Condor kann freien Nebensitz in der Business Class nicht garantieren

German Airways, Foto: Robert

Condor baut das eigene Zubringernetz immer weiter aus, der deutsche Ferienflieger will dadurch in erster Linie die Langstreckenflugzeuge, die in Frankfurt starten, füllen. Die Flüge stehen aber auch Städte- und Geschäftsreisenden zur Verfügung. Wer Wert auf mehr Service und Komfort legt, kann sogar einen Sitz in der Business Class buchen. Einer der wichtigsten Vorteile ist der freie Nebensitz, dieser kann aber nicht durchgehend angeboten werden.

Das Wichtigste auf einen Blick:

✈️ Freier Nebensitz eingeschränkt: Auf ausgewählten E190-Flügen durch Partnerairlines entfällt die Garantie.
🛫 Wetlease-Embraer 190 mit 2-2-Bestuhlung macht Blockierung wirtschaftlich schwierig.
🏙️ Netzwerk-Ausbau: Condor erweitert innerdeutsche und europäische Strecken deutlich.

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Condor bietet der Lufthansa Paroli, denn die Frankfurter Fluggesellschaft fliegt längst nicht nur Urlaubsdestinationen an. Im letzten Jahr wurden sogar innerdeutsche Flüge aufgenommen, Condor fliegt seitdem von Frankfurt täglich von und nach Berlin, Hamburg sowie München. Später kamen weitere Ziele in Europa dazu, das Netz wird auch in diesem Jahr erweitert.

Das Business-Class-Produkt ist nicht nur für die umsteigenden Passagiere da, die dann mit Condor weiterfliegen. Auch in diesem Punkt will man es mit der Lufthansa aufnehmen und besonders die Geschäftskunden ansprechen. Condor wirbt mit den entsprechenden Vorteilen wie mehr Flexibilität, Freigepäck, Loungezugang, kostenloser Sitzplatzwahl und weiteren Komfortmerkmalen wie dem freien Mittelsitz:

Ihr Sitzkomfort

Damit Sie den Flug in vollen Zügen genießen können, bleibt der Mittelsitz zwischen Ihnen garantiert frei*. Und damit Sie auch dort sitzen, wo Sie möchten, können Sie sich Ihren Wunschplatz natürlich kostenfrei aussuchen. Noch mehr Komfort bieten wir Ihnen in unseren modernsten Fliegern A320neo und A321neo, in denen unsere Sitzplätze über einen größeren Sitzabstand verfügen. Zusätzlich liegt ein gemütliches Kissen an Ihrem Platz.

Foto: Condor

Dieses Versprechen ist für viele Kundinnen und Kunden ein wichtiges Argument, da die Hardware in Europa meist identisch mit der Economy Class ist. Der freie Nebensitz schafft Raum und zumindest ein bisschen mehr Privatsphäre. Wie airliners.de nun festgestellt hat, wurde beim Kleingedruckten auf der Condor-Webseite eine Fußnote hinzugefügt. Demnach sind „ausgewählte Flüge durch Partnerairlines mit E190“ ausgenommen. Gemeint sind damit die neuen Zubringerverbindungen, die ab dem Sommerflugplan durch German Airways im Auftrag von Condor durchgeführt werden.

Die neue Partnerfluggesellschaft setzt Embraer 190 Flugzeuge ein, diese verfügen über eine 2-2-Bestuhlung. In dem Fall müsste man dann in der Business Class jeden Nachbarsitz blockieren, damit wäre nur die Hälfte der Plätze verfügbar. Einige Airlines wie z. B. die Airlines der Lufthansa Group garantieren diesen Vorteil, bei KLM wird hingegen bei entsprechender Nachfrage jeder Platz besetzt.

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Condor kann freien Nebensitz in der Business Class nicht garantieren | Frankfurtflyer Kommentar

Der Sommer naht und Condor baut das Angebot der Städtereisen weiter aus. Nachdem Mailand, Paris, Prag, Rom, Wien und Zürich nun schon bedient werden, kommen bald Barcelona, Budapest, London und Venedig hinzu. Um die Flüge anbieten zu können, setzt man weiterhin auf mehrere Wetlease-Partner.

German Airways ist bereits für KLM unterwegs, bald übernimmt die Gesellschaft auch bei Condor. Schade, dass die Auftraggeberin hier keinen freien Nebensitz in der Business Class fordert. Natürlich hätte man dadurch weniger Plätze, die man in den Verkauf geben könnte. So hätte man aber wenigstens ein einheitliches Produkt. Was man so hört, würde es die oft niedrige Auslastung ohnehin zulassen.

 

 

8 Kommentare

  1. Also das natürlich richtig blöd gemacht von Condor…..sorry. Das ist dumm. Bei aller Liebe zur Wirtschaftlichket sollte Kundenzufriedenheit Priorität haben, aber das rafft ja in Deutschland kaum jemand.

    So wird man keine Biz Passagiere anziehen. Va wenn dann kurzfristiger Aircraft Change von Airnus auf E190 erfolgt hat der Kunde das Nachsehen.

  2. Weil reflexartig wieder geschimpft wird: Ein Direktflug in C mit DE im August von FRA nach BKK kostet im August return ~3.100€. Flüge mit Zubringer von VIE, PRG, MXP kosten exakt dasselbe, also schmälert die C-Paxe mit Zubringer zwangsläufig den Deckungsbeitrag vom Hauptlauf, regt sich aber auf weil sie in Ausnahmefällen ne dreiviertel Stunde in der Embraer neben -höchstwahrscheinlich- dem eigenen Partner sitzen muss.

    Im ICE gibt’s in der Ersten auch Vierer, auf der Autobahn habe ich als C-Pax keine eigene Spur. Ich persönlich sehe das so, dass ich das Geld ja für den Hauptlauf in einer guten C zahle und der Zubringer ist Courtesy, was in meinem Fall mit MUC/PRG hervorragend laufen würde. Zudem habe ich im Fall einer Verspätung andere Ansprüche, als wenn ich mit dem Auto auf der A3 im Stau stehe.

    Auch wenn wohl die meisten Etihad oder Austrian auf diesen Routen bevorzugen, profitieren wir ebenso von Condor weil es mehr Wettbewerb gibt.

    Im O&D Verkehr (als Mallorca-Pendler) bevorzuge ich ausdrücklich Condor Business, weil sie in der Regel nur 60-100€ mehr kostet (nicht 500€!) und der Mehrwert bei Condor absolut ersichtlich wird.

    Wenn ich für 3-5h Flüge auf einem Klappstuhl 500€ Premium zahlen muss, würde ich den Leuten natürlich den Vogel zeigen, aber bei Condor bin ich in meinem Streckenprofil bisher noch selten an einen Punkt gekommen, wo ich mich aufregen müsste, und ich befliege natürlich auch andere Carrier intensiv. Marabu habe ich bisher allerdings gemieden.

    Liebe Grüße.

    • Es gibt sie doch noch…reflektierte und kluge Kommentare. Danke Johannes.

      …und falls doch jemand 500€ für ein innereuropäisches Business Class Ticket zahlt, dann liegt es vielleicht an einer besseren Umbuchbarkeit oder anderen Daten oder sonstigen Gründen.

  3. Die 2-2 Belegung in der Business Class der Embraer 195 ist ein Unsitte, die von der IAG und AFKLM eingeführt wurde, und sollte boykottiert werden. Lufthansa macht es nicht, hier sollte man lieber Lufthansa fliegen.

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