Der griechische Carrier Aegean Airlines wollte eigentlich im kommenden Sommer erstmals auf die Langstrecke gehen. Um dieses Vorhaben zu realisieren, hatte sich die kleinere Fluggesellschaft der Star Alliance unter anderem zwei gebrauchte Airbus A321XLR gesichert. Doch daraus wird vorerst nichts: Probleme bei der Zertifizierung der Kabine verzögern die Auslieferung der Flugzeuge so stark, dass ein Start in diesem Jahr nicht mehr sinnvoll erscheint.
✈️ Langstreckenstart verschoben: Aegean Airlines kann 2026 noch nicht mit dem Airbus A321XLR starten.
🛠️ Verzögerungen bei der Kabinenzertifizierung verhindern eine rechtzeitige Auslieferung.
🌍 Geplante Flüge nach Mumbai und Neu-Delhi verschieben sich um mindestens ein Jahr.
Eigentlich läuft es bei Aegean Airlines gerade sehr gut. Für das Jahr 2025 meldeten die Griechen einen Vorsteuergewinn von 192 Millionen Euro – ein Plus von rund 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Parallel wird die Flotte modernisiert und erweitert. Noch in diesem Jahr sollen sieben zusätzliche Airbus A321neo zur Flotte stoßen. Trotz weiterhin bestehender Probleme mit den Pratt-&-Whitney-Triebwerken erwartet die Airline für das so wichtige Sommergeschäft deutlich mehr moderne NEO-Flugzeuge im Einsatz.
Ursprünglich war aber auch geplant, zwei Airbus A321XLR von einer anderen Airline zu übernehmen. Die Flugzeuge sollten im Dezember 2025 und Januar 2026 ausgeliefert werden und den Einstieg in neue Märkte außerhalb Europas beschleunigen. Besonders im Fokus standen dabei Verbindungen nach Mumbai und Neu-Delhi.
Doch bei den Maschinen kam es zu Verzögerungen bei der Zertifizierung der Sitzkonfiguration. Dadurch verschob sich der Liefertermin um rund sieben bis acht Monate. Die Flugzeuge wären damit erst gegen Ende des Sommers oder sogar erst im Herbst verfügbar gewesen. Für Aegean kam eine Aufnahme der neuen Routen aber offenbar nur in der Hauptsaison in Frage, daher wurden die Pläne geändert.

Stattdessen mehr Airbus A321neo und A321LR
Die Airline hat daher beschlossen, auf die beiden A321XLR komplett zu verzichten. Stattdessen sollen zwei reguläre Airbus A321neo übernommen werden, die noch in diesem Jahr verfügbar sind. Parallel prüft Aegean, zwei weitere bereits bestellte A321 in die Langstreckenvariante A321LR umzuwandeln. Damit würde die geplante Subflotte für längere Strecken weiterhin aus sechs Flugzeugen bestehen.
Aus Sicht des Managements hat diese Entscheidung sogar einen gewissen Vorteil: Die Flotte bleibt homogener, da man nur eine Variante für die Langstrecken einsetzt. Gleichzeitig verliert Aegean jedoch die zusätzliche Reichweite, die der A321XLR eigentlich bieten sollte. Auf einer Karte wurden im letzten Jahr potenzielle Ziele präsentiert, die Malediven, Mauritius & Südafrika wird man mit dem LR aber nicht nonstop erreichen können.
Der Verzicht auf den XLR hat also direkte Folgen für die Expansionspläne der Airline. Der Einstieg in den indischen Markt wird sich dadurch um ein ganzes Jahr verschieben.

Aegean Airlines muss Langstreckenpläne um ein Jahr verschieben | Frankfurtflyer Kommentar
Aegean wollte mit den neuen Flugzeugen erstmals Ziele deutlich außerhalb Europas bedienen und damit einen neuen Wachstumsschritt gehen. Indien galt dabei als besonders attraktiver Markt, da der Verkehr zwischen Griechenland und dem Subkontinent in den vergangenen Jahren stark gewachsen ist. Mit dem starken Zubringernetz von und nach Athen hätte man die Jets sicher gut füllen können.
Die XLR-Maschinen wären von JetBlue gekommen, eigentlich wollte man diese mit der bereits eingebauten Hardware übernehmen. Warum es hier zu Zertifizierungsproblemen gekommen ist, ist unklar. Nun müssen wir uns weiter gedulden und abwarten, man darf gespannt sein, welche Hardware man in der Zwischenzeit für die Langstreckenflüge entwickeln wird.
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