Air France-KLM offenbar ausgestochen: TAP soll Teil der Lufthansa Group werden

Eigentlich wollte man erst am Mittwoch bekanntgeben, wer das Rennen um den Einstieg bei TAP Air Portugal gemacht hat. Am Dienstagabend hat ein portugiesischer Fernsehsender berichtet, dass sich die Lufthansa Group gegen Air France KLM durchgesetzt hat. Demnach waren es in erster Linie finanzielle Vorteile für den Staat, die für den deutschen Konzern gesprochen haben.

Das Wichtigste auf einen Blick:

✈️ Lufthansa soll den Zuschlag für 44,9 Prozent an TAP Air Portugal erhalten.

💶 Das Angebot und die Finanzkraft des Konzerns sollen den Ausschlag gegeben haben.

🌍 Mit TAP könnte Lufthansa ihre Position auf dem südamerikanischen Markt stärken.

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Lufthansa soll den Zuschlag für TAP Air Portugal erhalten

Die Privatisierung der portugiesischen Fluggesellschaft TAP Air Portugal beschäftigt die Luftfahrtbranche schon seit mehreren Jahren. Im Sommer 2025 hatte die portugiesische Regierung einen neuen Anlauf gestartet, um einen größeren Anteil an der staatlichen Airline zu verkaufen.

Zuletzt waren noch zwei Interessenten im Rennen: die Lufthansa Group und Air France-KLM. Beide Konzerne hatten im September verbindliche Angebote für eine Beteiligung von 44,9 Prozent eingereicht. Zuvor hatte die portugiesische Regierung die Bieter aufgefordert, ihre Angebote nachzubessern.

Nun scheint die Entscheidung gefallen zu sein. Wie der portugiesische Fernsehsender SIC am Dienstagabend unter Berufung auf mit dem Verfahren vertraute Quellen berichtete, soll die Lufthansa Group den Zuschlag erhalten. Die offizielle Bekanntgabe wird für Mittwoch erwartet. Dafür hat die portugiesische Regierung eine außerordentliche Kabinettssitzung angesetzt. Eine Bestätigung liegt bislang nicht vor, das zuständige Infrastrukturministerium wollte den Bericht nicht kommentieren.

Foto: Lufthansa

Ausschlaggebend für die Entscheidung soll vor allem das finanzielle Angebot gewesen sein. Lufthansa bietet nach Angaben des Fernsehsenders an, den Kaufpreis vollständig in bar zu bezahlen. Air France-KLM soll dagegen eine Kombination aus Bargeld und Aktien des eigenen Konzerns vorgeschlagen haben.

Für den portugiesischen Staat wäre das Angebot aus Deutschland damit attraktiver. Auch die größere Finanzkraft und die Investitionsmöglichkeiten der Lufthansa Group sollen bei der Bewertung eine wichtige Rolle gespielt haben. Hinzu kommt die Strategie für den Standort Lissabon. Lufthansa setzt sich für einen möglichst schnellen Bau des neuen Flughafens sowie eine Erweiterung der Kapazitäten am bestehenden Flughafen Portela ein.

TAP würde Lufthansa in Südamerika stärken

Mit TAP Air Portugal könnte die Lufthansa Group ihr internationales Streckennetz weiter ausbauen. Besonders interessant ist dabei die starke Präsenz der portugiesischen Fluggesellschaft in Brasilien und auf weiteren Verbindungen von und nach Südamerika. TAP verfügt schon heute über ein umfangreiches Streckennetz, für Lufthansa wäre eine Beteiligung daher eine Möglichkeit, die eigene Position in diesem Markt zu stärken und zusätzliche Umsteigeverbindungen über Lissabon anzubieten.

Auch aus Sicht der Luftfahrtallianzen ist der Einstieg interessant. TAP gehört bereits zur Star Alliance, ein Wechsel der Allianz wäre bei einer Beteiligung durch Lufthansa somit nicht erforderlich. Offen wäre allerdings, wie eng man TAP in die Lufthansa Group integriert.

Lufthansa plant Einstieg bei TAP und ein atlantisches Drehkreuz in Lissabon

Air France-KLM offenbar ausgestochen: TAP soll Teil der Lufthansa Group werden | Frankfurtflyer Kommentar

Wird Lissabon zum siebten Drehkreuz der Lufthansa? Mit TAP Air Portugal soll eine weitere Fluggesellschaft in die Group integriert werden, die Konsolidierung in Europa wird vorangetrieben. Der südamerikanische Markt hat Potenzial, der Ausbau des Streckennetzes wäre auch für Air France-KLM sehr interessant gewesen. Doch anscheinend hat sich der Kranich durchgesetzt.

TAP könnte Teil eines transatlantischen Joint Ventures werden und auch bei Miles&More integriert werden. Für die Passagiere könnten sich langfristig zusätzliche Verbindungen und Vorteile ergeben, wobei noch völlig offen ist, wie stark TAP tatsächlich in den Konzern integriert werden soll. Warten wir erst einmal ab, bis die portugiesische Regierung ihre Entscheidung offiziell bekannt gibt.

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