Wir läuten an dieser Stelle wieder das Wochenende ein und blicken auf die vergangene Woche. Diesmal geht es unter anderem um das überraschende Ende eines Abkommens zwischen Lufthansa und Condor, eine im Airbus A380 vergessene Arbeitslampe und Revolut, das künftig eigene Flughafenlounges eröffnen will. Außerdem hat Turkish Airlines einen neuen Rekordflug absolviert und bei Flying Blue stehen Änderungen für Prämienflüge bevor. Im Frankfurtflyer Coffeebreak stellen wir für Euch immer 10 spannende Kurznachrichten der vergangenen Woche zusammen, über die wir auf unserem Blog nicht berichtet haben. In der Lektüre, die wunderbar als Begleitung zum Kaffee am Morgen passt, findet Ihr oft mehr als nur ein paar Randnotizen. Die Kaffeepause servieren wir Euch samstags um 8:30 Uhr.
Revolut baut eigenes Lounge-Netzwerk in Europa auf
Revolut will künftig eigene Flughafenlounges betreiben und plant dafür ein europäisches Netzwerk. Den Anfang macht 2027 der Flughafen Kopenhagen, wo gemeinsam mit der Plaza Premium Group die erste Revolut Lounge entstehen soll. Nach Angaben der Neobank soll es sich um die größte Common-use-Lounge im Schengen-Raum handeln. Weitere europäische Standorte sind bereits geplant, wurden aber noch nicht genannt. Revolut vermittelt seinen Kunden derzeit Zugang zu mehr als 1.600 Flughafenlounges weltweit, beim teuersten Ultra-Abo ist dieser für den Kontoinhaber unbegrenzt enthalten. Welche Revolut-Kunden Zugang zu den neuen eigenen Lounges erhalten, ist noch offen.
Turkish Airlines stellt Rekord mit 16,5-Stunden-Flug auf
Turkish Airlines hat den längsten Nonstopflug ihrer Geschichte durchgeführt. Eine Boeing 777-300ER brachte die Fußballmannschaft von Juventus Turin ohne Zwischenlandung von Perth nach Turin. Für die rund 13.800 Kilometer benötigte die Maschine 16 Stunden und 27 Minuten. Der Charterflug stellte damit sowohl bei der Distanz als auch bei der Flugdauer einen neuen Rekord für Turkish Airlines auf. Künftig könnten solche Ultralangstrecken häufiger werden: Die Airline will Australien nonstop mit Istanbul verbinden und plant dafür den Einsatz des Airbus A350-1000 ULR. Acht der 15 bestellten A350-1000 sollen in dieser Ultralangstreckenversion ausgeliefert werden.
Qantas Airbus A380 fliegt mit vergessener Lampe im Flügel
Ein Airbus A380 von Qantas absolvierte zwei Langstreckenflüge mit einer bei Wartungsarbeiten vergessenen Arbeitslampe in der Tragfläche. Das rund 33 Zentimeter große Gerät war in Sydney zurückgelassen worden und flog anschließend zunächst nach Dallas und wieder zurück nach Australien. Erst zwei Tage später wurde die Lampe entdeckt. Laut dem Abschlussbericht der australischen Untersuchungsbehörde ATSB hatten gleich mehrere Kontrollen versagt. Schäden am Flugzeug entstanden nicht. Qantas hat nach dem Vorfall die Wartungsabläufe angepasst und eine zusätzliche verpflichtende Werkzeugkontrolle eingeführt.
Lufthansa kündigt Dienstreise-Abkommen mit Condor
Lufthansa verschärft die Abgrenzung zum Konkurrenten Condor und beendet zum 1. September ein langjähriges Duty-Travel-Abkommen. Damit können Condor-Mitarbeitende dienstliche Reisen künftig nicht mehr über myIDTravel mit Lufthansa buchen. Betroffen sind insbesondere Shuttle-Flüge des fliegenden Personals zum Drehkreuz Frankfurt und anderen Condor-Standorten. Lufthansa begründet die Kündigung damit, dass die Vereinbarung über längere Zeit nicht mehr ausgewogen genutzt worden sei. Condor sieht dagegen keine sachliche Rechtfertigung für den Schritt. Private ID-Reisen bleiben weiterhin möglich, auch die übrigen Fluggesellschaften der Lufthansa Group sind von der Änderung nicht betroffen.
Flying Blue führt neue Tarife für Prämienflüge ein
Flying Blue stellt die Buchung von Prämienflügen bei Air France und KLM zum 8. September um. Künftig stehen die drei Tarife Light, Standard und Flex zur Auswahl. Die günstigsten Meilenwerte bleiben zwar grundsätzlich erhalten, gelten dann aber für den eingeschränkten Light-Tarif. Wer ähnliche Bedingungen wie bisher möchte, muss mehr Meilen für Standard oder Flex einsetzen. Statusvorteile gelten weiterhin, wodurch insbesondere Platinum- und Ultimate-Mitglieder von vielen Einschränkungen verschont bleiben. Prämienflüge mit Partnerairlines und La Première sind von der Änderung ausgenommen.
| Reiseklasse | Light | Standard | Flex |
|---|---|---|---|
| Economy | Kein Aufgabegepäck Keine Änderung/Erstattung |
1 × 23 kg Änderung/Erstattung: 70 € |
1 × 23 kg Änderung/Erstattung inklusive |
| Premium | Kein Aufgabegepäck Keine Änderung/Erstattung |
2 × 23 kg Änderung/Erstattung: 70 € |
2 × 23 kg Änderung/Erstattung inklusive |
| Business | 1 × 32 kg Kein Loungezugang Keine Änderung/Erstattung |
2 × 32 kg Lounge inklusive Änderung/Erstattung: 70 € |
2 × 32 kg Lounge inklusive Änderung/Erstattung inklusive |
Delta-Flug nach Seattle dauert mehr als 20 Stunden
Passagiere eines Delta-Fluges von Paris nach Seattle benötigten mehr als 20 Stunden für ihre Reise. Der eingesetzte Airbus A330-900 musste wegen eines Lecks in einem Waschraum zunächst außerplanmäßig nach London-Heathrow ausweichen. Nach rund zweieinhalb Stunden am Boden reichte die verbleibende Dienstzeit der Crew nicht mehr für den direkten Weiterflug nach Seattle. Die Maschine flog daher zunächst nach New York-JFK, wo eine neue Besatzung übernahm. Erst anschließend ging es für die 201 Passagiere weiter nach Seattle. Normalerweise benötigt der Direktflug von Paris an die US-Westküste etwa zehn Stunden.
Erster Airbus A220 für Lufthansa City Airlines nimmt Form an
Der erste Airbus A220-300 für Lufthansa City Airlines befindet sich im kanadischen Mirabel inzwischen in der Endmontage. Die Rumpfsektionen der künftigen D-ACAA werden derzeit miteinander verbunden, die Auslieferung ist für November vorgesehen. Lufthansa City Airlines soll damit die erste deutsche Fluggesellschaft werden, die den Airbus A220 im regulären Linienverkehr einsetzt. Insgesamt hat Lufthansa 40 A220-300 für die junge Tochter bestellt. Bis Ende 2026 soll deren Flotte auf 25 Flugzeuge wachsen, langfristig sind bis zu 63 Maschinen geplant. Der A220 wird neben der Airbus A320-Familie zum zweiten Standbein der Flotte.
American Airlines baut Premium-Angebot deutlich aus
American Airlines will künftig deutlich stärker auf zahlungskräftige Passagiere setzen. Der Anteil der Premium-Sitze in Kurz- und Mittelstreckenflugzeugen soll in den kommenden Jahren von derzeit rund 25 auf etwa 40 Prozent steigen. Geplant sind mehr First-Class-Sitze sowie zusätzliche Plätze mit größerer Beinfreiheit. Gleichzeitig kehren Bildschirme in den Rückenlehnen zurück, auf die American bei vielen Schmalrumpfflugzeugen bislang verzichtet hatte. Hintergrund ist die hohe Bedeutung des Premiumgeschäfts: Im zweiten Quartal sorgten Premium-Passagiere für fast die Hälfte der Ticketerlöse, obwohl sie lediglich rund 30 Prozent der Sitzplätze belegten.
Air France verabschiedet sich vom Airbus A318
Bei Air France geht eine Ära zu Ende. Die französische Fluggesellschaft will ihre letzten Airbus A318 am 8. November aus dem regulären Flugbetrieb nehmen. Am letzten Einsatztag sollen die kleinen Airbus-Jets von Paris Charles de Gaulle unter anderem nach Amsterdam, Madrid, Venedig und Warschau fliegen. Aktuell befinden sich noch vier A318 in der Flotte von Air France. Die Maschinen werden durch modernere und größere Airbus A220-300 ersetzt, deren Einführung inzwischen in die finale Phase geht.

Edelweiss schickt A340 und A350 auf die Mittelstrecke
Edelweiss baut das Angebot im Winterflugplan 2026/27 aus und setzt auf mehreren Ferienrouten größere Flugzeuge ein. Im Oktober fliegt der Airbus A340 unter anderem nach Gran Canaria, Teneriffa und Rhodos. Nach Heraklion auf Kreta ersetzt samstags sogar ein Airbus A350 den sonst eingesetzten A320. Auch nach Mallorca sind zusätzliche Kapazitäten vorgesehen. Über Weihnachten und Neujahr verstärkt die Schweizer Lufthansa-Tochter außerdem ihr Langstreckenangebot. Zusätzliche Flüge gibt es unter anderem nach Kapstadt, Malé, auf die Seychellen und nach Mauritius.
Das ☕ Frankfurtflyer Coffeebreak Titelbild stammt diese Woche aus folgendem Beitrag:
Review: Japan Airlines Boeing 777 Business Class von Bangkok nach Tokio
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