für die Passagiere sichtbar sein. Schon jetzt fliegen etwa 30 Airbus A320 und A321 für diese Tochter und man erkennt sie an der Registrierung, die mit 9H beginnt.
Flugzeuge, die bei Eurowings in Malta registriert sind, fliegen aber ganz normal im Flugplan von Eurowings und die Passagiere merken hier kaum oder gar keinen Unterschied, bei welcher Airline sie nun an Bord sind.
Für die Lufthansa Gruppe hat das AOC auf Malta den Vorteil, dass die Kostenstrukturen hier günstiger sind. Vor allem die Lohnnebenkosten sind wohl in Malta deutlich niedriger im direkten Vergleich zu Deutschland, was den Standort für Lufthansa so attraktiv macht.
Dass man nun wohl gleich 40 weitere Flugzeuge von Eurowings hier stationiert, ist ein sehr klares Zeichen, dass der Standort Deutschland inzwischen zu einem Problem in der Wettbewerbsfähigkeit für die Lufthansa Gruppe geworden ist, insbesondere bei den wirtschaftlich sehr sensiblen Kurzstrecken. Aber auch der Einfluss der in Deutschland so mächtigen Gewerkschaften (mit denen man bei Lufthansa ja immer Probleme hat), wird hierdurch geschmälert.
Boeing 737MAX von Eurowings werden in Malta und nicht in Deutschland registriert | Frankfurtflyer Kommentar
Die Boeing 737MAX8 wird für Eurowings ein wichtiges Flugzeug sein, denn mit diesem wird man weiter wachsen können und vor allem werden hier auch noch mehr der doch recht erfolgreichen Mittelstrecken wie nach Dubai und Abu Dhabi möglich, denn das Flugzeug kann noch einmal 1 Stunde weiter als ein Airbus A320neo fliegen.
Dass man die Flugzeuge nun aber bei Eurowings in Malta registriert, ist durchaus auch ein Statement von Lufthansa gegenüber dem Standort Deutschland und auch ein Zeichen an die Gewerkschaften, dass man unter den aktuellen Lohnbedingungen, insbesondere bei den Nebenkosten und dem Gewerkschaftsdruck, nicht in Deutschland wachsen kann.
Danke: Aerotelegraph
Ich persönlich steige lieber in ein D-registriertes Flugzeug ein weil es für mich ein Zeichen von Seriosität und sauberen Geschäftsstrukturen ist. Alles andere hat für mich immer ein Gschmäckle.
Kann man unbegründet nennen, ich bin aber auch bereit mehr dafür zu zahlen.
Vg,
SEN
Die absolute Mehrheit der Passagiere macht dass wohl nicht, zumal man ja bei der Buchung oft nicht sagen kann was da für ein Flugzeug steht. Auch jetzt kann es ja schon passieren, dass wenn man LH, OS oder LX bucht, doch ein Flugzeug von der Air Dolomiti oder Air Baltic da steht, die dann in Italien oder Lettland registriert sind.
Eigentlich sehe ich in einer Europäischen Union kein problem darin, dass Flugzeuge in verschiedenen Ländern registriert sind, eher sehe ich dass große Problem darin, dass es sehr unattraktiv geworden ist am Standort Deutschland für Airlines und es ist ja nicht nur Eurowings die die Flugzeuge nach Malta verschiebt, sondern auch die ganze Lufthansa Gruppe die eher in der Schweiz und Italien in den kommenden Jahren wachsen will.
Den Todesflieger in die Gruppe holen, weil er billig zu haben ist und ihn zu Lasten des Heimatstandorts dort zulassen, wo Lohndumping betrieben wird und umfangreiche steuerliche „Gestaltungsmöglichkeiten“ bestehen. Eine konsequente Fortsetzung der Strategie der letzten Jahre, das muss man ihm lassen, dem CEO.
Nur um dieses sehr polemische Kommentar mal einzuordnen, was viel von Stammtisch Floskeln hat: Lohn Dumping würde ja bedeuten, dass die Löhne, also dass was die Mitarbeiter bekommen, nennenswert niedriger sind. Es sind aber eher die Nebenkosten (also dass was den Mittarbeitern abgezogen wird), die die Kosten für die Airline drücken. Könnte man mal drüber nachdenken was dass bedeutet ;).
Und ich kann dir noch nicht mal zustimmen, dass Lufthansa in der Strategie in den letzten Jahren sonderlich konsistent war!
Nur um das Thema Löhne (Mindestlohn, Lohngefälle, Lohnentwicklung im Vergleich) und Praktiken auf dem Arbeitsmarkt mal einzuordnen: Als Doppelstaatler mit maltesischem Pass hätte ich einiges zu berichten, aber lassen wir das an dieser Stelle.
Ob ich mir anschaue, was die Lufthansa beim LAT mit den eigenen Flugschülern vorhatte (und arbeitsgerichtlich gestoppt wurde), ob es um die CityLine geht, um Discover oder jetzt um Eurowings Limited Malta:
Beim Umgang mit den Beschäftigten und bei den Verschiebungen von Ressourcen zu anderen Gesellschaften, worum es in Deinem Artikel geht, ist die Strategie in den letzten Jahren ausgesprochen konsistent.
Die Airline heißt Eurowings Europe Ltd. und dürfte aufmerksamen Passagieren bereits bei der Flugbuchung auffallen, weil bei den jeweiligen EW Flugnummern dann dabei steht „operated by Eurowings Europe“. Außerdem merkt man es dann doch sehr deutlich an Bord, weil die Eurowings Europe Crews grundsätzlich englischsprachig sind. Mal ganz extrem, dass man das Gefühl hat, da ist gar keiner dabei, der deutsch kann, mal weniger auffallend, wenn Purser und vielleicht ein, zwei weitere Deutsch können. Aber man merkt es schon irgendwie, dass das eine Mogelpackung ist…
Ach ja ich war auch schon auf SWISS Fliegern auf der Langstrecke, wo keiner der Flugbegleiter die für mich zuständig waren Deutsch (oder Französisch) konnten. Mit Hindi oder eben Englisch sind wir dann aber voran gekommen (und die Damen waren so sehr nett!).
Klar ist das ne andere Airline und klar merkt man es irgendwie (wobei sich Eurowings ja eh weniger über das sehr konsistente und hochwertige Produkt definiert). Je mehr EW Europ Flugzeuge es im System gibt, desto wahrscheinlicher werden aber auch mal kurzfristige Einsätze die man beim Buchen nicht sieht.
Alles wenig überraschend, wenn man sich den business-case von EW ansieht.
Die 738, bzw. die 73Max passt einfach gut zu dem PTP-Konzept auf Strecken mit geringem bis nicht vorhandenen Frachtvolumen. Waeum solmte man dafür den etwas größeren A320 mit leerem Bauch fliegen? Dazu kommt noch die niedrigere Boardhöhe – die 737 kann die Fronttreppe selbst mitbringen (siehe Ryanair), und auch die Gepäckverladung funktioniert ohne großes Gerät. das optimiert turnaround-Zeiten.
Und so lange wir in der EU unterschiedliche Steuergesetzgebungen, Steuersätze und Zulassungsverfahren, Kündigungsrechte etc haben, wird es immer Firmen geben, die das zu nutzen wissen.
Das mag nicht jedem gefallen, aber die Konzerne haben eben genug freie Kapazitäten, um Menschen mit diesen Themen zu betrauen und das dann auch gewinnoptimierend durchzuziehen.
Das mit der Lufttreppe sehe ich eigentlich nicht bei EW. Ryanair ist wohl die einzige Airline weltweit, die diese Treppe sehr regelmäßig verwendet und eigentlich ist sie dafür nie gedacht gewesen. Diese Option wurde einmal von Boeing entwickelt, damit man die 737 auch zu abgelegenen und nicht gut ausgestatteten Flughäfen fliegen kann, die nicht die nötige Ausstattung haben. Ryanair missbraucht diese Treppe (die bei kaum anderen 737 übrigens noch eingebaut wird), da es auch deutlich mehr Unfälle gibt wenn Passagiere hier ein und aussteigen, als bei normalen Treppen.
Ich sitz eh immer in Reihe 31-33, ist sicherer und ich bin schnell raus, ich hab nämlich nur einen Rucksack dabei, kein Aufgabegepäck.
Wer von Malta nach Köln pendelt, kommt an Ryanair eh nicht vorbei.
Sitzkomfort ist zwar eher bescheiden, aber bei der kurzen Flugdauer verkraftbar.
Essen und trinken nehm ich eh lieber selber mit, letzteres von Malta aus schon länger möglich, von Köln Bonn ab Juli.
Und wenn die DB auch nur ein Viertel so pünktlich wäre, wie Ryanair, wäre es eine Sensation.
Die neue 737 ist mittlerweile auch kein Todesflieger mehr und Ryanair eine der sichersten Airlines weltweit.
Die Boeing 737 MAX ist und bleibt der Todesflieger, völlig irrelevant ist, wie genau überprüft und zertifiziert die Maschinen jetzt sind. Und Boeing ist und bleibt das Unternehmen, das für 346 Tote und eine verheerende Unternehmenskultur verantwortlich ist. Wir werden künftig die Folgen erleben dürfen oder müssen.