Air Berlin lässt grüßen: Condor nimmt tägliche Flüge nach Abu Dhabi auf

Ein Airbus A330-900NEO von Condor. Foto: Alex

Als wir zum ersten Mal von dem Vorhaben gelesen haben, mussten wir gleich an die guten alten Air-Berlin-Zeiten denken. Die ehemalige Fluggesellschaft hatte Abu Dhabi zu einem wichtigen Drehkreuz für ihre Passagiere gemacht und eng mit Etihad Airways zusammengearbeitet. Nun versucht es der Golfcarrier mit einem neuen Partner aus Deutschland. Condor hat eine tägliche Verbindung von Berlin nach Abu Dhabi aufgenommen und bietet gemeinsam mit Etihad zahlreiche Anschlüsse nach Asien, Afrika und Australien an. Dabei soll es nicht bleiben: Anfang November folgen weitere Flüge ab Frankfurt und eine eigene Verbindung von Abu Dhabi nach Bangkok. Damit bekommt die Zusammenarbeit eine weitere Dimension.

Das Wichtigste auf einen Blick:

✈️ Condor fliegt täglich von Berlin nach Abu Dhabi, ab dem 5. November kommt Frankfurt hinzu.

🤝 Die Verbindungen werden im Codeshare mit Etihad Airways angeboten.

🌏 Ab dem 4. November fliegt Condor auch von Abu Dhabi nach Bangkok.

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Condor startet tägliche Flüge von Berlin nach Abu Dhabi

Condor hat die neue Verbindung zwischen dem Flughafen Berlin Brandenburg und Abu Dhabi aufgenommen. Die Strecke wird täglich mit einem Airbus A320neo bedient, der über 180 Sitzplätze verfügt. Die Flüge werden im Codeshare mit Etihad Airways vermarktet. Zunächst startet Condor um 16:40 Uhr in Berlin und landet um 01:00 Uhr am Folgetag in Abu Dhabi. Der Rückflug verlässt die Vereinigten Arabischen Emirate um 02:15 Uhr und erreicht Berlin um 07:15 Uhr. Die Flugzeit beträgt auf dem Hinweg sechs Stunden und 20 Minuten, in der Gegenrichtung sind sieben Stunden vorgesehen.

Mit Beginn des Winterflugplans am 25. Oktober ändern sich die Zeiten. Ab Berlin geht es dann bereits um 10:00 Uhr in Richtung Abu Dhabi, die Ankunft ist um 19:20 Uhr Ortszeit vorgesehen. Der Rückflug erreicht den BER künftig um 06:20 Uhr (jeweils Ortszeit).

Strecke Abflug Ankunft
Berlin – Abu Dhabi 10:00 Uhr 19:20 Uhr
Abu Dhabi – Berlin 02:20 Uhr 06:20 Uhr
Foto: Condor

Ab dem 5. November fliegt Condor auch von Frankfurt nach Abu Dhabi

Am 5. November nimmt Condor eine weitere Verbindung nach Abu Dhabi auf. Dann geht es auch vom Heimatflughafen Frankfurt täglich in die Vereinigten Arabischen Emirate. Im Gegensatz zur Berlin-Strecke wird hier ein Airbus A330-900neo eingesetzt, der auch über eine Business Class verfügt.

Strecke Abflug Ankunft
Frankfurt – Abu Dhabi 09:55 Uhr 19:15 Uhr
Abu Dhabi – Frankfurt 02:00 Uhr 06:00 Uhr

Mit den beiden Strecken wird Deutschland stärker an das Drehkreuz von Etihad Airways angebunden. Über Abu Dhabi sind zahlreiche weitere Destinationen erreichbar, beispielsweise Bangkok, Hanoi und Sydney. Condor und Etihad vermarkten die Verbindungen gemeinsam und wollen ihren Passagieren abgestimmte Anschlussflüge anbieten. Die Kooperation wurde bereits im Dezember 2025 angekündigt. Ursprünglich wollte Condor schon im Sommer 2026 von Deutschland nach Abu Dhabi fliegen. Vorgesehen waren eine Verbindung ab Frankfurt mit dem Airbus A330-900neo und zusätzliche Flüge ab Berlin mit dem kleineren Airbus A320neo. Die Aufnahme der Strecken wurde allerdings verschoben.

Wenn es mit Emirates nicht läuft: Condor fliegt nach Abu Dhabi & arbeitet mit Etihad zusammen

Auch beim Vielfliegerprogramm gibt es eine Zusammenarbeit. Mitglieder von Etihad Guest können auf Condor-Flügen Meilen sammeln und einlösen. Damit erhält die Partnerschaft eine zusätzliche Bedeutung für Reisende, die regelmäßig mit beiden Fluggesellschaften unterwegs sind. Die Zusammenarbeit geht über die neuen Verbindungen aus Deutschland hinaus. Am 4. November 2026 nimmt Condor auch eigene Flüge zwischen Abu Dhabi und Bangkok auf.

Strecke Abflug Ankunft
Abu Dhabi – Bangkok 22:00 Uhr 07:15 Uhr (+1)
Bangkok – Abu Dhabi 19:55 Uhr 00:05 Uhr (+1)

Auch diese Flüge sollen im Codeshare mit Etihad Airways angeboten werden. Passagiere können damit beispielsweise von Berlin über Abu Dhabi nach Bangkok reisen und auf dem längeren Abschnitt die Langstreckenkabine von Condor nutzen. Die Verbindung ergänzt die bestehenden Nonstop-Flüge zwischen Frankfurt und Bangkok. Für Condor entsteht damit eine zusätzliche Möglichkeit, Passagiere über Abu Dhabi nach Thailand zu befördern. Gleichzeitig kann die Airline auf der neuen Strecke auch Reisende aus dem Netzwerk von Etihad ansprechen.

Air Berlin lässt grüßen: Condor nimmt tägliche Flüge nach Abu Dhabi auf | Frankfurtflyer Kommentar

Die neue Partnerschaft zwischen Condor und Etihad erinnert an die Zeiten von Air Berlin, damals spielte Abu Dhabi ebenfalls eine wichtige Rolle im Streckennetz einer deutschen Fluggesellschaft. Der Unterschied ist allerdings, dass Etihad bei Air Berlin auch als Anteilseigner an Bord war. Für Condor ist die Kooperation spannend, da man über Abu Dhabi zahlreiche Ziele anbieten kann, ohne sämtliche Strecken selbst bedienen zu müssen.

Ein Wermutstropfen bleibt der eingesetzte Airbus A320neo auf der Strecke ab Berlin. Auf einem Flug von mehr als sechs Stunden wäre eine echte Business Class sicherlich angenehmer. Die vorderen Reihen werden bei Condor lediglich als Premium Economy vermarktet. Wir haben uns einen solchen Flug bereits „angetan“:

Review: Autsch – In der Economy Class des Condor Kurzstrecken-Airbus A320NEO von Berlin nach Dubai

10 Kommentare

  1. Der verzweifelte Versuch Geld zu verdienen.?
    Solange ein Flug in unserem Lande startet werden die Bundesbürger mehr bezahlen, als bei den Airlines aus dem Golf…
    Denn da fängt der Flug im eigenen Lande an und kostet keine Luftverkehrssteuer. Vor allem aber ist auch der Kraftstoff dort billiger.
    Condor und Lufthansa leiden sehr unter diesem ungleichen Wettbewerb….

    • Lufthansa sollte lieber absurd hohe Flugpreise dringend reduzieren, anstatt deutsche Passagiere dreist zu melken. Verglichen mit der Konkurrenz sind diese Preise einfach unverschämt.

      • Von welcher Konkurrenz sprechen wir? Wettbewerb innerhalb Europas ist nicht nur wünschenswert, sondern für Auswahl, faire Preise und ein funktionierendes Angebot unverzichtbar. Er wird deshalb durch einen klaren europäischen Ordnungsrahmen geschützt. Treffen europäische Airlines jedoch auf Sandkasten-Airlines oder chinesische Carrier, die von staatlichen Zuschüssen, Garantien, günstigen Krediten und niedrigeren Treibstoffkosten profitieren und nicht denselben regulatorischen Rahmenbedingungen unterliegen, ist das kein gleicher Wettbewerb.

        Lufthansa kann und muss man für Preise, Tarifgestaltung und zunehmendes Upselling kritisieren. Ob sie Passagiere gegenüber europäischen Wettbewerbern tatsächlich unverschämt abkassiert, lässt sich pauschal schwer beurteilen.

        Meinst Du das grundsätzlich oder beziehst Du Dich auf eine bestimmte Verbindung, etwa im Kontext der neuen Condor-/Etihad-Angebote, und auf vergleichbare Tarif- bzw. Leistungspakete?

        • nur weil Deutschland dumm ist und keine Innovation mehr hervorbringt müssen doch andere Länder die Dummheit nicht kopieren. ist doch Airline und jedem Staat überlassen das pricing. mit oder ohne Subventionen. bei Autos und Elektronik nichts anderes. und nun zum eigentlichen Thema. wem soll das etwas bringen? ich fliege doch nicht mit einer Ferienbüchse nach Abu Dhabi um umzusteigen. da nicht ich gleich etihad.besseres Material, besserer Service. aber dummland wird wieder auf die Fresse fliegen. ich würde erzogen, dass man Fehler machen kann um daraus zu lernen. aber nicht zu wiederholen!

          • Du machst es Dir einfach. Viel zu einfach.

            Ich habe nicht über Deutschland geschrieben, sondern über den europäischen Markt. Für Lufthansa und Condor gelten dort dieselben Regeln wie für Air France oder Ryanair. Und Regeln für fairen Wettbewerb sind keine deutsche Erfindung: Katar hat sich 2021 im Luftverkehrsabkommen mit der EU selbst darauf verpflichtet. Hat Katar etwa deutsche Dummheit kopiert?

            Preise setzt jede Airline selbst, Subventionen sind etwas anderes. Darf jeder Staat nach Belieben einzelne Branchen mit Staatsgeld hochziehen, wird Wettbewerb zum Wettbewerb der Staatskassen. Den gewinnt auf Dauer niemand. Alitalia und Air India hingen jahrelang am Staatstropf, Chinas HNA wuchs mit billigen Krediten der Staatsbanken. Alitalia ist Geschichte, Air India wurde an Tata verkauft, HNA ging 2021 in die Insolvenz. Und Thai Airways kam erst wieder auf die Beine, als Bangkok 2020 die geplante Milliardenrettung abblies und die Airline vors Insolvenzgericht schickte.

            „Bei Autos und Elektronik nichts anderes“? Eben doch: Dort gelten die Subventionsregeln der WTO, denen auch China und die Emirate zugestimmt haben. Wohin ein Subventionswettlauf führt, zeigt Airbus gegen Boeing: 17 Jahre WTO-Streit, unzulässige Subventionen und Strafzölle auf beiden Seiten. Gewonnen hat keiner.

            Wem die Flüge etwas bringen, entscheidet nicht ein einzelner Passagier, sondern der Markt. Genau dafür braucht es fairen Wettbewerb.

            Und die Fehler? Bei Air Berlin hat nicht das Drehkreuz Abu Dhabi versagt, sondern das Modell, einen Dauerverlierer mit knapp zwei Milliarden Euro aus Abu Dhabi über Wasser zu halten. Etihad beendete diese Strategie nach Milliardenverlusten und verdiente 2025 so viel wie nie. Diesmal kauft sich Etihad nicht ein. Aus Fehlern gelernt hat ausgerechnet Abu Dhabi. Frag beim nächsten Umsteigen mal nach.

          • Nachtrag, bevor ein schiefes Bild entsteht:

            Etihads Rekordgewinn widerlegt meinen Punkt nicht, er bestätigt ihn. Laut Bloomberg hat Abu Dhabi seit Etihads Start rund 22 Milliarden Dollar in die Airline gesteckt, und ihr Spitzenrating verdankt sie maßgeblich der Rückendeckung des Emirats. Ein Gewinn auf staatlich unterlegtem Kapital ist kein Effizienzbeweis, sondern ein Wettbewerbsvorteil. Rein rechnerisch bräuchte Etihad mit dem Gewinn von 2025 über 30 Jahre, um die 22 Milliarden zurückzuverdienen, ohne Zinsen.

            Gewonnen hat da noch niemand.

          • Als Kunde kannst Du allein auf Preis, Bequemlichkeit und Zeit schauen.

            Du bist aber zugleich Arbeitnehmer, Rentner, Steuerzahler oder Sparer; die Folgen solcher Marktbedingungen betreffen Dich deshalb dennoch. Das gilt bei Airlines genauso wie bei Autos, Maschinen, Stahl, Konsumgütern, Dienstleistungen…

            Weltweit.

            • Kann man so sehen. Aber Fakt ist, die EU wird im 21. Jahrhundert keine Rolle mehr spielen, wenn sie so weitermacht wie bisher. Ihre Bevölkerung und Unternehmen weiterhin mit Steuern, Abgaben, Bürokratie und Sanktionen erwürgt und aus demselben Grund sämtliche Innovationen im Keim erstickt. Das 21. Jahrhundert spielt sich in Ostasien und auch im von dir despektierlich genannten Sandkasten ab. Die hochverschuldeten USA sind unberechenbar geworden und werden die Welt entweder in die Katastrophe führen oder doch den Übergang in die Multipolare Welt akzeptieren und sich an ihre neue Rolle darin gewöhnen.
              Ich bin froh mein Geld im Sandkasten und in Asien verdienen zu können und der debilen EU den Rücken gekehrt zu haben.

              • Nun, an anderer Stelle hatte ich zum Ausdruck gebracht, dass wir als Familie längst unsere Schäfchen im Trockenen und gesichert haben und ich nicht mehr arbeiten müsste. In welchen Regionen und unter welchen Regimen wir leben werden oder würden – und wo aus guten Gründen nicht – ist vielleicht schon durchgeklungen.

                Dass die wirtschaftlichen Gewichte sich verschieben und sich Europa und auch die USA – sehr euphemistisch formuliert – dabei nicht besonders klug anstellen, ist keine besonders originelle Erkenntnis. Ich habe lange sowohl im Sandkasten (ich wiederhole das sehr bewusst) als auch – noch länger – in China gearbeitet und dort Geld verdient.

                Vielleicht bin ich Dir bei der Beantwortung der Frage, was aktuell daraus für die eigene Arbeit, das eigene Geld, das eigene Leben und den eigenen Lebensmittelpunkt folgt oder folgen könnte, ein gutes Stück voraus?

                Das alles beantwortet allerdings nicht die Frage fairen Wettbewerbs. Es geht nicht darum, ob Staaten fördern dürfen, und auch nicht darum, ob einzelne Kunden lieber günstig und bequem fliegen. Entscheidend ist, ob staatlich gewährte Vorteile Preise und Wettbewerb so beeinflussen, dass Unternehmen nicht mehr unter vergleichbaren Bedingungen miteinander konkurrieren.

                Genau diese Unterscheidung bleibt richtig – unabhängig davon, wo künftig der ökonomische Puls der Welt schlägt.

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